Bei Rückfragen:

Gerold Meischen

 

Mobil 0172-6310925
meischen@friesensport.de


Der FKV plant für den 27.03.2010 ein einmaliges Ausscheidungswerfen (Qualifi-kation) für den Feldkampf (Hollandkugel) und für den Standkampf (Klootkugel) in allen vier Altersklassen.

Für den Straßenkampf mit der irischen Eisenkugel werden die Punktbesten mit der Eisenkugel aus der Championstour nomi-niert. Im Jugendbereich werden die Erstplatzierten aus der FKV-Meisterschaft 2008 mit passen-der Altersklasse nominiert.

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 28.11.2009

Inoffizielle Weltmeisterschaft

Internationales Treffen um Himmelfahrt 2010 in Holland

Statt Euphorie scheint aufmerksame Sparflamme angeraten

FKV will bewährte Kräfte nominieren - kein Qualifikationsmarathon

Ungereimtheiten rund um Veranstaltung nehmen zu

von gerold meischen

Denekamp (NL). Nach dem irischen Bol Chumann im Jahre 2005 rief der holländische NKB Mitte 2009 eine inoffizielle Weltmeisterschaft aus, die am Himmelfahrt-Wochenende im Mai 2010 mit Straßenboßeln mit der irischen Eisenkugel, Feldkampf mit der Hollandkugel und dem Standkampf mit der friesischen Klootkugel in vier Altersklassen über die Bühne gehen soll. Erwartet werden Könner mit Eisenkugel, Hollandkugel und Klootkugel aus der ganzen Welt, laut Ankündigung aber aus mindestens zehn Ländern. Wer am Ende dann aber tatsächlich in Denekamp am Start stehen wird, steht wohl doch noch mehr in den Sternen. Der Versuch, der inoffiziellen Weltmeisterschaft einen Hype von der Größenordnung einer Europameisterschaft zu verpassen, muss aber wohl im Keime stecken bleiben. Bei den großen Verbänden in Irland und Deutschland herrscht vornehme Zurückhaltung - bei den erhofften Teilnehmern aus Italien und über dem großen Teich in den Staaten ist man bislang auch wohl nicht über Absichtserklärungen hinausgekommen.

So verwundert es auch nicht, dass der Friesische Klootschießerverband e.V. (FKV) gut ein halbes Jahr vor dem Vergleich für die Veranstaltung die Vorbereitung auf Sparflamme fährt. Erklärtermaßen ist die inoffizielle Weltmeisterschaft ein Farbtupfer im sowieso schon eng geführten Terminkalender und keinesfalls geeignet, der vierjährigen Europameisterschaft den Rang abzulaufen. "Mit Blick auf den sportlichen Wert müssen wir die geplante inoffizielle Weltmeisterschaft wohl wie eine der vielen Boßel-Cups in der Sommerpause bei uns verstehen, während eine Europameisterschaft auf deutlich höherem Niveau vom Schlage einer Landes- oder FKV-Meisterschaft daherkommt.", so war aus dem FKV-Umfeld zu entnehmen. Deshalb wird der FKV auch keine der wie vor Europameisterschaften sonst üblichen Qualifikationsmarathons für Straßen-, Feld- oder Standkampf starten, sondern vom grünen Tisch weg erfahrene und startgewillte Kämpen aus den vorliegenden Ergebnislisten (Championstour, FKV-Meisterschaften o.ä.) nominieren und entsenden.

Ungeachtet dessen nehmen die Ungereimtheiten rund um die Wettkämpfe zu. Konnte man dem deutschen Flyer im Vorfeld noch eine Anwendung der einheitlichen IBA-Richtlinien für die Wettkämpfe entnehmen, ist das Organisationsteam mittlerweile gänzlich davon abgewichen und hat eigene Wettkampfrichtlinien aufgestellt. Nun sollen die Sieger über Vorkämpfe, Halbfinals und Finals ermittelt werden. Insbesondere im Standkampf wird dies bei den Aktiven aus dem FKV oder holsteinischen VSHB auf wenig Gegenliebe stoßen, liegen doch nun zwischen zwei (!) Würfen im Vorkampf gegen 09:00 Uhr, zwei (!) Würfen im Halbfinale gegen 12:15 und eventuell noch einem (!) Finalwurf gegen 15:30 und einem (!) weiteren Finalwurf gegen 16:00 Uhr doch glatt sieben Stunden (!), in denen Klootschießer ihre "Betriebstemperatur" aufrechterhalten sollen. Diese Wettkampfplanung ist zumindest als Nachweis geeignet, dass der Standkampf nicht zu den Kernkompetenzen des Veranstalters zählt und mit den geltenden IBA-Richtlinien rein gar nichts mehr gemein hat. Damit dürften die inoffiziellen Weltmeisterschaften sportlich nicht über den einstmals mit ebensoviel Tamtam hochgehandelten Boßelwettkampf auf Mallorca hinauskommen.

Unter dem Strich dürfen wir feststellen, dass die Europameisterschaft im vierjährigen Rhythmus auch weiterhin die unangefochtene und erstrebenswerte Spitze für den Friesensport ist - und das ein "Ball flachhalten" nach derzeitigem Stand durchaus die richtige Strategie zu sein scheint.