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ON-Kommentar

Imageschaden für "Gute Hoffnung"

von Wolf-Rüdiger Saathoff

Die Frauen-I-Mannschaft des Boßelvereins "Gute Hoffnung" Pfalzdorf spielt nur noch in der 2. Kreisklasse. Nach der rasanten sportlichen Talfahrt der Vorjahre zog die Vereinsführung im Sommer die Notbremse. Die Mannschaft wurde vom Spielbetrieb der Bezirksklasse abgemeldet, weil sie nicht konkurrenzfähig war. Sie fängt wieder ganz unten an. Dieser Schritt kommt ein Jahr zu spät. Nach dem Abstieg aus der Landesliga war der Verein nicht in der Lage, für die Saison 2007/08 eine bezirksligataugliche Mannschaft zu formieren. Junge Talente und Werferinnen aus der 2. Mannschaft mussten herhalten. Sie wurden nicht selten gedemütigt. 0:36 Zähler und 2:140 Schöt lautete das bittere Ende. Kein Wunder, dass zum Schluss auch die vielversprechenden Nachwuchskräfte die Lust am Boßeln in Pfalzdorf verloren. Sie schlossen sich neuen Vereinen an. Damit hatte sich die einst so erfolgreiche Mannschaft endgültig aufgelöst.

Der Niedergang vollzog sich schleichend. Innerhalb von vier Jahren suchten fast ein Dutzend Werferinnen das Weite. Eine Mischung aus internen Reibereien, persönlichen Tragödien und beruflichen Motiven waren für den Personal-verschleiß verantwortlich. Höhepunkt war der Weggang der Leistungsträgerin Marion Rocker vor zwei Jahren. Sie warf als Mannschafts-führerin das Handtuch. Als Leistungsträgerin der Formation und Vorbild für die jüngeren Werferinnen ist sie vom Vorstand für ihren Weggang kritisiert worden. Zu Recht. Gleichwohl ist sie nicht alleine für das sportliche Aus verantwortlich.

Auch die Vereinsführung trug ihren Teil zum Fiasko bei. Sie setzte zu lange auf die lange Leine, ließ die Frauen mit ihren Problemen alleine gewähren. Der Vorstand reagierte zu spät, um den sportlichen Totalschaden zu verhindern. Der Imageschaden für den Vorzeigeverein ist beträchtlich. Die Pfalzdorfer Frauen werden zukünftig keine Rolle mehr im Ligaspielbetrieb spielen. Die Vereinsführung muss die richtigen Lehren aus dieser Katastrophe ziehen. Gegenwärtig befindet sich die Männer-I-Mannschaft im Umbruch. Routinierte Werfer kommen ins Alter, unerfahrener Nachwuchs rückt nach. Die 1:17-Klatsche des Serienmeisters in Leegmoor zum Saisonbeginn stimmt nachdenklich.

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 07.10..2008

Rocker nicht alleine verantwortlich für Scheitern des Pfalzdorfer Frauenteams

Boßeln: Streit zwischen Walter und Rocker soll intern gelöst werden

FKV-Chef Vogts lobt Arbeit von Walter

von Wolf-Rüdiger Saathoff

Tat sich nach eigenem Bekun-den schwer mit dem Weggang von Pfalzdorf: Marion Rocker - hier beim Championstour-Auf-takt am vergangenen Freitag in Halsbek. Sie wechselte 2006 zur Konkurrenz nach Collrunge und wurde mit dieser Mannschaft in diesem Jahr Meister in der Boßel-Landesliga der Frauen I.

wrs Pfalzdorf. Mit der Überschrift "Pfalzdorf stürzt in die Kreisklasse ab", zeichneten die Ostfriesischen Nachrichten kürzlich den Niedergang der Frauen-I-Mannschaft im Boßeln von "Gute Hoffnung" Pfalzdorf nach. Er sorgte in den vergangenen Tagen für reichlich Gesprächsstoff unter den Friesensportlern. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Kritik von Pfalzdorfs Vorstandsmitglied Frido Walter an Spitzenwerferin Marion Rocker. Sie gab ihr Amt als Mannschaftsführerin der Landesformation auf und wechselte zur Ligakonkurrenz nach Collrunge. Ein Wechsel, der aus Sicht der Pfalzdorfer Vereinsmacher den Niedergang der Mannschaft endgültig besiegelte.

Rocker wollte sich auf ON-Nachfrage zu den Vorwürfen nicht äußern. Ihre Beweggründe für ihr Schweigen sind jedoch im Internet nachzulesen. Im Forum von klv-oldenburg.de erklärte sie: "Ich habe mich aber dazu entschieden, keine Gegendarstellung zu schreiben, da ich nicht möchte, dass am Ende Dinge diskutiert werden, die mit der Sache nichts mehr zu tun haben. Ich weiß, warum ich gegangen bin und wie schwer ich mit damit getan habe. Diejenigen, die mich besser kennen, kennen meine Gründe und wissen, dass mein Herz immer für Pfalzdorf geschlagen hat."

Frido Walter stellte klar, dass er persönlich keine Probleme mit Rocker habe. "Lediglich der Zeitpunkt des Wechsels war unglücklich", sagte Walter. Kein Wunder. Die Mannschaft stieg im ersten Jahr ohne Rocker von der Landesliga in die Bezirksliga ab. In dieser Klasse schloss die personell geschwächte Mannschaft die Saison 2007/08 mit 0:36 Punkten ab. Die Mannschaft wurde aus der Bezirksklasse abgemeldet. Sie startete künftig in der 2. Kreisklasse im Kreisverband Aurich.

Walter unterstrich, dass Rocker nicht alleine für den Niedergang verantwortlich gemacht werden könne. Die Mannschaft habe über die Jahre an Substanz verloren. Die Liste der Abgänge ist lang. Marita Meyer (2003), Helga Heimburg (2004), Edith Reuter (2004), Christa Walter (2005), Gaby Mennen (2005), Edelgard Folkers (2006) oder Sonja Laube (2006) gehörten dazu. In 2007 verließen mit Sarah Walter, Stephanie Walter, Sandra Haase und Ramona Löning weitere Werferinnen die Mannschaft. Auf der Liste der Zugänge standen nicht selten Nachwuchstalente oder Werferinnen aus der 2. Mannschaft. Kräfte, die den Abwärtstrend nicht aufhalten konnten.

Gerold Peters, der 1. Vorsitzende von "Gute Hoffnung", will sich zum Niedergang der Frauenmannschaft und dem Konflikt zwischen dem Vorstandskollegen Walter und der ehemaligen Werferin öffentlich nicht mehr äußern. Das sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung. Wichtig sei, dass wieder Ruhe und Frieden in den Verein einkehrten. Er strebe eine Lösung zwischen den Betroffenen abseits der Öffentlichkeit an.

Auch der Friesische Klootschießer-Verband (FKV) hält sich aus diesem Konflikt heraus. Nach Ansicht von FKV-Chef Jan-Dirk Vogts sei hier der Verein gefordert. "Das ist eine interne Sache von Pfalzdorf und kein Thema für den Verband", sagte der Vorsitzende von knapp 39000 Friesensportlern. Kein Verständnis zeigte Vogts für die im Internetforum anonym geäußerte Kritik an Walters Arbeit als Boßelobmann des Verbandes. "Wenn Kritik an Vorstandsmitgliedern geübt wird, dann Bitteschön auch namentlich. Anonyme Sachen helfen uns nicht weiter." Walter war zum Rücktritt aufgefordert worden, weil er angeblich fehlerhaft gearbeitet habe. Vogts stellte klar: "Frido Walter leistet als Boßelobmann gute Arbeit. Daran gibt es nichts auszusetzen." Der FKV-Chef lobte Walters Engagement. Insbesondere seine Arbeit als Macher des Ranglistenwerfens. Dieser Wettbewerb habe sich etabliert und den Stellenwert des Straßenboßelns enorm erhöht, betonte Vogts.

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten Online / 27.09.2008

Pfalzdorf stürzt in die Kreisklasse ab
Frauen-I-Mannschaft von „Gute Hoffnung“ holte vor drei Jahren noch Vizemeisterschaft in Landesliga

von Wolf-Rüdiger Saathoff

Pfalzdorf. Der Niedergang kam schneller als erwartet. Als Mitte März 2005 die Frauen-I-Mannschaft von „Gute Hoffnung“ Pfalzdorf äußerst knapp die Meisterschaft in der Landesliga verpasste, ahnte niemand, dass diese Mannschaft dreieinhalb Jahre später acht Klassen tiefer um Meter und Schöt spielen würde.
Am vergangenen Wochenende feierte das Frauenensemble einen gelungenen Einstand in der 2. Kreisklasse des Kreisverbandes. Tiefer geht es nicht. “Gute Hoffnung“ setzte sich auf eigener Strecke gegen Simonswolde III mit 5:0 durch. Auf diesen Sieg musste die Mannschaft lange warten. Zum letzten Mal freuten sich die Pfalzdorferinnen am 17. Februar 2007 beim 5:0-Heimsieg gegen Blomberg in der Landesliga über einen Erfolg. Sie stiegen in die Bezirksliga ab. Dort beendeten sie das Gastspiel Ende März 2008 mit 0:36 Zählern. Die Mannschaft hatte in 22 Punktspielen in Folge ausnahmslos Niederlagen eingefahren. Negativrekord mit Folgen. Die Formation brach auseinander. Werferinnen suchten sich im Vorfeld der neuen Saison andere Vereine oder legten die Boßelkugel ganz aus der Hand. Pfalzdorf zog die Notbremse. Die Vereinsführung meldete die Mannschaft vom Spielbetrieb aus der Bezirksklasse ab. Dafür musste der Verein 200 Euro Strafe an den Landesverband Ostfriesland zahlen. Nach Angaben von Vereinschef Gerold Peters drohte das Aus der Mannschaft schon während der laufenden Bezirksligaserie 2007/08. „Viele wollten schon während der abgelaufenen Saison aufhören. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass die Mannschaft bis zum Ende weitermacht“, sagte Peters auf ON-Nachfrage. Nach Saisonende fiel die Formation auseinander. Übrig blieben die Werferinnen, die in den Vorjahren bereits in der Kreisklasse warfen. Dort werden sie in den nächsten Monaten beispielsweise gegen Dietrichsfeld IV, Westerende III oder Fahne II antreten. An die Erfolge der Vergangenheit wird die Mannschaft nicht wieder anknüpfen, glaubt Peters. Mittelfristig sei vielleicht der Aufstieg in die Kreisliga realistisch. Mehr nicht. Auch deshalb, weil aus der eigenen weiblichen Jugend nicht genügend Nachschub zu erwarten sei.
Die Gründe für den Niedergang macht Peters am Innenleben der Mannschaft fest. Es gab Unstimmigkeiten, die für Unruhe im Ensemble sorgten. „Es kochte schon länger“, sagte Peters. Folge: Über die Jahre verließen erfahrene Werferinnen die Mannschaft. Höhepunkt dieser negativen Entwicklung war der Wechsel von Mannschaftsführerin Marion Rocker zum Ligakonkurrenten „Bahn Free“ Collrunge im Sommer 2006. Pfalzdorf schloss die Serie 2006/07 als Schlusslicht mit 4:32 Punkten in der Landesliga ab. Rocker schaffte mit Collrunge Platz drei und holte sich in diesem Jahr mit „Free Bahn“ die Meisterschaft im Oberhaus. Vorstandsmitglied Frido Walter war nicht gut zu sprechen auf Rocker. Sie habe als Leitfigur die Truppe damals im Stich gelassen und den Fall ins Bodenlose beschleunigt, lautete sein Vorwurf. Und weiter: Die Mannschaft habe sich selbst zerschossen. Es fehlte die Eintracht und Geschlossenheit. Rocker war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.