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Feldkämpfe 1937 - 2006

Hauptklasse

Junioren

Jugend

KLV-Oldenburg:

Feldkampfeinsätze

Hauptklasse

© / Quelle: NWZ-Online / 03.01.2009

Die Ostfriesen brennen auf Wiedergutmachung

FRIESENSPORT Klootschießer treffen sich zum traditionellen Feldkampf in Bohlenbergerfeld

Die Grasbahn bietet ideale Bedingungen

Ein hochklassiger Wettkampf wird erwartet.

WESERMARSCH - Mit Spannung blicken die Friesensportler nach Bohlenbergerfeld. Dort finden an diesem Wochenende die Feldländerkämpfe der Klootschießer zwischen den Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland statt. Wie die NWZ berichtete, musste der Friesische Klootschießerverband (FKV) kurzfristig umdisponieren. Für den traditionellen Feldkampf war eigentlich ein Gelände in Neustadtgödens vorgesehen. Bei der Abnahme stellte sich allerdings heraus, dass die Weiden dort viel zu holprig sind. Und so kam der Segelflugplatz in Bohlenbergerfeld in der Gemeinde Zetel ins Spiel, wo der FKV schon einige Meisterschaften im Feld- und Standkampf ausgetragen hat. An diesem Sonnabend finden ab 9 Uhr die Wettkämpfe der Jugend und der Junioren statt. Der Hauptkampf der Männer schließt sich am Sonntag, 4. Januar, ebenfalls ab 9 Uhr an. Jeweils bis in die frühen Nachmittagsstunden werden sich die Wettkämpfe hinziehen.
Die 1000 Meter lange ebenen Gras-Landebahn bietet den Klootschießern ideale Bedingungen für weite Würfe. Der so genannte Trüll kann nach dem möglichst flachen Aufsetzen der Kugel auf dem hart gefrorenen Boden und dem Auslaufen noch etliche Meter betragen. Eine Mannschaft besteht jeweils aus sieben Werfern, die jeweils vier Durchgänge absolvieren. Ein Austausch von Werfern ist jederzeit möglich. Die Jugend wirft mit dem 375 Gramm schweren Kloot, der einen Durchmesser von 55 Millimeter aufweist. Die Kugel bei den Junioren und Männern ist 475 Gramm schwer und und hat einen Durchmesser von 58 Millimetern.
Beim bisher letzten Feldkampf vor drei Jahren im ostfriesischen Ardorf hatten die Oldenburger die Nase vorn. Die Ostfriesen mussten mit 2 Wurf und 83 Metern eine Klatsche einstecken. Diesmal stehen die Chancen für die Ostfriesen, die natürlich auf Wiedergutmachung brennen, besser. Schließlich haben sie den Europameister im Standkampf, Frank Goldenstein, sowie den Ex-Europameister Stefan Albarus in ihren Reihen. Auf Oldenburger Seite zählen Jens Stindt (KBV Spohle) und Thore Fröllje (KBV Grabstede) zu den Leistungsträgern. Eine feste Größe im Team ist auch Dirk Schomaker (KBV Fedderwardersiel), der extra für seinen Einsatz den Skiurlaub in Österreich verkürzte. Ebenfalls eine feste Größe bei den Oldenburgern ist Henning Feyen (Ruttel). Renko Altona, jetzt beim KBV Schweinebrück, warf vor drei Jahren noch für die Ostfriesen. Erfahrung bringen die Ex-Europameister Hans-Georg Bohlken (Schweinebrück) und Detlef Müller (Mentzhauser TV) mit. Zum Team könnten als Ersatzwerfer Junioren dazustoßen, die sich tags zuvor mit ihren Leistungen ins rechte Licht rücken. Bei den Junioren hatten das letzte Mal die Ostfriesen mit 1 Schoet und 84 Metern die Nase vorn. Sie dürften auch diesmal wieder favorisisiert sein. Juniorenobmann Detlef Müller hofft, mit den Oldenburgern um Jugend-Europameister Stefan Runge (KBV Kreuzmoor) und den EM-Dritten bei der Jugend Hendrik Rüdebusch (Vielstedt-Hude) dagegenhalten zu können (beide Feldkampf). Mit Marcel Brunken, Niklas Wulff und Tim Wefer stehen gleich drei Werfer vom Mentzhauser TV im Aufgebot der Oldenburger. Nach der Niederlage vor drei Jahren mit 1 Schoet und 20 Meter setzt Jugendwart Bernd Taphenhinrichs nun auf einen Sieg der Oldenburger um Jugendeuropameister Timo Petznik (Grabstede) und den EM-Fünften Manuel Runge (KBV Kreuzmoor, beide, Standkampf). Auch der B-Jugendliche Sven Büsing (Mentzhauser TV) hat schon den Sprung ins Team geschafft.
Wegen des Feldkampfs hatte der FKV für das Wochenende alle offiziellen Boßelveranstaltungen auf Vereins-, Kreis- und Landesebene abgesagt. Dieser Boßelspieltag soll am 31. Januar/1. Februar nachgeholt werden.

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 03.01.2009

Gute Jugendarbeit soll sich auszahlen
25. Feldkampf: Ostfriesen wollen wieder Dominanz ausüben wie in den Jahren von 1972 bis 1984

von Jürgen Gawlick-Daniel

Bohlenbergerfeld. Auf einer 1000 Meter langen Grünfläche des Segelflugplatzes Bohlenbergerfeld nahe Zetel kommt es an diesem Wochenende zur Entscheidung. Mit größter Spannung wird der traditionsreiche 25. Feldkampf der ostfriesischen und oldenburgischen Klootschießer erwartet. Die Ostfriesen geben sich seit Tagen angriffslustig, haben ihren Kontrahenten aus dem oldenburger Verband den Kampf angesagt. Schon während des Abschlusstrainings am Silvestervormittag auf dem Gerd-Gerdes-Platz in Utgast war die Zuversicht groß. „Wir werden gegen Oldenburg gewinnen“, ist sich Feldobmann Tido Kleen sicher. Er meint damit vor allem das Männerteam, das bei den Feldkämpfen im Januar 2006 in Ardorf und im Dezember 2002 in Schweinebrück deutliche Niederlagen hatte hinnehmen müssen. Das soll sich nicht wiederholen. Kleen ist überzeugt, dass sich die gute Jugendarbeit der vergangenen Jahre nun auszahlen wird. Mit Frank Goldenstein steht zudem der amtierende Europameister im Aufgebot. Hinzu gesellt sich mit Stefan Albarus der Rekordhalter. Auch die Oldenburger warten mit großen Namen auf. Jens Stindt, Thore Fröllje und Hans-Georg Bohlken können an guten Tagen den Kloot auf 90 Meter und mehr flüchten. Das verdient Respekt. Der 25-jährige Horst Dieling aus Münkeboe-Moorhusen hofft auf mannschaftliche Geschlossenheit und einen guten Start. Vor drei Jahren in Ardorf verschliefen die Ostfriesen eben diesen. Schon nach nur vier Wurf jubelten die Oldenburger damals über den ersten Schoetgewinn. Die Ostfriesen haben daraus gelernt und werden vom ersten Wurf an höchst konzentriert in das Duell gehen. „Wenn wir einen guten Start erwischen, wird es ein enger Wettkampf“, sagt Dieling.

Selbstbewusst gibt sich auch das Juniorenteam um Betreuer Holger Wilken. Auch wenn mit Europameister Stephan Runge aus Kreuzmoor und dem Dritten der Europameisterschaft, Hendrik Rüdebusch aus Vielstedt-Hude, große Namen für Oldenburg an den Start gehen, sind die Ostfriesen am Sonnabend klar favorisiert. Zuletzt verloren sie 1995 gegen die Oldenburger, für die damals ein junger Thore Fröllje zu den besten Flüchtern gehörte. Ein enges Duell könnte es zwischen den Jugendteams der beiden Verbände geben. Vor drei Jahren hatte Ostfriesland mit 1 Wurf und 20 Metern die Nase vorne. „Jetzt werden wir siegen“, sagte Oldenburgs Betreuer Bernd Tapkenhinrichs zum ostfriesischen Jugendteamführer Eilert Taddigs. Der wird sich mit seinen Jungs zu wehren wissen.
Höchsten Stellenwert hat der Wettstreit der Männer. Die Duelle waren in den vergangenen Jahrzehnten oft hart umkämpft. 1937 kam es zum ersten Feldkampf der beiden Verbände. Wegen des zweiten Weltkrieges folgte erst 1948 das zweite Aufeinandertreffen. Die Oldenburger musste eine gewisse Leidensfähigkeit entwickeln, denn von den fünfzehn Feldkämpfen bis 1984 gewann sie lediglich drei. In den siebziger Jahren und bis Mitte der achtziger Jahre dominierten die Ostfriesen mit Flüchtern wie Karl Kleemann aus Großheide oder Harm Henkel aus Pfalzdorf. Seit 1986 geben die Oldenburger den Ton an und gestatteten den Ostfriesen in neun Feldkämpfen nur zwei Siege - im Februar 1994 und im Januar 2001. Zu den herausragenden oldenburger Werfern gehörte fast immer Hans-Georg Bohlken, der mit seinen teils großartigen Wurfleistungen ein Stück Klootschießergeschichte geschrieben hat. Vierzehn Siege für Ostfriesland, zehn für Oldenburg: so lautet die Bilanz vor dem 25. Feldkampf an diesem Wochenende. Geht es nach Feldobmann Tido Kleen, werden die Ostfriesen diese Bilanz aufbessern und eine ähnliche Vormachtstellung wie zwischen den Jahren 1972 bis 1984 erreichen. Ein Erfolg, zumal ein dreifacher, beim Jubiläums-Feldkampf würde in den Geschichtsbüchern besondere Bedeutung erlangen. So viel ist schon mal sicher.
Die Wettkämpfe beginnen Sonnabend und Sonntag jeweils um 9 Uhr und dauern bis in den Nachmittag hinein. Um 15.30 Uhr werden die Sieger im „Oldenburger Hof“ in Horsten geehrt. An beiden Wettkampftagen setzt der Landesklootschießerverband Ostfriesland einen Bus für Werfer, Helfer sowie Käkler und Mäkler ein. Im Altkreis Aurich hält er um 7.45 Uhr in Ogenbargen.

© / Quelle: Anzeiger Harlingerland / 03.01.2009

Ostfriesland will’s wissen

Klootschießer-Länderkämpfe in Bohlenbergerfeld: 25. Vergleich der Männer

Gödens/Bohlenbergerfeld/ bum – Der Unmut der ostfriesischen Delegation bei der Besichtigung des Wettkampfgeländes für die Klootschießer-Länderkämpfe in Gödens war offensichtlich. Durch die Verlegung einer Starkstromtrasse und den zu späten Abtrieb des Weideviehs war die Grünfläche arg in Mitleidenschaft gezogen worden und somit für die Traditionsvergleiche ungeeignet. Zu groß war die Verletzungsgefahr für die Sportler, aber auch Käkler und Mäkler. Und dennoch wird wie vorgesehen geflüchtet, denn die Friesensportler können auf den Segelflugplatz in Bohlenbergerfeld ausweichen. Auf der knapp 1000 Meter langen Grünfläche des Segelflugplatzes gehen heute ab 9 Uhr nach dem Erklingen der „Nationalhymnen“ „Heil dir, o Oldenburg“ und „In Ostfreesland is’t am besten“ die Jugend- und Juniorenformationen aus Ostfriesland und Oldenburg an den Start. Die Männerteams werfen morgen ebenfalls ab 9 Uhr. Hier kommt es zum 25. Aufeinandertreffen seit dem 28. Januar 1937, als beide Seiten in Varel-Hohenberge erstmals aufeinander trafen. Vor den ersten Würfen treffen sich alle Aktiven zu einem kleinen Frühstück im Clubheim des Aeroclubs. Die Siegerehrungen sind an beiden Tagen gegen 15.30 Uhr im „Ostfriesischen Hof“ im ortsnahen Horsten vorgesehen. Auch wenn die Siegerehrung in Ostfriesland stattfindet, so bleibt der Kreisverband Wilhelmshaven mit Abbo Georgs an der Spitze federführend und ist somit auch für die Versorgung der Sportler sowie die zahlreich erwarteten Käkler und Mäkler zuständig. Zu deren Information soll auch die fest installierte Lautsprecheranlage genutzt werden. Bei den Jugendlichen und Junioren sind die ostfriesischen Mannschaftsführer Eilert Taddigs und Holger Wilken zuversichtlich, die Erfolge von 2006 in Ardorf wiederholen zu können. Aber auch die ostfriesischen Männer um Tido Kleen geben sich optimistisch, kommt ihnen das Gelände in Bohlenbergerfeld doch entgegen, da dort ein guter Trüll möglich sein sollte und somit nicht unbedingt die geflüchtete Weite entscheiden könnte. Letzte Zweifel, ob die Ostfriesen ihren Rekordhalter Stephan Albarus (106,20 Meter) aufbieten können, wurden gestern aus dem Weg geräumt. Der in Soltau stationierte Berufssoldat aus Norden hat sich gestern Mittag in den Zug gesetzt und die Heimreise angetreten. Der Europameister von 2000 und 2004, der seit zwei Monaten intensiv trainiert und „heiß“ auf den Feldkampf ist, denkt ohnehin über eine gänzliche Rückkehr nach Ostfriesland nach und könnte eventuell in Wittmund stationiert werden.

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 02.01.2009

Feldkampf 2009

Feldschlachten auf dem Segelflugplatz in Bohlenbergerfeld

Samstag Jugend und Junioren im Feld

Sonntag Hauptklasse unterwegs

Jugend:  Revanche für Oldenburg möglich

Junioren:  Ostfriesen eine Bank

Hauptklasse:  Ausgeglichen wie selten zuvor

von gerold meischen

Bohlenbergerfeld. Das kommende Wochenende steht auf dem Segelflugplatz in Bohlenbergerfeld ganz im Zeichen der Feldkämpfer aus Oldenburg und Ostfriesland. In den drei Wertungsklassen Jugend, Junioren und Hauptklasse stehen sich auf beiden Seiten jeweils sieben Feldkämpfer gegenüber und ringen um die prestigeträchtigen Siege. Am Samstag stehen sich ab 09:00 Uhr die beiden Lager im Jugend-Klassement und Junioren-Klassement gegenüber; der Sonntag steht ab 09:00 Uhr ganz im Zeichen des 25. Feldkampfes der Hauptklasse. An beiden Tagen treffen sich die Flüchter mit Feldobmännern, Bahnweisern, Schild- und Mattenträgern, Desselmeistern und allen Helfern zum gemeinsamen Frühstück jeweils um 08:00 Uhr auf dem Segelflugplatz.

Zuvor hatten die Verantwortlichen einige anspruchsvolle Hürden zu überwinden. Das ursprünglich angedachte Feldkampfgelände in der Nähe des Schlosses in Gödens erwies sich bei der Feldbegehung am Donnerstag als weniger geeignet und forderte die Spielleitung zum Umdenken auf. Von den beiden Alternativen Segelflugplatz Bohlenbergerfeld und Feldkampfgelände 2002 in Schweinebrück überzeugte der Segelflugplatz im ersten Anlauf und ließ die Entscheidung zur Verlegung leicht fallen. Besonderen Dank sprachen der Friesische Klootschießerverband e.V. als Veranstalter und der Kreisverband Wilhelmshaven mit dem Vorsitzenden Abbo Georgs an der Spitze der Luftsportgemeinschaft Waterkant-Zetel für die schnelle Bereitschaft zur Überlassung des bestens geeigneten Geländes aus.

Nachdem nun wohl alle Unwägbarkeiten aus dem Weg geräumt scheinen, gilt das Hauptaugenmerk den anstehenden Feldschlachten. Die Feldmannschaften sind nominiert und verzeichnen auf beiden Seiten die jeweils Besten an Bord. Sorgenfalten treibt den Verantwortlichen nur noch die Wetterprognose für beide Wettkampftage auf die Stirn. Temperaturen um  Null Grad sollte der Segelflugplatz gut verkraften können. Aufkommender Schneefall (Samstag) oder gar Regen (Sonntag) könnten aber etliche Striche durch Taktiken ziehen und Prognosen mächtig durcheinander wirbeln sowie Favoritenrollen wechseln lassen. Das ursprünglich geplante Feldkampfgelände hätte den Klootschießern gut zu Gesicht gestanden, dafür aber weniger Trüll zugelassen. Der Segelflugplatz in Bohlenbergerfeld ist das dagegen das ideale Terrain für die Feldflüchter, die mit flach geschossenem Kloot auf ordentliche Trüll-Weiten setzen. Dafür fehlen die manchmal spielentscheidenden natürlichen Hindernisse wie Bäume, Geländeunebenheiten oder Gräben, die gerade für Käkler und Mäkler vielerorts das berühmte "Salz an der Suppe" sind. Sollten hingegen tatsächlich Schnee und Regen einsetzen, ist der Vorteil für die Feldflüchter wieder dahin, müssen dann doch sichere Meter wieder über ordentliche Kloot-Meter erzielt werden.

Jugend: Beim letzten Feldkampf 2006 in Ardorf zog Oldenburg nach hartem Kampf knapp den Kürzeren und will nun die Revanche. Ein Blick auf die beiden Jugendkader offenbart diesmal gute Vorteile auf Oldenburg-Seite. Mit dem amtierenden Jugend-Europameister Timo Petznik (Grabstede) und dem EM-Fünften Manuel Runge (Kreuzmoor) aus dem starken Runge-Friesensport-Familientrio stellt Oldenburg die beiden besten Klootschießer beider Lager, das müssen auch die beiden Besten aus dem Ostfriesland-Lager, Alexander Windt (Utgast) und Henning Eden (Eggelingen), neidlos anerkennen. Mit Dennis Popken (Grabstede), Bernd-Georg Bohlken (Schweinebrück) und dem B-Jugendlichen Sven Büsing (Mentzhausen) im Mittelblock stehen auf Oldenburg-Seite drei weitere exzellente Weitenjäger bereit, deren Klasse nahtlos auf Keno Vogts (Hollwege) und Christian Alberts (Grabstede) fortgeschrieben werden kann. Ostfriesland braucht einen besonders guten Tag - und Vorteile beim Trüllen, um der wurfgewaltigen Oldenburg-Jugend Paroli bieten zu können.

Junioren:  In Ardorf 2006 zogen die Ostfriesland-Junioren den Oldenburgern mit zwei Schoet deutlich das Fell über die Ohren. Auch im neuerlichen Aufeinandertreffen tragen die Sieger von 2006 die Favoritenbürde, angeführt vom amtierenden Standkampf-Europameister Frank Goldenstein (Blomberg). Mit ihm sollen der in den vergangenen Monaten stark aufkommende Roman Wübbenhorst (Dietrichsfeld), der Deutsche Vizemeister im Jugend-Feldkampf 2007, Dennis Goldenstein (Münkeboe), und der bei der Europameisterschaft im Jugendklassement überzeugend aufwerfende Daniel Brungers (Münkeboe), Bronze im Klootschießen sowie Fünfter im Feldkampf, das Fundament für einen erneut überzeugenden Sieg legen. Oldenburg stellt seine beiden EM-Medaillengewinner aus dem Jugendklassement an der Spitze dagegen. Der amtierende Jugend-Feldkampf-Europameister Stefan Runge (Kreuzmoor) und EM-Bronzesieger Hendrik Rüdebusch (Vielstedt-Hude) haben sich auf Anhieb in der Juniorenklasse etabliert und bilden den Grundstock des Oldenburg-Teams. Die beiden Mentzhauser Marcel Brunken (EM-Jugend-Starter 2004) und Tim Wefer (Deutscher Jugend-Feldkampfmeister 2005) verfügen über überregionale Feldkampferfahrung, die Sascha Hemme (Grabstede) und Niklas Wulff (Mentzhausen) sowie der mehrfache Deutsche Meister im Schleuderballweitwurf Christian Runge mit Biss wegmachen. Trotzdem wird es sehr schwer werden für das Oldenburg-Team, die favorisierten Ostfriesen unter Druck zu halten.

Männer:  Beim 24. Vergleich im Januar 2006 in Ardorf war Ostfriesland chancenlos gegen die überlegenen Flüchterleistungen der Oldenburg-Sieben. Feldobmann Tido Kleen hat denn auch nichts unversucht gelassen, um zum neuerlichen Vergleich einen schlagkräftigen Kader auf die Beine zu stellen. Während Oldenburg erneut auf seine Vorzeige-Cracks vieler Feldschlachten setzt, gibt Tido Kleen seinem Team einen neuen Schliff aus erfahrenen Kämpen und forscher Jugend. Die erlesene Titelzahl auf beiden Seiten kann sich sehen lassen. Hier der dreifache Standkampf-Europameister Hans-Georg Bohlken (Schweinebrück) in den Oldenburg-Farben - dort der zweifache Europameister Stefan Albarus (Noord Norden) für die Ostfriesen am Start. Mit dem Europameister von 1996, Detlef Müller (Mentzhausen), und dem Jugend-Europameister von 1992, Thore Fröllje (Grabstede), hat Oldenburg zwei weitere Champions im Köcher - Ostfriesland stellt den amtierenden Europameister Frank Goldenstein (Blomberg) dagegen und hält noch den Europameister von 1974 (!), Siegfried Wilberts (Berumbur), in der Hinterhand. Feldkampfqualitäten bringen der Europameister 2004 Dirk Taddigs (Neuwesteel) sowie die beiden Deutschen Feldkampfmeister Horst Dieling (Münkeboe/2005) und Robert Djuren (Westeraccum/2007) in den Ostfriesenkader. Für Oldenburg blicken Jens Stindt (Spohle), Dirk Schomaker (Fedderwardersiel) und Henning Feyen (Ruttel) bereits auf Feldkampf-Einsätze, während Renko Altona (Schweinebrück), 2006 noch bei den erfolgreichen Ostfriesen-Junioren als Hoffnungsträger unterwegs, erstmals für Oldenburg an den Start geht. Hinter den etablierten Oldenburgern setzt Feldobmann Hinny Harms nun auf Kaderverjüngung und wählt aus den Jugend- und Juniorenkadern seine Kaderergänzungen. Auf der anderen Seite kann Ostfriesland-Feldobmann Tido Kleen erstmals den "Butenostfreesen" Gerd Kleemann einsetzen. Der in den Staaten lebende Großheider verbringt den Jahreswechsel in der Heimat und steht seiner Feldauswahl zur Verfügung. Für ihn müsste Tido Kleen aber wohl mit Robert Djuren oder Karsten Biermann ein Kraftpaket auf die Bank setzen - was bei erhofften exzellenten Trüllbedingungen weniger ratsam wäre. Eine schwierige Entscheidung, dem "Butenostfreesen" einen Einsatz gewähren und dafür einen vielleicht besseren "Trüller" zu opfern? Die Oldenburger wird's nicht scheren, eher die eigene Zuversicht noch weiter anwachsen lassen.

Prognose: Jugend - Unabhängig vom Wetterstand sollte Oldenburg eine Revanche in der Jugendwertung gelingen können, verfügt Oldenburg wohl nicht nur über die besseren Einzelkönner, sondern auch über die breitere Kaderklasse. Ostfriesland braucht optimale Trüll-Bedingungen, um den Oldenburgern Paroli bieten zu können. Junioren - Umgekehrt die Ausgangslage bei den Junioren. Hier hat Ostfriesland mit dem amtierenden Europameister Frank Goldenstein und Roman Wübbenhorst die besseren Karten, die Oldenburg nur mit einer geschlossenen Top-Team-Leistung kompensieren kann. Die Chancen wachsen für Oldenburg im Laufe des Tages, sollten sich die Ostfriesen nicht von Beginn an absetzen können - schwinden aber ebenso wieder, sollte am Nachmittag Schnellfall einsetzen und kaum noch Trüll zulassen. Hauptklasse - Von der Papierform her noch leichte Vorteile für Oldenburg - die Ostfriesland mit jugendlichen Biss kompensieren kann. Sind die Bedingungen für guten Trüll vielversprechend, könnte das Pendel sogar zu Gunsten Ostfriesland ausschlagen und nach 2001 erstmals wieder den Sieg nach Ostfriesland gehen lassen. Dann hätte sich das Ringen für den Segelflugplatz für die Ostfriesen ausgezahlt. Dagegen spricht die Wetterprognose mit einsetzendem Regen - dann ist der Trüll-Vorteil hinfort und das leichte Plus in der Flüchtweite spricht wieder für Oldenburg. Eine Oldenburg-Machtdemonstration wie 2006 in Ardorf steht aber in keinem Fall für die Ostfriesen zu befürchten.

© / Quelle: Ute Draschba / 02.01.2009

Stefan Albarus macht sich auf den Weg

Große Freude über bevorstehenden Feldkampf

Seine Mutter bricht Urlaub ab

von Ute Draschba

Soltau/Norden. Um 12:30 Uhr geht heute, Freitag, 2.1., sein Zug von Soltau Richtung Norden. Stefan Albarus hat seine Sachen gepackt und fiebert jetzt dem bevorstehenden Feldkampf entgegen. "Seit zwei Monaten habe ich mein Trainingspensum ausgebaut und fühle mich bestens in Form", so der Berufssoldat. Nach dem Tod seines Vaters hat seine Heimat Ostfriesland und das Klootschießen einen ganz besonderen Stellenwert in seinem Leben. Deshalb ist der Norder überglücklich, dass es jetzt zum traditionellen Kräftemessen im Feldkampf kommt. "Der Feldkampf muss ein Feldkampf bleiben", so Albarus und spielt damit auf das traditionelle Schießen mit dem ganzen Drumherum wie Anlaufmatte, Klootbrett, Bahnweiser, Mattenträger, Desselmeister und die Käkler und Mäkler an. "Es ist nicht gut, dass wir die Regeln für den uns überlieferten Feldkampf in Frage stellen". Albarus, der Weltrekordler und Bohlken-Bezwinger, spricht sich laut für das Aufmessen der Würfe aus, die seiner Meinung Friesensportgeschichte schreiben. Dabei scheut Albarus auch nicht die Konkurrenz durch Frank Goldenstein, der im Mai 2008 ihm als Europameister nach 2000 und 2004 folgte. Es geht um unsere Tradition, es geht um unser Klootschießen.

Gerne hätte sich Stefan Albarus ein anspruchsvolleres Klootgelände mit gefrorenen Gräben und Feldwegen, die es zu bezwingen heißt, gewünscht. Seine Sorge ist, dass es auf dem Segelflugplatz an der richtigen Feldkampfstimmung mangelt. Dabei meint er weniger die Zuschauer, denn die Anreise und das Verfolgen des Wettkampfgeschehens sind in Bohlenbergerfeld geradezu ideal. Nein, das was Albarus beschreibt ist das Bauchgefühl, als Klootschießer Ostfrieslands Farben zu vertreten. Klirrende Kälte, die Anfeuerungsrufe von Erwin Holzenkämpfer, der beschwörend die Fahne schwenkt. Dann den von Tido Kleen angewärmten Kloot in den Händen, der als Zeichen in die Luft gereckt wird: Der Kloot kommt. Das Geräusch wenn sich die Spikes in die Kokosmatte bohren, locker den Kloot zwischen Daumen und Finger, der beschleunigte Puls, Körperspannung, der kraftvolle Sprung auf das Klootbrett, dann die Befreiung, wie der Kloot in die Luft schießt, das Raunen der Menge, erste Jubelrufe, Erwin Holzenkämpfer winkt zufrieden. Die Schiefertafel verkündet einen gelungenen Wurf, das Klopfen der Stöcke, die anerkennenden Blicke, jetzt ist von der eisigen Kälte nichts mehr zu spüren. 

© / Quelle: Anzeiger Harlingerland / 02.01.2009

Ostfrieslands Flüchter sagen Oldenburgern den Kampf an

25. Klootschießer-Feldkampf: Zuversicht im ostfriesischen Lager ist groß

Utgast/gaw – Die Zuversicht ist groß bei den Ostfriesen nach dem Abschlusstraining am Silvestervormittag auf dem Gerd-Gerdes-Platz in Utgast. „Wir werden gegen Oldenburg gewinnen“, ist sich Feldobmann Tido Kleen vor dem 25. Klootschießer-Feldkampf am Wochenende in Bohlenbergerfeld (Segelflugplatz) sicher. Und er meint damit nicht nur Siege der Jugendlichen und Junioren. Nein, er traut auch den Männern, die vor drei Jahren in Ardorf mit 2 Wurf und 83 Metern eine empfindliche Schlappe hatten einstecken müssen, einen Erfolg über die zuletzt so wurfgewaltigen Oldenburgern mit Flüchtern wie Hans-Georg Bohlken, Thore Fröllje oder Jens Stindt zu. Woher nimmt Kleen seinen Optimismus? Er zählt gleich vier Gründe auf. „Wir haben alle Mann an Bord.“ Das sei vor drei Jahren nicht der Fall gewesen. „Wir haben ein junges, hungriges Team, das sich gut vorbereitet hat.“ Und schließlich: „Die gute Jugendarbeit der vergangenen drei Jahre zahlt sich jetzt aus.“ Das Leistungsgefälle innerhalb des Männerteams liegt bei zwanzig Metern. Während der Europameister im Standkampf, Frank Goldenstein, oder ein Stefan Albarus durchaus mehr als 90 Meter flüchten können, Horst Dieling und Roman Wübbenhorst auf 80 Meter kommen, erreichen die anderen Werfer die 70-Meter-Marke.Ob das reicht, muss sich zeigen. Vor drei Jahren hatten die Oldenburger mehrere Werfer in ihrem Team, die konstant mehr als 80 Meter flüchteten, und damit die Ostfriesen in die Knie zwangen. Einige dieser Werfer seien aber derzeit nicht in Form, weiß Horst Dieling. Er ist überzeugt, diesmal dagegen halten zu können. „Wenn wir einen guten Start erwischen, wird es ein enger Wettkampf“, sagt der 25-Jährige. Sein Rezept für die etwas schwächeren Werfer: „Flach und mit ganz viel Druck flüchten.“ Um auf hart gefrorenem Untergrund möglichst viel Trüll, also das Weiterrollen der Klootkugel zu nutzen. Denn auch diese Meter zählen. Hans-Georg Bohlken brachte es vor drei Jahren auf sage und schreibe 171 Meter, weil der Kloot gar nicht mehr aufhören wollte zu rollen. Auch Roman Wübbenhorst, der 20-Jährige aus Eversmeer boßelt seit dieser Saison für Dietrichsfeld in der Landesliga, gibt sich siegessicher. „Die Junioren müssten den Titel verteidigen.“ Und auch bei den Männern seien die Ostfriesen besser aufgestellt. „Ich glaube wohl, dass wir eine Chance haben.