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Gerold Meischen

 

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© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 14.10.2009

Für die Ausgabe vom 14.10.2009 der "Ostfriesischen Nachrichten" (ON) verfasste Mettin Köllmann, Vorsitzender BV „Germania" Lübbertsfehn-Ihlowerhörn, einen Leserbrief, der sich auf einen Artikel von ON-Redakteur Wolf-Rüdiger Saathoff vom 08.10.2009 in der ON bezog. Mittlerweile konnte ich von den ON den Artikel von Wolf-Rüdiger Saathoff (1) sowie den Leserbrief von Mettin Köllmann (2) für eine Veröffentlichung auf dieser Seite erhalten. Leserbrief-Verfasser Mettin Köllmann hat der Veröffentlichung auf dieser Seite ausdrücklich zugestimmt.

friesensport.de-Redaktion

gerold meischen

(1)   Seitenblick: Zwangspause sorgt für Unfrieden

Sie waren heiß. Es juckte und kribbelte in den Fingern. Am vergangenen Sonntag durften sie ran, kamen schnell in Wallungen. Sie schwitzten und stöhnten beim Spielen. Aber kaum hatten sie sich mächtig ins Zeug gelegt, war alles auch schon wieder vorbei. Der Moment der Glückseligkeit verpufft, ausgebremst vom Spielplan. Die Rede ist hier von den Boßlern. Mehr als sechs Monate ruhte der Punktspielbetrieb der Männer. Für viele wohl eine unerträgliche Ewigkeit. Sie wurde nun mit viel Wettkampfgetöse auf den ostfriesischen Straßen beendet. Die Kugeln rollen wieder. Aber nur für einen Tag. Kaum sind die Akteure von Akelsbarg bis Zwischenbergen warm geworden, müssen sie Pockholter und rote Gummikugel wieder in den Schrank verbannen. Der Spielplan will es so. Das kommende Wochenende ist boßelfrei. Keine Punktspiele, kein Ranglistenwerfen. Die Urlaubsfraktion jubelt. Zeit zum Verreisen und Ausschlafen. Andere schimpfen, haben kein Verständnis für diese Zwangspause. Durchwerfen lautet ihre Devise, um den Rhythmus zu halten. Keine Rücksichtnahme auf Schulferien oder Gedenktage im November. Eine Lösung für beide Seiten ist nicht in Sicht. Mittelfristige Änderungen des Spielprogramms sind nur über die Kreis- und Landesverbände erreichbar. Damit die Boßelleidenschaft nicht erlischt, bieten sich Freundschaftskämpfe fürs nächste Wochenende an ...

Wolf-Rüdiger Saathoff

(2)   Leserbrief:  „Saison schon Anfang September beginnen“
Betr.: ON-Seitenblick „Zwangspause sorgt für Unfrieden“ vom 8. Oktober

Ich danke dem Sportredakteur Wolf-Rüdiger Saathoff für seinen wunderbaren Seitenblick zu der gerade begonnenen Boßelsaison. Wolf-Rüdiger Saathoff trifft den Kern genau. Wochenlang freut man sich als Boßler auf die beginnende neue Saison. Kaum ist sie angefangen, wird sie schon wieder unterbrochen, wenn auch nur für ein Wochenende. Wenn man in einer unpaarigen Staffel wirft und bei der Festsetzung der Spielpaarungen Pech hat, setzt man gleich 14 Tage aus. Dann darf man höchstens noch einmal im Oktober ran. Kaum ist der Oktober vorbei, fallen wieder zwei Sonntage aus (Volkstrauertag und Totensonntag).

Wenn aber der 23. Dezember auf einen Sonntag fällt, wären wir gezwungen, die Boßelkugel in die Hand zu nehmen. Vielleicht sollte man sich hier mal Gedanken machen, einen solchen Sonntag frei zu halten, damit man den Tag vor dem Heiligabend mit der Familie verbringen kann.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Funktionäre durchaus in der Lage sein müssten, den Spielplan so zu erstellen, dass Anfang September die Saison beginnen könnte. Auch am Volkstrauertag könnte geboßelt werden. Den Totensonntag möchte ich außen vor lassen. Dazu darf ich erwähnen, dass auch an diesen Trauertagen Sport getrieben wird (u. a. Fußball).
Die Boßler haben ohnehin eine Saison mit nicht allzu vielen Wettkämpfen. Wenn ich mir dann die Sparten von Fußballern, Handballern und so weiter ansehe, stelle ich fest, dass dort in der Regel 30 bis 34 Spieltage eingeplant sind. Bei den Boßlern kommen wir höchstens auf 18 Spieltage. Das sind meines Erachtens zu wenige Wettkämpfe für Vollblutboßler.

Der spielfreie Sonntag am 11. Oktober dürfte wegen der Herbstferien entstanden sein. Ich glaube kaum, dass Frauen und Männer in den Bereichen II, III, IV und Senioren schulpflichtige Kinder haben. Im Übrigen bieten sich unter anderem Sommerferien an, um mit den Kindern Urlaub zu machen. Im Übrigen denke ich, dass die von Wolf-Rüdiger Saathoff erwähnte Urlaubsfraktion nur einen kleinen Teil der aktiven Boßler darstellt.

Gott sei Dank sind wir in den vergangenen Jahren von Schnee und Eis verschont worden. Was machen die Funktionäre, wenn wieder ein strenger Winter durch die Boßelregionen streicht? Dann kommt Panik auf und es wird Doppelansetzungen am Wochenende geben. Auf die Boßler, die am Samstag arbeiten müssen, wird dann sicherlich keine Rücksicht genommen. Meines Erachtens reicht es vollkommen aus, wenn während der Sommer- und Weihnachtsferien keine Boßelwettkämpfe stattfinden würden.

Jedoch stimme ich mit Wolf-Rüdiger Saathoff darüber überein, dass eine Lösung sicherlich nicht in Sicht ist. Ab und zu soll es vorkommen, dass verantwortliche Funktionäre – ganz gleich in welchen Bereichen der Gesellschaft – den Pfad der Engstirnigkeit nicht verlassen.

Schade drum!

Mettin Köllmann
1. Vorsitzender
BV „Germania" Lübbertsfehn-Ihlowerhörn