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© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 27.07.2009

Bürgermeister Kaars bezieht Stellung

Sachgespräch mit friesensport.de

Nutzungsvertrag soll neu aufgestellt werden

Sanierungsplan bleibt bestehen

Jade  -  Der Artikel "Gutsherrenart blockiert Großveranstaltungen" (siehe unten) ließ im und um den Mentzhauser Turnverein (MTV) die Wogen hochschlagen. Da der Autor Gerold Meischen insbesondere in seinem Kommentar Hintergründe hinterfragt und provokativ gedeutet hatte, die auf ein enges Zusammenspiel zwischen MTV und dem Bürgermeister der Gemeinde Jade, Henning Kaars, zum Nachteil des Kreisverband II Stadland mit seinem Vorsitzenden Helmut Bergel schließen ließen, bat Bürgermeister Henning Kaars den Autor zu einem Sachstandsabgleich ins Rathaus. Am Samstagmorgen trafen sich Bürgermeister Henning Kaars und friesensport-Autor Gerold Meischen.

Die Gesprächspartner stellten zügig unisono fest, keinerlei Gesprächsbedarf zur Sanierungsnotwendigkeit des Platzes zu haben. Ebenso sollten Fragen zu Beteiligtenanteilen bei der Entstehung des Platzes in Mentzhausen sowie dessen Ausbau zu einem "Leistungszentrum Klootschießen" unbewertet bleiben. Derartige Überlegungen im MTV und beim Kreisverband II Stadland seien zwar ursächlich für das Hochschlagen der Wogen verantwortlich - in der Sache aber gar nicht relevant oder ihr dienlich. Bürgermeister Kaars bat für die Gemeinde Jade lediglich um Feststellung, dass die Gemeinde Jade entgegen der Darstellung im Kommentar sehr wohl ihr Zutun zur Entstehung geleistet habe und darüber hinaus im Rahmen ihrer Möglichkeiten sich stets für die Nutzbarkeit des Platzes - auch zum Wohle des Friesensports - eingesetzt habe. Ebenso nähme die Gemeinde Jade für sich in Anspruch, als Eigentümer jederzeit über das gesamte Gelände frei verfügen und entscheiden zu dürfen. Insoweit sei der geltende Nutzungsvertrag nicht mit einem (unentgeltlichen) Pachtvertrag vergleichbar. Bürgermeister Kaars räumte allerdings ein, dass seine Vorgänger bei der Aufstellung des Nutzungsvertrages wohl nicht alle Interpretationsmöglichkeiten berücksichtigt hätten. In diese Lücken ziele nun der Kreisverband II Stadland und beanspruche das alleinige Verfügungsrecht. Dies sei seitens der Gemeinde Jade gerade im Hinblick auf das Gesamtensemble aus Grundschule, Mehrzweckhalle und Sportplatz zu keiner Zeit beabsichtigt und als solches auch nicht zulässig gewesen. In den ersten 20 Jahren des nunmehr 25jährigen Bestehens des Platzes als "Leistungszentrum Klootschießen" habe dies auch keinen Anlass zu Diskussion oder Kritik gegeben. Erst in den letzten Jahren habe sich die Sicht der Dinge rapide verändert und die Fronten zwischen MTV und Kreisverband II Stadland drastisch verhärtet. Der Kreisverband II Stadland habe sich in all den Jahren um seine Verpflichtung zur Unterhaltung des Geländes relativ bescheiden gekümmert, sondern die Hauptlast dem MTV überlassen. Der MTV könne dadurch nach moralischer Wertschätzung sicherlich eine bevorrechtigte Position für sich erwarten - rein juristisch betrachtet habe sich dadurch tatsächlich aber nichts geändert. Als Erkenntnis aus der jüngsten Entwicklung zieht Bürgermeister Kaars die dringende Notwendigkeit, den bestehenden Nutzungsvertrag durch einen für alle Beteiligten eindeutigeren Vertrag zu ersetzen. Ob dafür allerdings alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen sind, stehe in der derzeitigen Lage gänzlich in den Sternen.

Dies steht im Einklang mit der Befürchtung des Friesensport-Autor Gerold Meischen, dass der Platz in Mentzhausen schnell das Prädikat "Leistungszentrum Klootschießen" verlieren könnte und stattdessen anderenorts außerhalb der Gemeinde Jade im Gebiet des Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. (KLV) unter dem Dach des Friesischer Klootschießerverband e.V. (FKV) ein neues "Leistungszentrum Klootschießen" entstehen lässt. Die Ansiedlung sei insbesondere mit Blick auf die dafür und dadurch entstehenden Fördermöglichkeiten für jede Gemeinde sicherlich reizvoll.

Die den Zwist forcierenden beiden Großveranstaltungen scheinen zwischenzeitlich übrigens neu organisiert. Der FKV plant für seine Meisterschaften im Klootschießen ("100:100") mit dem Sportplatz von Westerholtsfelde (KV Ammerland). Der KLV will seine Gäste aus Eiderstedt (Schleswig-Holstein) zum traditionellen Feldvergleich nun im Kreisverband Butjadingen empfangen. So kann denn die Sanierung wie geplant nach der Schleuderballsaison durchgeführt werden. Bemühen sich Gemeinde Jade und MTV mit der Sanierung vorrangig um ein ebenes Spielfeld, wird das Miteinander zwischen MTV und Kreisverband II Stadland trotz der Platzsanierung wohl auf längere Zeit weiter Unebenheiten aufweisen. Diese können nur mit einem Aufeinanderzugehen der Verantwortlichen behoben werden.

In Abstimmung mit Henning Kaars, Bürgermeister der Gemeinde Jade, veröffentlicht.

 

Denkanstoss:  Die Diskussion um das "Leistungszentrum Klootschießen" in Mentzhausen brachte einmal mehr Fehlinterpretationen über die sportorganisatorische Einordnung des Schleuderballs in den "Friesensport" hervor - selbst bei bekennenden Friesensportlern. Der Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. (KLV) hat in seinen Statuten (Vereinszweck) u.a. die Verpflichtung aufgenommen, das Schleuderball-Spiel fördern zu wollen. Der Friesische Klootschießerverband e.V. (FKV) als Dachorganisation aller "Klootschießer und Boßler" zählt zu seinen Aufgaben die Förderung des Schleuderball-Wurf. Seit jeher steht das Schleuderball-Spiel augenscheinlich in einer Zwitterposition. Auf der einen Seite nutzen die im FKV organisierten Klootschießer und Boßler ("Friesensportler") den Schleuderball-Wurf als Wurfdisziplin im Mehrkampf. Auf der anderen Seite kämpfen (Friesen-) Sportler im Schleuderball-Spiel um Siege, Punkte und Meisterschaften. Genau zwischen Wurf und Spiel liegt eine immer wieder verkannte Trennlinie. Um als Klootschießer oder Boßler im Mehrkampf zum Schleuderball greifen zu können benötigt der Klootschießer/Boßler eine Spielberechtigung (Pass) vom FKV. Um mit dem Schleuderball aber im Spiel nach Siege, Punkte und Meisterschaften greifen zu können benötigt ein Schleuderballspieler eine Spielberechtigung (Pass) vom NTB - Niedersächsischer Turnerbund. So erklärt sich auch die Trennung, warum die Klootschießer und Boßler aus dem KLV-Oldenburg den Platz in Mentzhausen als ihr "Leistungszentrum" verstehen - das Schleuderballspiel hingegen Diekmannshausen als "Leistungszentrum" führt. Der NTB führt als Fachverband die Verantwortung für Schleuderball, unabhängig, ob als Mannschaftssport (Spiel) oder Einzelkampf (Wurf). Der FKV ist Fachverband für Klootschießen und Boßeln. Formell hat mithin der "Friesensport" - außer über die Selbstverpflichtung über Satzungen - mit dem Schleuderball "wenig am Hut", mag man zumindest daraus ableiten. Spiegelt sich das auch im Zwist MTV vs. Kreisverband II Stadland wider?

friesensport.de-Redaktion

gerold meischen

 

     

Kommentar:  "... volle Breitseite gegen den Friesensport"

(Link zur Gegendarstellung des MTV am Ende des Kommentars)

Das "Leistungszentrum Klootschießen" in Mentzhausen beschäftigt seit einigen Monaten die Gemüter. Die Gemeinde Jade als Platzeigentümer plant ab August 2009 eine Schmalspur-Sanierung, während der Kreisverband II Standland im Friesischer Klootschießerverband e.V. (FKV) eine Generalüberholung den Vorzug geben möchte. Knackpunkt ist dabei, dass die Gemeinde Jade mit der bereits terminierten Sanierung den KV Stadland einen Strich durch zwei Großveranstaltungen im September macht. Zusätzlich Öl gießt der Vorstand des Mentzhauser TV ins Feuer, indem er aus beleidigter Haltung heraus dem KV Stadland ohne jede Rechtsgrundlage Zugang zum Objekt durch Schlössertausch verwehrt.

Historisches:  Im Jahr 1976 legten die benachbarten Vereine KBV Kreuzmoor und Mentzhauser TV Nahe der Schule in Mentzhausen in Eigeninitiative mit Zustimmung - aber ohne Zutun - der Gemeinde Jade einen Sportplatz an. Den Löwenanteil der Arbeit verrichteten die ehrenamtlichen Helfer aus dem KBV Kreuzmoor.

Vorrangig auf Initiative von Richard Witte erhielt der Sportplatz 1986 das Prädikat "Leistungszentrum Klootschießen", nachdem bzw. weswegen die Oldenburgische Landschaft (30.000 DM), der Landkreis Wesermarsch (15.000 DM), Landessportbund Niedersachsen (15.000 DM) und der Sportstättenförderausschuss des Kreises (2.500 DM) in den entsprechenden Sportplatzbau fließen ließen. Anzumerken bleibt, dass die Gemeinde Jade sich seinerzeit schriftlich an den Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. gewandt hatte und um Verwendung für das Gelände in Mentzhausen geworben hat, nachdem der Gemeinde bekanntgeworden war, das der Landesverband nach einem geeigneten Gelände suche. Daneben ist anzumerken, dass die seinerzeitigen Fördermittel von 57.500 DM unter Inflations- und Kaufkraftveränderungen der vergangenen 25 Jahre heute einer Kaufkraft von rund 48.000 € entsprechen. Ein Betrag, der nach vorsichtiger Einschätzung von mit Sportplatzbauten betrauten Fachleuten einer Untergrenze für eine erneute Sanierung entspricht. Bürgermeister Henning Kaars von der Gemeinde Jade will den gleichen Effekt mit einer Sanierung im Gegenwert von 6.000 - 8.000 € schaffen.

Rechtliche Würdigung:  Mit Datum vom 29.06.1984 schließt die Gemeinde Jade als Eigentümer mit den drei Beteiligten Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V., Kreisverband II Stadland und Mentzhauser TV eine Nutzungsvereinbarung zwecks unentgeltlicher Nutzungs-Überlassung des Geländes durch die Gemeinde an die drei Beteiligten. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 25 Jahren und verlängert sich automatisch um drei Jahre, sollte keine der Vertragsparteien ein Jahr vor Ablauf kündigen. Mithin ist der nächste Vertragsablauf zum 30.06.2012.

Ziffer 2 des Vertrages regelt, dass der Einbau und die Errichtung von Sportanlagen durch die Nutzungsberechtigten zu erfolgen hat. Die Unterhaltung hat ebenso nur durch die Nutzungsberechtigten zu erfolgen. Fazit: Der Gemeinde Jade steht vertraglich gar nicht zu, über Unterhaltungsmaßnahmen zu entscheiden. Entscheidungen über Unterhaltungsmaßnahmen trifft laut Vertrag allein der Kreisverband II Stadland mit dem Vorsitzenden Helmut Bergel an der Spitze. Mit der Sanierungsanordnung verstößt die Verwaltung der Gemeinde Jade mit Bürgermeister Henning Kaars an der Spitze gegen den geltenden Vertrag. Nun mag der Bürgermeister - wie auch der Mentzhauser TV, in dem der Bürgermeister nach herrschender Kenntnis selbst aktives Mitglied ist - einwenden, der KV II Stadland sei seinen Unterhaltungs-Pflichten nicht nachgekommen. In diesem Fall kann die Gemeinde Jade als Grundeigentümer die Einhaltung des Vertrag beim Verpflichteten, KV II Stadland, anmahnen und im weiteren Versagungsfall mit fristloser Kündigung reagieren. Beides ist nicht geschehen. Ebenso hat die Gemeinde Jade bis zum 30.06.2008 eine erstmals mögliche ordentliche Kündigung der Nutzungsvereinbarung unterlassen.

Gemäß Nutzungsvertrag von 1984 sind KLV Oldenburg, KV II Stadland und Mentzhauser TV gleichberechtigte Nutzer. Das der Vorstand des Mentzhauser TV eigenmächtig dem KV II Stadland den Zugang zum Objekt verwehrt, entbehrt mithin jeglicher Rechtsgrundlage. Im Gegenteil: Als Grundstückseigentümer hat die Gemeinde Jade dafür Sorge zu tragen, das der KV II Stadland weiterhin freien Zugang zum Objekt hat.

Zur Sache: Mit Schreiben vom 31.10.2008 erteilte die Gemeinde Jade schriftliche Genehmigung zur Durchführung der beiden geplanten Großveranstaltungen (Eiderstedt-Kampf / FKV-Kloot 100:100) im Herbst 2009 auf dem Sportplatz in Mentzhausen. Nebenbei bemerkt: Die Genehmigung durch die Gemeinde Jade ist entbehrlich, da dem KV II Stadland bereits mit Vertrag aus 1984 eine Nutzung zugesichert ist. Trotzdessen hat der KV II Stadland als Akt der Höflichkeit jeweils die Gemeinde Jade zwecks Einzelzustimmung angefragt.

Auf Initiative vom Vorsitzenden des Kreissportbund Wesermarsch, Wilfried Fugel, fand am 17.02.2009 am Sitz der Gemeinde Jade eine gemeinsame Besprechung zwischen Bürgermeister Henning Kaars, Jan-Dirk Vogts, Vorsitzender Friesischer Klootschießerverband (FKV), Johann Hasselhorst, Vorsitzender Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. und Helmut Bergel, Vorsitzender Kreis II Stadland, sowie weiteren Anwesenden statt. Einziger Tagesordnungspunkt war die Erörterung von verschiedenen Lösungsansätzen für eine vollständige Sanierung des Sportplatzes in Mentzhausen. Es herrschte Einigkeit darüber, dass eine förderwürdige Sanierung nur unter Antragsführung durch den FKV zwecks Erhalt des Prädikats "Leistungszentrum" möglich und sinnvoll ist. Im betreffenden Gesprächsprotokoll bedankt sich Wilfried Fugel ausdrücklich bei Bürgermeister Henning Kaars für das von ihm signalisierte Engagement für ein Leistungszentrum in Mentzhausen.

Am 24.02.2009 - nur eine Woche später - teilte die Verwaltung der Gemeinde Jade unter der Federführung von Bürgermeister Henning Kaars dem KV II Stadland den eigenen Plan für die Schmalspur-Sanierung  sowie den Starttermin im August 2009 mit. Kausal steht damit fest, dass der KV II Stadland die geplanten Großveranstaltungen in keinem Falle im Leistungszentrum Klootschießen in Mentzhausen durchführen kann.

Im Folgenden bemühen sich Jan-Dirk Vogts, der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann und die Ratsfrau Sanja Blanke um eine einvernehmliche Regelung mit Bürgermeister Henning Kaars zum Einlenken. Selbst eine Bereitschaft zum Überdenken der drohenden Fehlentscheidung ist nicht erkennbar.

Am 19.03.2009 informiert Bürgermeister Henning Kaars den Rat der Gemeinde Jade ... "Für die Sanierung des Sportplatzes Mentzhausen habe er Gespräche mit dem Kreissportbund und den betroffenen Vereinen und Verbänden geführt. Ein Konzept für die Sanierung läge vor und werde dem Landessportbund mit dem Antrag auf Bezuschussung vorgelegt".  In einem gemeinsamen Schreiben vom 22.05.2009 erteilen FKV-Vorsitzender Jan-Dirk Vogts und FKV-Justiziar RA Joachim Karsjens schriftlich wohlwollende Hinweise bezüglich des notwendigen Ablaufs einer Antragstellung beim LSB - eine Reaktion auf dieses Schreiben erhält der FKV von der Gemeinde Jade bis zum heutigen Tage nicht.  Ebenso bleibt ein Brief des KLV-Oldenburg an die Gemeinde Jade vom 06.07.2009 wegen der Zugangsverwehrung durch den Mentzhauser TV trotz Dringlichkeit unbeantwortet.

Fazit:  Wieder einmal stehen Sport und Sportler hintenan. Es ist eine Sache, als Bürgermeister der Gemeinde Jade sich mit Stolz in der Erfolgsgeschichte frisch gekürter Europameister zu sonnen. Eine andere Sache aber, nur wenige Monate später ebendiesen ins Gesicht zu schlagen und eigene Interessen über das Gemeinwohl zu stellen. Es ist eine Sache, kurz vor einer entscheidenden Stichwahl öffentlich über die Medien Zusammenhalt zu propagieren ("... Außerdem müssen die Vereine und alle Organisationen unserer Gemeinde weiterhin unterstützt werden. Die ehrenamtlichen Helfer leisten einen großen Anteil an der Entwicklung einer lebendigen Gemeinde. Wir alle (Rat-Verwaltung-Bürger) müssen an einem Strang ziehen, um die bereits erreichten Strukturen zu erörtern, zu erhalten, zu fördern und weiter zu entwickeln.) - nach einer erfolgreichen Wahl dann aber demokratische Grundhaltung durch Gutsherrenart zu ersetzen und sich jeglicher sinnhafter Diskussion und Lösungsfindung zu verschließen. Nebenbei bemerkt: Es ist nicht nur sinnvoll, gemeinsam an einem Strang zu ziehen - es sollte dann auch in eine gemeinsame Richtung sein.

Es ist eine Sache, Kritiker öffentlich über die Medien zu maßregeln ( ,,, man sollte sich ... im Vorfeld informieren.) - sich aber dann selbst jeglichem Fachwissen, Sachverstand und Erfahrungswerten zu verschließen.

Bürgermeister Henning Kaars musste sich zu Beginn seiner Dienstzeit in zwei Gerichtsinstanzen des Vorwurfes erwehren, unlauteren Wahlkampf geführt zu haben. Das aktuelle Geschehen macht erneut nachdenklich. Vielleicht hätte der Bürgermeister Henning Kaars wohlwollend für sich selbst als Mitglied im Mentzhauser TV "Befangenheit" erklären sollen und sich in Zurückhaltung üben. Es kann nur gemunkelt werden, ob da nicht noch Wahlversprechen einzulösen sind, die nun im Miteinander stören. Sollte aber die Schmalspur-Sanierung erneut in die Hose gehen und der Platz in zwei Jahren wieder nicht bespielbar sein, bewegen sich die Entscheider im Dunstkreis "Untreue" - Fahrlässigkeit kann dann nicht mehr gelten. Alternativ sollte vielleicht auch schon mal ein Blick auf § 61a NGO riskiert werden.

Randnotiz:  Im Nachgang zum Kreismehrkampf  (30/31.08.2008) sowie den Landesmeisterschaften im Klootschießen (06.09.2008) stellte der Mentzhauser TV dem Kreis II Stadland insgesamt 30 € an Reinigungsgebühren für den Zugang zu den Toiletten in Rechnung. Ein weiterer Beleg für den Blick des Vereinsvorstandes auf den Friesensport  -  ohne den es in Mentzhausen nicht mal einen Sportplatz geben würde.  Kein Wunder, wenn sich der Friesensport nun von Mentzhausen abwendet und sich eine neue Bleibe sucht, in der der Friesensport und die damit verbundenen europaweiten Fördermöglichkeiten willkommener sind. Vielleicht sollte deshalb auch nicht verwundern, wenn sich die Friesensportler eines Tages in Mentzhausen in einem eigenen Verein verselbständigen. Die Wurzeln dafür hat der Vereinsvorstand - gewollt oder ungewollt - bereits jetzt gelegt.

 

friesensport.de-Redaktion

- gerold meischen -

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 20.07.2009

Gutsherrenart blockiert Großveranstaltungen

Eiderstedt-Vergleichskampf und FKV 100:100 nicht im Leistungszentrum in Mentzhausen

Fragwürdiges Gebaren der Gemeindeverwaltung Jade mit Bürgermeister Kaars an der Spitze

Bürgermeister erteilt Friesensportler und Oldenburgische Landschaft Schlag ins Gesicht

MENTZHAUSEN - Die neue Saison der Friesensportler sollte mit gleich zwei Großveranstaltungen im "Leistungszentrum Klootschießen" in Mentzhausen für den jeweils gastgebenden Kreisverband II Stadland um den Kreisvorsitzenden Helmut Bergel beginnen: Dem jährlichen Vergleichskampf der Klootschießer aus Oldenburg und Ostfriesland um die Titel des Friesischer Klootschießerverband e.V. (FKV "100:100" am 12.09.2009) und dem traditionellen Vergleichskampf zwischen den Oldenburgern vom Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. (KLV) und Eiderstedtern aus Schleswig-Holstein (19./20.09.2009). Beide Großveranstaltungen musste Kreisvorsitzender Helmut Bergel nun aber an den FKV bzw. KLV mangels geeignetem Gelände zurückgeben. Die Gemeinde Jade hat entschieden, bereits im August die avisierte Platzsanierung beginnen zu wollen und damit den Platz für längere Zeit zu sperren.

In Gutsherrenart setzt sich damit die Verwaltung der Gemeinde Jade mit Bürgermeister Henning Kaars an der Spitze und der Mit-Nutzungsberechtigte Mentzhauser TV über geltende Verträge hinweg und erteilt Rundumschläge gegen die Nutzungsberechtigten Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. (KLV) und Kreisverband II Stadland im Friesischer Klootschießerverband e.V. (FKV). Einem Schlag ins Gesicht gleich wischen Bürgermeister Kaars und Mentzhauser TV Engagement vergangener Jahre von Oldenburgische Landschaft, Landkreis Wesermarsch oder Landessportbund vom Tisch. Der Sportplatz in Mentzhausen kam nur durch das langatmige Engagement des benachbarten KBV Kreuzmoor in den 70ern zustande. Das Prädikat "Leistungszentrum Klootschießen" ist das Ergebnis nachhaltiger und weitsichtiger Bemühungen unter Federführung des hoch geschätzten Richard Witte in den 80ern. Den finanziellen Löwenanteil trugen 1985/86 die Oldenburgische Landschaft, der Landkreis Wesermarsch und der Landessportbund - die Gemeinde Jade hielt sich hingegen stets vornehm zurück.

Aus einer vermasselten "Platzsanierung" zwei Jahre zuvor nichts lernend soll erneut eine Platzsanierung mit einem Gegenwert von 6.000 € bis 8.000 €, die Platzprobleme abstellen. Von dem geplanten Sanierungsvolumen trägt die Gemeinde einen Eigenanteil von 2.000 € - der Rest soll über Sponsoren bereitgestellt werden. Bei der Sanierung soll aber nur der Teil des Sportplatzes berücksichtigt werden, der für das Schleuderballspiel verwandt wird. Der Sportplatzteil mit den beiden Klootbahnen, die das Herzstück des "Leistungszentrum Klootschießen" darstellen, soll hingegen unsaniert bleiben. Alternative sinnvolle Vorschläge wischte Bürgermeister Kaars im Nachgang zu einer gemeinsamen Besprechung vom 17.02.2009 mit einem Wisch vom Tisch und hält weiterhin unbeirrt an der Schmalspur-Sanierung fest. In diese Kerbe schlägt unbeirrt der Vorstand des Mentzhauser TV, hat der doch dem KLV / Kreisverband II Stadland als Vertragspartner den Zugang zum Objekt durch Schlösseraustausch ohne Rechtsgrundlage verwehrt.

Unter dem Strich dürfen jetzt nur noch die Verlierer gezählt werden. Die strukturschwache Region verliert wohl sein förderwürdiges Leistungszentrum und damit den Zugang zu öffentlichen Fördermitteln. Nachdem Bürgermeister Kaars Schriftverkehr von Beteiligten bislang schlichtweg unbeantwortet ließ, achtet der FKV mittlerweile aufmerksam auf Signale aus anderen Regionen, die sich nur zu gerne als alternativen Standort für das "Leistungszentrum Klootschießen" anbieten würden.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 19-07.2009

Ärger verhindert große Lösung

FRIESENSPORT Gemeinde und MTV im Streit mit Klootschießer-Kreisverband

 Sportplatzsanierung wird im August anlaufen.

Über Termin und Umfang ärgert sich Klootschießer-Vorsitzender Helmut Bergel

von Jan Lehmann

MENTZHAUSEN - Es hat ein Gespräch zwischen Henning Kaars und Helmut Bergel gegeben, das dauerte nur fünf Minuten. Das ist die Zeit, die beide brauchten, um derart aneinander zu geraten, dass eine Verständigung unmöglich erschien. Beide wollen die Sanierung des maroden Mentzhauser Sportplatzes. Leider sind die Gemeinsamkeiten damit erschöpft. Henning Kaars, Bürgermeister der Gemeinde Jade, will, dass die Sanierung im August beginnt. „Anderenfalls ist das Wetter-Risiko zu groß,“ sagt der Verwaltungschef. Der Rat hat für das Sanierungsprojekts des Hauptteils der Sportlanlage 2000 Euro bereit gestellt; weiteres Geld warb Kaars bei Sponsoren ein. Helmut Bergel, Vorsitzender des nutzungsberechtigten Klootschießerkreisverbands II Stadland, fordert, dass das gesamte Areal saniert wird, es handelt sich nämlich um ein Klootschießer-Leistungszentrum. Dieses Prädikat erscheint gefährdet, wenn zwei Klootschießerbahnen im Westen der Anlage nicht in die Sanierung einbezogen werden. Außerdem war Bergel über den frühen Start der Baumaßnahmen verärgert. Zwei für dieses Jahr geplante sportliche Großveranstaltungen können deshalb nicht in Mentzhausen stattfinden.
Seinem Ärger machte der Vorstand des Klootschießer-Kreisverbandes in einem Aushang des gemeinsam mit dem Mentzhauser Turnvereins (MTV) genutzten Vereinsheim Luft: „Die Gem. Jade und der Verein Mentzhausen verhindern die Durchführung zweier Großveranstaltungen auf unserem Leistungszentrum in Mentzhausen.“ Dieser erste Satz reichte völlig aus, um engagierte MTVer, die sowohl für den Sportplatz als auch im Vereinsheim viel Eigenleistung erbracht hatten, auf die Palme zu bringen. Sie vernichteten das Papier und tauschten die Schlösser des Vereinsheims aus. Die im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschlossenen Kreisverbands-Klootschießer könnten aber – mit Hilfe ihres Dachverbands – dafür sorgen, dass EU-Fördermittel beantragt werden, um ein Leistungszentrum nach den aktuellen Richtlinien des Landessportbundes zu bauen.
Keine der handelnden Personen hätte etwas dagegen. Auch Kreissportbundvorsitzender Wilfried Fugel wünscht sich diese Lösung: „Es wäre eine einmalige Chance; alles ist gestaltbar, Guter Wille und Vertrauen vorausgesetzt.“ Aber genau daran hapert es im Moment.