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© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 11.02.2011

Wieder Punktabzug wegen Doppelstart
Bezirksliga Männer:  Upgant-Schott erhält Zähler am grünen Tisch

wrs Ostfriesland. Das Schiedsgericht des Landesklootschießerverbands (LKV) Ostfriesland hat am Mittwochabend den Protest von Bezirksligist Upgant-Schott gegen die Niederlage in Stedesdorf stattgegeben. Das bestätigte Ludwig Rosenberg von „Goode Trüll“ gestern den Ostfriesischen Nachrichten auf Nachfrage. Die Partie endete Mitte Januar 9:0 für den Meisterschaftsanwärter Stedesdorf. Verletzungsbedingt ersetzten die Gastgeber kurz vor dem Ende des Spiels einen Werfer. Der eingewechselte Akteur machte nur noch einen Wurf. Der Haken: Er warf bereits vormittags in der Männer-II-Formation. Schott bekam davon Wind und legte gegen den Doppelstart Protest ein. Mit Erfolg. Das Spiel wird jetzt mit 2:0 Punkten und 10:0 Würfen für Schott gewertet. Dazu bemerkte Rosenberg: „Wir haben bestimmt keine Freudensprünge gemacht. Es bleibt ein Beigeschmack. Aber wir wollten die Sache endgültig geklärt wissen.“ Während der halbstündigen Verhandlung räumte die Stedesdorfer Seite den Doppelstart ein. Nach dem „Rahe-Urteil“ des FKV-Schiedsgerichts, blieb der Jury keine andere Wahl. Schott bekam die Punkte am grünen Tisch zugesprochen. „Ich hoffe, dass diese Punkte den Abstiegskampf nicht entscheidend beeinflussen und wir am Ende der Saison mindestens drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben werden“, sagte Rosenberg.

Ausstehendes Sportgerichtsurteil:

siehe Gästebucheintrag von Stedesdorfer v. 22.01.2011 - 21:23

"Moin moin,
zum Doppelstart von Stedesdorf gegen Schott kann ich den Ablauf kurz erklären. Da einer unserer Werfer kurz vorm Schluss große Rückenprobleme hatte haben wir diesen gegen einen Werfer der in unserer Männer 2 Abteilung wirft ausgewechselt. Dieser Werfer hatte am Vormittag auch schon einmal in der Männer 2 Abteilung geworfen (Kreisliga). Wir sind fest davon ausgegangen das dieses so erlaubt ist. Zu einem sind solche Doppelstarts während dieser Saison auch bei anderen Mannschaften in unserer Klasse durchgeführt worden zum anderen haben sich unsere Mannschaftsführer vor der Saison bei den Staffelleitern noch einmal telefonisch abgesichert das dies so in Ordnung sei ..."

© / Quelle: Ostfriesischer Kurier / 05.02.2011

Immer mehr Proteste beschäftigen Boßler

Friesensport  Hagerwilder müssen noch einmal in Wiesederfehn antreten

 

Norden/BUP – Hier ein umstrittener Spielabbruch wegen Glatteis, da Ärger wegen angeblichen Übertretens und dazu anhaltende Diskussionen über Doppelstarts. In der laufenden Saison häufen sich die Proteste bei den Boßlern. „Sonst gab es pro Jahr einen, zwei waren bereits viel. Jetzt liegen wir zu Beginn der Rückrunde bereits bei vier Protesten, so viel wie noch nie“, zieht der Landesboßelobmann Reiner Berends eine unbefriedigende Bilanz. Gleich zweimal betroffen ist die Bezirksklassen-Männermannschaft aus Hagerwilde. Der Tabellenzweite verlor nicht allein die beiden Punkte aus Eversmeer, die Boßler von „Mit vuller Kraft“ müssen nach ihrem 7:0-Auswärtssieg aufgrund einer zweiten verlorenen Sportgerichtsverhandlung am kommenden Sonnabend noch einmal in Wiesederfehn antreten. „Gegen beide Urteile werden wir Protest einlegen“, sagen die Hagerwilder, denn in beiden Fällen fühlen sie sich ungerecht behandelt. Beim jüngsten Fall ging es in dieser Woche vor dem Sportgericht in Müggenkrug um angebliches Übertreten eines Hagerwilders in Wiesederfehn. Auf dem letzten Drittel der Wettkampfstrecke glückte dem Werfer der Gummi-I-Gruppe ein optimaler Wurf aus einer schwierigen 90-Grad-Kurve heraus. Gastgeber Wiesederfehn behauptet, der Gegner habe übergetreten, also jenseits seiner Markierung abgeworfen, und sich so einen Vorteil verschafft. Stimmt nicht, sagen die Hagerwilder. Der betroffene Werfer habe das auf Nachfrage verneint. Das Angebot des Gastgebers, den Wurf vom selben Hagerwilder wiederholen zu lassen, wurde laut Darstellung der Fehntjer abgelehnt. Es ging in der heiklen Situation um den zweiten „Schöt“. Wiesederfehn warf unter Protest weiter, verlor in der Gruppe am Ende entscheidend mit 4 „Schöt“. Das zuständige Sportgericht, das sich beim Wiedersehen mit den Hagerwildern binnen weniger Tage auch mit dem Fehntjer Vorwurf des unsportlichen Verhaltens beschäftigen musste, entschied auf eine Neuansetzung. Eine offizielle Begründung wurde nicht genannt, da die beteiligten Vereine noch nicht schriftlich über das Urteil informiert seien. Die Entscheidung dürfte nicht einfach gewesen sein, stand doch Aussage gegen Aussage. Laut Hagerwilde basiert der Vorwurf des Übertretens auf einer Darstellung von Zuschauern. Wiesederfehn sagt, ein eigenes Mannschaftsmitglied habe den Regelverstoß moniert. Jetzt gibt es ein Wiedersehen zwischen dem Schlusslicht und dem Aufstiegsaspiranten – beide Seiten wollen für einen ruhigen und reibungslosen Ablauf sorgen. Hagerwilde sieht nach dem jüngsten Urteil Probleme aufziehen: „Mit dieser Entscheidung sind weiteren Protesten Tür und Tor geöffnet.“

Den Bezirksliga-Boßlern von Upgant-Schott dürfte ein nachträglicher Sieg ins Haus stehen. Ihr Protest gegen einen im Ligenspielbetrieb verbotenen Doppelstart des Gastgebers Stedesdorf, der „Goode Trüll“ mit 9:0 besiegt hatte, wird in der kommenden Woche verhandelt. In der Bezirksliga Frauen I verlor Rahe so bereits gewonnene Punkte gegen Westeraccum wieder.

Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal vorgeschlagen:  Macht die Proteste und Entscheidun-gen unserer Sportgerichte als Präzedenzfälle auf (Verbands-) Internetseiten öffentlich (natürlich anonymisiert). Gerade in der Rechtsprechung ist dies mittler-weile üblich und sehr hilfreich.

Denkt mal drüber nach ...

 

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 21.01.2011

FKV-Chef: „Regeln deutlicher fassen“
Jan-Dirk Vogts hält FKV-Urteil für richtig, sieht aber Korrekturbedarf bei den Spielregeln

wrs Ostfriesland. Nach dem FKV-Urteil in Sachen Doppelstart einer Werferin des BV „Ostfrisia“ Rahe (die ON berichteten) sorgt das Thema weiterhin für Gesprächsstoff in den Gremien der Friesensportler. In den Vorständen auf Kreis- und Landesebene als auch beim Friesischen Klootschießer Verband (FKV) wird über Regeländerungen nachgedacht. Konkrete Anträge liegen noch nicht vor. Nach ON-Informationen wurde am vergangenen Wochenende in der Bezirksliga der Männer in der Partie zwischen Stedesdorf und Upgant-Schott (9:0) erneut ein Doppelstart aufgedeckt. Es läuft ein Protest seitens der Schottjer. Zum Doppelstarturteil des FKV-Schiedsgericht sagte der FKV-Vorsitzende Jan-Dirk Vogts am Freitagnachmittag auf ON-Nachfrage: „Das Urteil ist nachvollziehbar und richtig. Doppelstarts sind nicht erlaubt und ausgewechselte Werfer dürfen nicht wieder eingewechselt werden.“  Gleichwohl räumte er ein: „Wir müssen an einigen Stellen die Regeln klarer und deutlicher fassen. Ziel muss es sein, dass sie jeder versteht und Missverständnisse ausgeräumt und vermieden werden.“  In der kommenden Woche hält der FKV eine Vorstandsversammlung ab. Dort wird das Thema nach Ansicht von Vogts besprochen. Ausgang ungewiss. Vogts hält auch folgende Lösung für denkbar: Externe Experten nehmen sich das Regelwerk zur Brust. Sie erarbeiten Vorschläge, mit denen die Spielregeln vereinfacht und verbessert werden können.  Mitte der vergangenen Woche stand bei der erweiterten Vorstandssitzung des Landesklootschießerverbands (LKV) Ostfriesland Doppelstarts und Regeländerungen auf der Tagesordnung. Zu den Teilnehmern gehörte auch der LKV-Boßelobmann Reiner Berends. Er sagte: „Es gab unterschiedliche Meinungen. Wir müssen das Thema aufarbeiten und an den Bedingungen schrauben, so dass sie auch jeder versteht.“ Seine Sicht ist klar: „Jeder Werfer sollte an einem Spieltag nur einmal boßeln. Damit wären Doppelstarts ausgeschlossen.“ Berends befürwortet ein einheitliches Regelwerk, das von oben nach unten durchgängig für alle Klassen gilt. In der Diskussion habe es aber auch Stimmen gegeben, die Doppelstarts befürworteten, berichtete Berends. Die Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen. Am 3. Februar trifft sich der Vorstand des Landesverbands erneut, um eine Lösung zu finden. Bis dahin wird es noch zahlreiche Gespräche geben, sagte Berends. Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass dann Anträge formuliert werden, um die Spielbedingungen zu verändern. Grund: Die Antragsfrist für die Jahreshauptversammlung des Landesklootschießerverbands Ostfriesland am 11. Februar ist bereits abgelaufen. Auch der Kreisverband Aurich wird sich in der kommenden Woche auf einer Vorstandssitzung mit den Regeln zum Doppelstart auseinandersetzen. Das bestätigte der 1. Vorsitzende Karl-Heinz Evers auf ON-Nachfrage. Er hält das Urteil des Schiedsgerichts des Friesischen Klootschießerverband (FKV), wonach der Doppelstart einer Werferin von Rahe nicht zulässig war, für „ein klares Fehlurteil“. Damit stützt er die Meinung des Auricher Boßelobmannes Matthias Krull, der in der Vorwoche das FKV-Urteil in dieser Zeitung kritisiert hatte. Auch Evers hält Änderungen der Spielregeln für geboten. In welche Richtung die Korrekturen gehen, wollte der Auricher Kreisvorsitzende noch nicht sagen. Das müsse die Diskussion zeigen. Denkbar sei ein generelles Verbot von Doppelstarts oder auch die vollkommene Freigabe. Darüber hinaus könne er sich auch eine dritte Lösung vorstellen: Verbot auf Kreisebene, aber zulässige Doppelstarts für Werfer, die sowohl im Kreis- als auch im Landesspielbetrieb eingesetzt werden. Obwohl die Antragsfrist für die LKV-Jahreshauptversammlung abgelaufen sei, behält sich Evers vor, dieses Thema mit einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung setzen zu lassen.

Was haben Alexander Lukaschenko (Weißrussland), Silvio Berlusconi (Italien) und Matthias Krull (Aurich) gemein?

Sie sind nicht willens, herrschendes Recht und gesprochenes Urteil anzuerkennen - stattdessen leben sie in ihrer eigenen kleinen diktatorischen Welt. Selbstverliebten Göttern gleich, getrieben von Macht- und Geltungssucht - und doch so bemitleidenswert nah an der Grenze zum einstelligen IQ. Wie heißt es so schön: "Niemand ist nutzlos - man hat immer noch die Chance als mieses Beispiel herzuhalten".

Mehr dazu in Kürze ... derzeit beschäftigt mich noch die Esens-Entscheidung in Sachen "Mannschaftstärkenreduzierung". 

Vielleicht schließt sich gar der Kreis, hat doch Aurich-BO Matthias Krull nicht nur das FKV-Sportgericht respektlos als unfähig für eine gerechte Urteilsentscheidung festgestellt, sondern  "andere Kreise" gleich auch noch pauschal als vorsätzliche Regelbescheißer ausgemacht - dabei war doch gerade er es, der einen klaren Regelverstoß für legal erklärte.

 

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 15.01.2011

Boßelobmann Matthias Krull: "Das FKV-Urteil ist falsch"

Boßeln: Schiedsspruch des obersten Sportgerichts der Friesensportler sorgt in Aurich für Unmut

Sind mit dem Urteil des FKV-Schiedsgerichts nicht einverstanden (v. l.) Rahes 1. Vorsitzender Arno Penning, Aurichs Boßelobmann Matthias Krull und Rahes Boßelwart Helmut Heyen. Sie fordern für die Zukunft Konsequenzen: Klare Werferbedingungen und lückenlose Kontrollen in Sachen Doppelstarts.

 Foto: Banik

wrs Rahe. Auf das Sportgericht des Friesischer Klootschießerverband (FKV) ist der Boßelobmann des Auricher Kreisverbandes Matthias Krull nicht gut zu sprechen. Krulls Unmut löste das Urteil des Gremiums in einem Berufungsverfahren aus (die ON berichteten). Mitte Dezember wertete das Sportgericht den Wettkampf in der Bezirksliga der Frauen zwischen Rahe und Westeraccum mit 2:0 Punkten und 5:0 für die Gäste.
Zum Hintergrund: Rahe I hatte am 2. Spieltag am 9. Oktober 2010 während des Bezirksligaspiels eine Werferin aus der 2. Mannschaft eingewechselt. Die Werferin war bis zu ihrer Einwechselung für die zweite Garnitur in der Kreisklasse in der Partie gegen Langefeld III im Einsatz. Rahe I gewann die Begegnung. Westeraccum legte Protest ein. Das Schiedsgericht des ostfriesischen Landesverbandes setzte einen Wiederholungskampf ein. Dagegen ging Rahe in Berufung und unterlag vor dem FKV-Sportgericht. Die Jury befand: Es lag ein unerlaubter Doppelstart vor. Ebenso durfte die ausgewechselte Werferin nicht wieder eingewechselt werden. Für Krull ist die Sache klar: „Das Urteil ist falsch, weil die Wettkampfbedingungen des FKV und des Landesverbandes nicht auf diesen Fall angewendet werden können.“  Krull schießt sich in seiner Kritik auf den entsprechenden Passus in den FKV-Regeln ein, wonach Werfer-Doppelstarts an einem Spieltag „im Ligenspielbetrieb“ nicht erlaubt seien. Dazu bemerkt Krull: „Zum Ligenspielbetrieb gehört nicht die Auricher Kreisklasse. In der Vergangenheit lautet der Text nämlich: Werfer-Doppelstarts an einem Spieltag sind im Ligenspielbetrieb einschließlich der 1. Kreisliga bzw. den höchstspielenden Klassen auf Kreisebene nicht erlaubt. Der Begriff Ligenspielbetrieb bezieht sich somit ganz klar nur auf den überregionalen Spielbetrieb. Deshalb durfte Rahe die Werferin aus der Kreisklasse in der Bezirkliga werfen lassen. Ein Doppelstart lag nicht vor.“  Genau diese Meinung vertrat Krull in der Versammlung der Vereinsvertreter, Betreuer und Mannschaftsführerinnen vor Saisonbeginn. Kaum rollten die Kugeln im Punktspielbetrieb, setzte Rahe die Ansicht des Boßelobmanns auf der Straße an. Mit den bekannten Folgen.  Wer nun glaubt, dass die Verantwortlichen von Ostfrisia Rahe mit Krull über Kreuz liegen, der irrt. Dazu sagt Rahes Vorsitzender Arno Penning im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten: „Wir hegen keinen Groll gegen Krull, weil wir auch seine Sicht vertreten.“  Obwohl sich Rahe im Recht sieht, aber vom Schiedsgericht kein Recht zugesprochen bekam, wird der Verein das Urteil akzeptieren. „Es hat von unserer Seite weder eine Revision gegeben noch werden wir vor ein ordentliches Gericht ziehen. Für uns war von Anfang klar, dass wir uns dem FKV-Urteil fügen werden“, stellt Penning klar. Rahes Boßelobmann Helmut Heyen fügt hinzu: „Unsere Mannschaftsführerin hat in diesem Fall nach bestem Gewissen gehandelt und wollte auf keinen Fall betrügen. Wer das behauptet, redet Quatsch.“  Sowohl Penning als auch Krull fordern Konsequenzen für die Zukunft. Sie sagen: „Die Werferbestimmungen müssen überarbeitet werden. Die Regelung für Doppelstarts muss klarer und eindeutiger gefasst werden. Genauso der Begriff Ligenspielbetrieb. Und was noch wichtiger ist, es muss auch kontrolliert werden.“  Ihrer Meinung nach sei die Kontrolle die Schwachstelle. Es gäbe Kreisverbände, die überhaupt nicht kontrollieren würden oder mangels Spielberichte auch nicht kontrollieren könnten. Darüber hinaus sei es in der Vergangenheit in einigen Altersklassen immer wieder zu Doppelstarts gekommen, ohne Folgen für die Vereine. Als Beispiel nannte Krull Männer-IV-Werfer, die auf Kreisebene und im Landesligaspielbetrieb während eines Spieltages eingesetzt worden seien. Heute am Sonnabend findet in der Bezirksliga das Rückspiel zwischen Westeraccum und Rahe statt. Rahes Vereinschef Penning betont: „Wir haben ein gutes Verhältnis zu Westeraccum. Daran wird diese Geschichte nichts ändern.“

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 20.12.2010

„Ostfrisia“ Rahe verliert Punkte vor FKV-Jury
Berufung der Rahester Boßlerinnen wird vom höchsten Schiedsgericht verworfen

wrs Ostfriesland. Noch vor Weihnachten droht dem Boßelverein „Ostfrisia“ Rahe eine unangenehme Bescherung. Ein Brief vom Schiedsgericht des Friesischen Klootschießer Verbands (FKV) wird eintreffen. Darin befindet sich das schriftliche Urteil. Das Gericht hat Rahes Frauenmannschaft aus der Bezirksliga den 4:0-Sieg gegen Westeraccum vom 9. Oktober aberkannt. Das Spiel wird mit 0:2 Punkten und 0:5 Würfen gegen „Ostfrisia“ gewertet.
Hintergrund: Westeraccum hatte gegen Aus- und Einwechslungen der Gastgeberinnen Protest eingelegt (die ON berichteten). Rahe nahm während des Wettkampfes eine Spielerin aus der 1. Mannschaft heraus und ersetzte sich durch eine Werferin aus der 2. Mannschaft (Auricher Kreisleistungsstaffel), die zur gleichen Zeit am Kukelorum boßelte. Das Schiedsgericht des ostfriesischen Landesverbandes ordnete einen Wiederholungskampf an. Rahe legte dagegen Berufung vor dem FKV-Schiedsgericht ein und unterlag. „Zu Recht“, sagt Peter Schünemann aus Riepe. Er ist einer von fünf Mitgliedern der FKV-Jury gewesen, die am vergangenen Dienstag tagte.
„Die Entscheidung ist schnell und einstimmig gefallen, weil die Regeln des FKV kein anderes Urteil zuließen“, sagte er gestern Nachmittag auf Nachfrage der Ostfriesischen Nachrichten. Das Regelwerk des FKV erlaube keine Doppelstarts an einem Spieltag, betonte Schünemann. Darüber hinaus dürfe ein ausgewechselter Werfer am Wettkampftag in einem anderen Spiel nicht wieder eingewechselt werden. Unterm Strich eine klare Angelegenheit. Rahes Vorsitzender Arno Penning sagte zum Urteil auf ON-Nachfrage: „Wir sind mündlich über die Entscheidung informiert worden. Uns liegt aber das Urteil in schriftlicher Form noch nicht vor.“ Er sprach von einem „ärgerlichen Ausgang“ des Berufungsverfahren, das er vorerst nicht kommentieren werde, solange er nicht das Urteil in den Händen halte.

Kommentar

Im Zeitalter von Reality-TV ála Salesch, Hold und Co. machen Irrungen und Wirrungen im Rechtsempfinden auch nicht vor streitbaren Boßlern halt und führen erneut zum Streit - der es wie so oft gar nicht wert ist.

Im Ligenspiel zwischen Rahe (AUR) und Westeraccum (ESE) in der Bezirksliga Frauen I setzte Rahe eine Werferin aus der 2. Mannschaft ein, die zuvor schon im parallel laufenden Wettkampf der 2. Mannschaft dort geworfen hatte. Das im ordentlichen Vergleich unterlegene Westeraccum  legte da-raufhin hin einen Protest wegen Doppelstart gegen die Wertung ein. Die Recht sprechende Instanz beim Landesverband entschied auf Wiederholung. Dagegen ging Rahe in die Berufung und wartet nun auf eine Entscheidung der höchsten Sportgerichtsbarkeit beim FKV. (siehe nebenstehenden Artikel)

Aus dem Kreise der für den Boßelsport verantwortlich Berufener ist schnell eine Lücke zwischen FKV-Richtlinien und Kreisrichtlinien ausgemacht. Zuständigkeitsgerangel bleiben nicht verborgen.

Dabei ist die Sachlage einfach aus den Richtlinien zu entnehmen:

Maßgeblich ist der Protest von Westeraccum wegen vermeintlichen Doppelstarts in einem Punktspiel der Bezirksliga Frauen I. Die Bezirksliga Frauen I unterliegt sportverantwortlich der Hoheit des Landesverbandes. Mithin gilt für eine Bewertung eines möglichen Doppelstarts allein das Regelwerk des Landesverbandes. Dies ergibt sich schon aus der Sache heraus. Vergleiche:  Befahre ich mit meinem nach deutschen Recht zugelassenen Pkw und meinem nach deutschen Recht erworbenen Führerschein eine holländische Straße, muss ich holländische Verkehrsregeln gegen mich gelten lassen und kann mich nicht auf die Anwendung deutscher Verkehrsregeln berufen. So muss auch die Werferin aus der II. Rahe-Mannschaft (und damit der Verein) die Landes-Regularien gegen sich gelten lassen.

AUR-Boßelobmann Matthias Krull irrt hier, will er doch die AUR-Regularien angewandt wissen. Die sind aber in der Bewertung dieses Falles vollkommen bedeutungslos. Entscheidend kann doch nicht sein, wo ein Werferin regelmäßig wirft (Kreisklasse Aurich), sondern wo sie eingesetzt wird (Bezirksliga). Warum soll denn auch Westeraccum (ESE) auf Bezirksebene Regelungen vom Kreisverband Aurich anerkennen müssen? Es wurde ja auch der Landesverband mit dem Protest angerufen und nicht der Kreisverband. Warum auch? Weder Kreisverband Aurich noch das Auricher Regelwerk sind in diesem Fall zuständig/maßgeblich.

Landes-Regularien (analog FKV)

Bedingungen für den Ligenspielbetrieb Ostfriesland

I. Ligenspielbetrieb

2. Punktspielbetrieb

e.) Doppelstarts

Werfer-Doppelstarts an einem Spieltag sind im Ligenspielbetrieb nicht erlaubt.  ...

Die Regelung auf Landesebene besagt schlicht, dass Doppelstarts unzulässig sind. Die Rahe-Werferin aus der 2. Mannschaft hat bereits einen Wettkampf (Kreisklasse Aurich) absolviert und startet zusätzlich in der 1. Mannschaft (Bezirksliga). Damit liegt zweifelsfrei ein Doppelstart vor, denn die Werferin hat an einem Wettkampftag (Wochenende) an zwei Punktspielen teilgenommen - egal, in welcher Klasse (in welchem Zuständigkeitsbereich) geworfen wurde.

Bleibt zu klären, ob dieser Doppelstart zu ahnden ist oder ob dieser durch die unterschiedlichen Klassen (und Zuständigkeiten) nicht als Doppelstart gelten darf.

Die Landes-Regel untersagt Doppelstarts. Die Untersagung ist nicht begrenzt, sondern gilt entsprechend der Formulierung uneingeschränkt. Es spielt also gar keine Rolle, in welche Klasse gestartet wurde, sondern ganz allein, ob an einem Wochenende mehrfach am Punktspielbetrieb teilgenommen wurde. Wäre eine Begrenzung nur auf Landesebene gemeint gewesen, hätte es lauten müssen: "Doppelstarts an einem Spieltag sind auf Landes- und Bezirksebene im Ligenspielbetrieb nicht erlaubt". Diese Einschränkung auf Landes- und Bezirksebene fehlt - mithin müssen Verein und Werferin das Doppelstart-Verbot auf jeder Ebene gegen sich gelten lassen - zumindest wenn sie auf Landes- oder Bezirksebene um Punkte (mit-) werfen.

Unverständlich bliebt nur die Entscheidung des Landesverbandes, die Partie neu anzusetzen.

Nicht Fisch - nicht Fleisch ... und wohl allein dem Umstand geschuldet, sich in der Sache nicht wirklich sicher zu sein - oder keinen der Kontrahenten vor den Kopf stoßen zu wollen.

Richtig wäre die Landes-Entscheidung gewesen, Rahe die Punkte wegen Doppelstarts abzuerkennen und Westeraccum als Sieg zuzusprechen.

Dem FKV obliegt nun die Aufgabe, die Berufung von Rahe gegen die Entscheidung anzuerkennen, da die Entscheidung des Landesverbandes (Neuansetzung der Begegnung) nicht im Einklang mit geltendem Regelwerk steht. Damit einhergehend delegiert der FKV den Vorgang zurück an den Landesverband mit der Aufforderung zur erneuten Entscheidung und spricht dabei die Empfehlung aus, Rahe die Punkte wegen Doppelstarts abzuerkennen und Westeraccum zuzusprechen.

Langefeld III kann indes die Punkte von der 2. Rahe-Mannschaft wegen Doppelstarts nicht einfordern, da das für dieses Spiel geltende AUR-Regelwerk Doppelstarts nur auf Kreisebene untersagt, das zweite Werfen aber auf Bezirksebene stattfand. Außerdem mangelt es an einem entsprechenden fristgerechten Protest von Langefeld.

Aus der AUR-Regelung nun allerdings zu schließen, der Kreisverband Aurich könne mit seiner Bestimmung die auf Landesebene geltende Doppelstart-Regelung aushebeln, grenzt an leichtfertigen Irrtum.

Der Landesverband hat auch keine Lücke in seinem Regelwerk. Die hat (allein) der Kreisverband Aurich in seinem Regelwerk. Danach ist es z.B. durchaus zulässig, dass Pfalzdorf mit seinen amtierenden Landesmeistern Männer I am Sonntagmorgen in Upschört auf Punktejagd in der Landesliga geht und am Sonntagnachmittag in selber Aufstellung als 2. Mannschaft Georgsfeld in der 2. Kreisklasse das Fell über die Ohren zieht. Georgsfeld muss da tatenlos zuschauen - Protest einlegen kann indes Landesligist Upschört, da entsprechend Landes-Regelwerk zweifelsfrei ein Doppelstart vorliegt. Im Fall eines Doppelstarts sind stets BEIDE Begegnungen zu ahnden - was allerdings das AUR-Reglement für die Kreisebene hier wiederum ausschließt. Deshalb ist dem Kreisverband Aurich zu raten, seine Doppelstart-Regel dem Wortlaut des Landesverbandes anzupassen ...

friesensport.de-Redaktion

gero meischen

PS: Ich pflege zu Westeraccum (ESE) und Rahe (AUR) ein angenehmes Verhältnis - zumindest bis eben noch :-)  Mein Kommentar ist deshalb auch nur von den Fakten getragen und entbehrt jeglicher emotionaler Grundlage.

Ergänzung (24.11.2010)

Aufgrund eines eMail-Hnweises/eMail-Anfrage ergänze ich meinen Kommentar gerne. Die Frage, ob das Werfen im KV Aurich überhaupt vom Landesverband bei der Bewertung eines Doppelstarts gezählt werden darf oder nicht erklärt sich von selbst:

Zwar hat die Rahe-Werferin aus der 2. Mannschaft in der Kreisklasse unter den Regeln des Kreisverbandes geworfen und anschließend in der Bezirksliga unter den Regeln des Landesverbandes - trotzdem zählen beide Werfen. Um am Punktspielbetrieb teilnehmen zu können bedarf es einer Spielberechtigung (Pass). Diese Spielberechtigung gehört weder Werfer, Verein noch Kreis, sondern allein dem FKV und wird auch "formal" nur von diesem ausgestellt (Kreise stellen Pässe im Namen des FKV aus). Insoweit hat die Werferin in der Kreisklasse Aurich und in der Bezirksliga mit der Spielberechtigung des FKV geworfen - also mit derselben Spielberechtigung. Damit zählen auch beide Werfen zur Ermittlung für einen Doppelstart - egal, wo und unter welchen Bedingungen/Regeln geworfen wurde. Hätte indes die Werferin das erste Werfen nicht in der Kreisklasse Aurich geworfen, sondern z.B. in Nordrhein-Westfalen für den Verein Willich oder ganz und gar privat, hätte das natürlich nicht gezählt, da dafür nicht die Spielberechtigung (Pass) des FKV notwendig gewesen wäre - und somit auch nicht hätte gezählt werden dürfen :-)

© / Quelle: Anzeiger Harlingerland / 24.11.2010

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 23.11.2010

Auswechslung beschäftigt Sportgerichte
Bezirksliga Frauen: Rahes Wechsel beim 4:0 gegen Westeraccum ist umstritten

Am 2. Spieltag kam es zwischen Rahe und Westeraccum bei den Gastgebern zu einem umstritte-nen Wechsel. Das Spiel ging für die Gäste mit 0:4 Würfen verloren. Sie legten Protest ein. Das Schiedsgericht des ostfriesi-schen Landesverbandes plädierte für einen Wiederholungskampf. Damit war Rahe nicht einver-standen. „Ostfrisia“ ging in die Berufung vor das Schiedsgericht des FKV.

Im Bild ist Rahes Daniela Rebel beim Abwurf der Holzkugel zu sehen.                   Foto: Frerichs

wrs Rahe. Die Lücke ist unverkennbar. In der Ergebnisübersicht zum 2. Spieltag in der Boßelbezirksliga der Frauen fehlt ein Resultat. Für die Partie Rahe gegen Westeraccum sind keine Zahlen vermerkt, obwohl die Partie am 9. Oktober am Kukelroum stattfand und mit einem 4:0-Heimsieg für „Ostfrisia“ endete. Westeraccum legte wegen einer Auswechslung der Gastgeberinnen Protest ein. Rahe nahm während des laufenden Wettkampfes eine Spielerin aus der 1. Mannschaft heraus. Sie wurde durch eine Werferin aus der 2. Mannschaft ersetzt. Die zweite Garnitur von Rahe aus der Auricher Kreisleistungsstaffel spielte zur selben Zeit auf der Strecke gegen Langefeld III. Nach Ansicht der Gäste lag in diesem Fall ein Doppelstart vor, der nicht erlaubt ist. Grund genug für einen Protest. Damit befasste sich Anfang November das Schiedsgericht des Landesverbandes Ostfriesland. Das Gericht entschied: Der Wettkampf soll wiederholt werden. Grund: Es gibt eine Lücke bei den Regeln. Damit gab sich Rahe nicht zufrieden. Auf Nachfrage der Ostfriesischen Nachrichten sagte Rahes Vereinsvorsitzender Arno Penning: „Wir haben Berufung eingelegt, weil wir davon ausgehen, dass wir im Recht sind.“  Zur Sache wollte sich Penning nicht äußern. Er begründete sein Schweigen mit dem laufenden Verfahren. Der Fall landet demnächst beim Schiedsgericht des Friesischen Klootschießerverband (FKV).
Für den Auricher Boßelobmann Matthias Krull ist die Sache klar. Er sagte dieser Zeitung: „Rahe kann für diesen angeblichen Doppelstart nicht bestraft werden, weil die Regeln ihn zulassen. Das Spiel müsste ordnungsgemäß mit 4:0 für Rahe gewertet werden.“ Das Regelwerk des FKV verbietet Doppelstarts. In diesem Fall können laut Krull die Regularien des FKV nicht angewendet werden, weil die eingewechselte Werferin aus der Auricher Kreisklasse stammt. Dort gelten die Regeln des FKV nicht. Ein formaler Aspekt mit entscheidender Bedeutung, meinte Krull. Interessant ist, dass der umstrittene Fall aus Rahe bereits auf der Ligaversammlung der Frauen kurz vor Saisonbeginn erörtert wurde. Ein Zufall. Mehr nicht. Aber mit Folgen. Bei der Zusammenkunft der Vereinsvertreter erläuterte Boßelobmann Krull genau dieses Problem. Es ging um die Frage, ob es erlaubt ist, während eines laufenden Wettkampfes zwischen 1. Mannschaft (Bezirksklasse und höher) und 2. Mannschaft (auf Kreisebene) Personal zu wechseln. Krull gab vor den Zuhörern grünes Licht für den Wechsel und erklärte ihn am Beispiel von Rahe, ohne zu ahnen, dass einige Wochen später am Kukelorum dieses Problem auftaucht und ein Verfahren vor dem Schiedsgericht nach sich zieht. Dieses Beispiel macht eine Schwäche im Boßelsport deutlich. Es gibt kein einheitliches Regelwerk. Seit dem Frühjahr 2009 können die Kreisverbände ihren Spielbetrieb in Eigenregie organisieren. Dazu merkte der Boßelobmann des FKV, Reiner Berends aus Akelsbarg auf ON-Nachfrage an: „Mir wären einheitliche Regeln lieber. So ist alles nur Stückwerk und für die Boßler sind sie an einigen Stellen nicht mehr durchschaubar“, gab Berends zu bedenken. In den Boßelkreisen wird der vorliegende Fall strittig diskutiert, sagt Berends. Die erste Reaktion sei häufig, der Wechsel sei nicht zulässig. Wer sich aber genauer die unterschiedlichen Regelwerke der Kreise einerseits und des Landes und des FKV andererseits anschaue, könne auch zu einem anderen Urteil kommen. Gespannt wartet nicht nur Berends auf den Ausgang des Verfahrens vor dem FKV-Schiedsgericht. Über ein mögliches Urteil wolle er aber nicht im Vorfeld spekulieren. Das sei schließlich Sache der Schiedsgerichtsmitglieder.