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© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 02.01.2010

Aktivenzahl stabilisiert sich

9.355 vergebene Spielerpässe im Landesverband Oldenburg

Jugendarbeit verlangt nach Aufmerksamkeit und Nachhaltigkeit

von gerold meischen

Oldenburg. Der in den vergangenen Jahren im Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. (KLV) zu verzeichnende Aktivenschwund verlangsamt sich deutlich. Zum Jahreswechsel 2009 konnte erstmals wieder ein leichter Anstieg der Passinhaber verzeichnet werden. Waren zum Jahreswechsel 2008 9.323 Pässe im Umlauf, stieg die Zahl zum Jahreswechsel 2009 auf 9.355 Pässe. Trotzdem noch rund 1.100 weniger als noch fünf Jahre zuvor. Die Stabilisierung der Passzahlen gibt aber noch keinen Anlass zum Zurücklehnen. Die Jugendarbeit verlangt nach wie vor nach erhöhter Aufmerksamkeit und Nachhaltigkeit.  Größter Verein im KLV ist der Verein Grabstede (FRW) mit 255 Passinhabern, darunter 52 männliche Jugendliche und 30 weibliche Jugendliche - eine stattliche Jugendquote. Grabstede stellt auch den einzigen Verein, der alle männlichen Jugendklassen von F bis A besetzen kann. Ein Blick auf das Heer der Jugendlichen in Grabstede darf aber den Blick auf die Jugendarbeit in den 114 Vereinen im KLV nicht verklären. Bedenklich stimmt zumindest, dass von den 114 Vereinen 17 Vereine gar keine Jugendarbeit betreiben und weitere 14 Vereine keine vier Jugendlichen als Mindestgröße für einen Mannschaftsstart stellen können - mithin insgesamt 31 Vereine von 114 sich nicht Jugendtitelkämpfen, ob in Punktrunden oder einmaligen Titelkämpfen, stellen (können). Soll die Jugendarbeit durch Nachhaltigkeit getragen sein, bedarf es erheblichen Aufwandes, um alle sechs Altersklassen als Indiz für Nachhaltigkeit zu besetzen und vor allem durch geeignete Betreuer führen zu lassen. Den können aber nur die wenigsten Vereine leisten, was sich allein schon dadurch ausdrückt, dass mit Grabstede nur ein Verein in der männlichen Jugend alle Klassen besetzt. So ist es nicht verwunderlich, dass die Masse der Jugendarbeit betreibenden Vereine sich auf bestimmte Klassen konzentriert und dafür immer wieder Lücken in der Jugend notgedrungen akzeptiert. Diskussionswürdig ist in diesem Zusammenhang eine Überarbeitung der Jugendklassen. Eine Ausdehnung einer Altersklasse von zwei auf drei Jahre würde bereits erkennbare Entlastung durch dann nur noch 3-4 Jugendklassen gegenüber den heute üblichen 6 Klassen bringen. Das Argument, dann zu krasse Unterschiede innerhalb einer Altersklasse vorzufinden, taugt dabei nur als Alibi. Ausschlaggebend ist der körperliche Entwicklungsstand, der nicht unmittelbar zwingend mit dem Alter in Einklang stehen muss. Indiz dafür können bereits Ergebnislisten sein, in denen jüngere Jahrgänge größere Weiten als ältere Jahrgänge erzielen - was gar nicht so ungewöhnlich ist. Selbst die Rückkehr zu den ehemals verwandten Altersklassen "Schüler" und "Jugendliche", gar noch angereichert um die Altersklasse "Fohlen" o.ä., hat seinen Reiz. Das Jugendarbeit nicht zwingend nur Großvereinen vorbehalten ist, zeigt die aktuelle Statistik. Der Verein Garms (JEV) versucht aktuell mit 87 Aktiven über die Runden zu kommen. Der Anteil von 26 männlichen Jugendlichen zeigt eine stattliche Quote auf, der Garms in die Top10 der männlichen Nachwuchsarbeit bringt. Torsholt, gerade erst mit dem Jugend-Förderpreis des Landesverbandes ausgezeichnet, kommt bei 163 Aktiven auf die stattliche Zahl von 75 männlichen/weiblichen Jugendlichen.

Trotz allem Engagement in der Jugendarbeit sieht die Entwicklung für die Hauptklasse (18-45 Jahre) im KLV weiterhin nicht rosig aus. Stattliche 41 Vereine heute nicht in der Lage, eine Männer I nominell für einen Punktspielbetrieb auf die Beine zu stellen - Tendenz steigend. Macht man es sich in Ostfriesland leicht und schiebt alle Verantwortung dem demografischen Wandel zu, bietet sich im KLV eine detaillierte Ursachenforschung an. Nicht nur die Zahlen sprechen für sich, sondern auch das Tagesgeschäft. Wenn in den höchsten Spielklassen auf Landesebene Punktspiele wegen fehlender Mannschaftsvollzähligkeit ausfallen müssen oder mittlerweile gar Männer-III-Werfer wieder zu den Leistungsträgern zählen "läuft was falsch im Staat". Blickt man über die Grenzen hinaus, diskutiert man dort wieder verstärkter über Spielgemeinschaften und Mannschaftsstärkereduzierungen. Unter dem Strich sicherlich der schnelle und einfache Weg, statt sich langfristig einem nachhaltigen Jugendengagement zu widmen.