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© / Quelle: NWZ-Online / 05.05..2008

FKV-Werfer überzeugen bei schlechtem Wetter

EUROPAMEISTERSCHAFT Im irischen Cork zeigt besonders der Nachwuchs, dass er zur internationalen Elite gehört

Die Altmeister Bill Daly und Hans-Georg Bohlken lieferten sich ein „Duell der Legenden“.

Stefan Runge war in der Jugend nicht zu schlagen.
von August Hobbie

Christina Damken (Frauen) und Stefan Runge (männl.Jugend) kehren als Feld-kampf-Europameister aus Irland zurück.

CORK - Die Mannschaft des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) bleibt in der Erfolgsspur bei der Boßel-Europameisterschaft in Cork in Irland. Der FKV-Nachwuchs tat sich einmal mehr hervor. Stefan Runge aus Kreuzmoor war im Wettbewerb der männlichen Jugend nicht zu schlagen. Mit einer Gesamtweite von 897,30 Metern bei zehn Wurf sicherte sich der Werfer aus der Wesermarsch den Titel. Hendrik Rüdebusch (Vielstedt-Hude) belegte den dritten Rang (853,30 Meter) vor Timo Petznik (839,90). Der Grabsteder hatte sich bereits am Tag zuvor im Standkampf der Klootschießer den Titel erkämpft. Bei den Männern hatte sich Frank Goldenstein den Titel gesichert.
 

13. EM  -  Feldkampf
03.05.2008 - Rathcoll/Irland
weibliche Jugend
(1) Silke Tulk NKB
(2) Anke Klöpper FKV
(3) Kathrin Blum FKV
männliche Jugend
(1) Stefan Runge FKV
(2) Killian Kingston BC
(3) Hendrik Rüdebusch FKV
Frauen
(1) Christina Damken FKV
(2) Catriona O'Farrell-Kidney BC
(3) Sandra Schimanski FKV
Männer
(1) Philip O'Donovan BC
(2) Dirk Taddigs FKV
(3) Robert Meijer NKB
Team-Europameister
weibl.Jugend FKV
männl.Jugend FKV
Frauen FKV
Männer BC

Bei der weiblichen Jugend war die Niederländerin Silke Tulk (702,30) nicht zu schlagen. Sie setzte sich vor Anke Klöpper (Münkeboe/673,30) und Kathrin Blum (Ostermarsch/ 641,90) durch. Bei den Frauen feierte Christina Damken einen Überraschungssieg. Die Werferin aus Reitland steht im Abiturstress und reiste erst nachträglich an. Doch diese Vorbereitung schlug sich nicht auf die Leistung nieder, denn sie siegte nach einer beeindruckenden Vorstellung mit einer Weite von 655,30 Metern knapp vor der Irin Catriona O'Farrell-Kidney (644,50) und Sandra Schimanski (Schweinebrück/633,35).
An Spannung nicht zu überbieten war der Feldkampf der Männer. Die europäische Elite lieferte sich vor rund 5000 Zuschauern unter schwierigen Bedingungen einen spannenden Wettkampf. Zum Teil starke Regenfälle hatten den lehmhaltigen Untergrund aufgeweicht. Das stellte hohe Anforderungen an die Werfer. Nur ein perfektes Zusammenspiel von Kraft und Technik garantierten weite Würfe. Nahezu optimale Würfe legte der irische Sportler Philip O'Donovan hin, der sich in einem atemberaubenden Finale im alles entscheidenden letzten Wurf gegen den Ostfriesen Dirk Taddigs aus Neuwesteel durchsetze. Lediglich knapp zehn Meter betrug der Vorsprung des Iren, der am Ende offensichtlich die besseren Nerven hatte und eine Gesamtleistung von 933,20 Metern vorweisen konnte. Bill Daly, Irlands große Boßellegende, nahm in der Endabrechnung den sechsten Platz ein (867,20) ein. Daly lieferte sich mit Ex-Europameister Hans-Georg Bohlken (Schweinebrück/857,50) eine spannende Auseinandersetzung.

© / Quelle: Ostfriesischer Kurier / 05.05.2008

Taddigs hält FKV-Fahne hoch

EUROPAMEISTERSCHAFT Neuwesteeler verpasst Titelverteidigung knapp – Iren räumen auf der Straße ab - Ostermarscherin Kathrin Blum erkämpft sich zwei Medaillen.

CORK/BUP – Als Vize-Europameister im Feldkampf hat der Neuwesteeler Dirk Taddigs trotz widriger Witterungsbedingungen auch in Cork seine internationale Klasse unter Beweis gestellt. Bei seinem dritten EM-Medaillengewinn musste der 30-Jährige von „Uitersthörn“ nur dem Iren Philip O’Donovan den Vortritt lassen. Als Dritte im Feldkampf und Vize-Europameisterin im Straßenboßeln trumpfte die Ostermarscher Jugendwerferin Kathrin Blum auf. Marina Kloster-Eden aus Hage schrammte im Feldkampf knapp am Treppchen vorbei.

Beim Straßenboßeln erlebten die Frauen und Männer des Friesischen Klootschießerverbandes gestern die befürchtete Lehrstunde. Die irischen Gastgeber mit dem Europameister David Murphy an der Spitze räumten ab. Mit etwa 7500 Zuschauer blieb die Resonanz hinter den Erwartungen zurück

© / Quelle: Ostfriesischer Kurier / 05.05.2008

Zwischen Abi-Prüfungen Gold in Cork

FELDKAMPF 19-jährige Reitlanderin Christina Damken lässt erfahrene Frauenkonkurrenz hinter sich

Marina Kloster-Eden war im Pech: Gerade einmal 45 Zentimeter fehlten ihr zur Bronzemedaille.

RATHCOOL –Ihr Glücksbringer ist fast zwei Jahre alt und verfolgte in seinem Kinderwagen stolz, wie seine Mama auf der Feldbahn von Rathcool zum großen Wurf ausholte. „Drück mir noch einmal ganz fest die Daumen“, sagte Marina Kloster-Eden zu ihrem Sohn Jonas, schnappte sich die Hollandkugel und schleu­derte sie ein letztes Mal über den rutschigen Lehmboden. Das letzte Quäntchen Glück aber blieb der 30-jährigen Hagerin verwehrt. Zum erhofften Edelmetall 16 Jahre nach ihrem Titelgewinn von Cork fehlten ihr als Vierte gerade einmal 45 Zentimeter. Geschlagen geben musste sich indes auch ihre langjährige Kontrahentin Catriona O’Farrell-Kidney. Vor der Irin und der Schweinebrückerin Sandra Schimanski als Bronzemedaillengewinnerin sorgte die erst 19-jährige Europameisterin Christina Damken im Feldkampf der Frauen für eine Wachablösung.

Zwischen einer Abiturklausur in Erdkunde und dem Üben für die Matheprüfung behielt die Reitlanderin den Kopf frei, um auf Anhieb auch im Frauenlager aufzutrumpfen. Nach ihren zwei Goldmedaillen als Jugendwerferin vor vier Jahren in Westerstede ließ Christina Damken mit 655,30 m die gestandene Frauenelite sicher hinter sich. Vor so viel Klasse zog auch die einstige Titelträgerin Antje Schöttler-Gerjets den Hut: „Gerade aus der Jugend herauszukommen und gleich so einzuschlagen ist sensationell. Da ist noch viel zu erwarten.“ Genau diesen Weg ging einst Marina Kloster-Eden: 1992 trumpfte sie als 17-jährige in Cork mit dem Gewinn ihres ersten von zwei EM-Titeln auf. „Es war schön, hierher zurückzukehren. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen und habe mir einiges vorgenommen“, ging die erfahrene Klootschießerin von „Waterkant“ Theener ihr Comeback in Irland voller Elan an. Nach einem starken Start hakte es zunächst beim dritten Wurf. Die Hagerin bewies ihr großes Kämpferherz und kam mit Macht zurück: Mit dem neunten Versuch lag Marina Kloster-Eden wieder auf Medaillenkurs, doch ihre Kugel traf ausgerechnet ein Loch in der Bahn, was wichtige Meter und am Ende die entscheidenden Zentimeter kostete. Zu diesem Zeitpunkt lag sie hinter Sandra Schimanski (633,35 m) noch auf Platz zwei (632,90 m). Doch es drängten zwei Titelanwärterinnen unbeirrt heran. Nach dem Gewinn der EM-Qualifikation des FKV wollte Christina Damken von einer Favoritenrolle nichts wissen. Ganz nach ihrem Motto „Sport ist Spaß und Leistungsdruck vermiest mir den“ ging sie den hochrangigen Vergleich gegen die Titelinhaberin Catriona O’Farrell-Kidney locker an. Dass ihr die Kugel beim Startwurf wegrutschte und ihr der zweite Versuch zu hoch geriet, konnte die Ol­denburgerin, die wegen Knieproblemen den Standkampf aufgegeben hat, nicht beeindrucken. Die lange führende Irin tat das ebenso wenig. Nach dem siebten Wurf übernahm Christina Dam­ken das Kommando und gab es nicht mehr ab. Den Schlussversuch von Catriona O’Farrell-Kidney und deren Weite von 644,50 m konterte sie mit großer Klasse. Mit 655,30 m eroberte die 19-Jährige den vor vier Jahren verlorenen Titel für den FKV zurück. „Bei den Frauen auf Anhieb gewonnen zu haben, macht mich richtig stolz. Das genieße ich“, freute sich die Europameisterin Christina Damken über ihren Coup.

Beinahe hätte indes eine andere 19-Jährige oben auf dem Treppchen gestanden. Bei strömendem Regen rutschte die Ostermarscherin Annika Noormann wie viele andere Akteure an diesem Tag auf der seifigen Bahn aus. Nach einem guten Wettkampf misslang der frischgebackenen Vize-Europameisterin im Standkampf so der vorletzte Wurf. Mit 623,60 m belegte sie am Ende Platz sechs – da war mehr drin. „Ich bin überglücklich über mein Silber in meiner Lieblingsdisziplin. Im Feldkampf sollen andere gewinnen“, nahm sie ihr Pech sportlich. In den Dienst der Mannschaft stellte sich auch ihre Vereinskameradin Andrea Blonn, die mit 620,40 m direkt hinter Noormann landete. „Ich habe meine Soll erfüllt und meine Paarung gewonnen“, bilanzierte Blonn, die mit dem fehlenden Vorwärtsdrall haderte. Dass die Reepsholterin Michaela Müller nach ihrem völlig verunglückten Schlusswurf auf Platz 13 landete, konnte das insgesamt erneut starke FKV-Frauenteam verkraften – in überlegener Manier setzte die Formation als Europameister ihre Erfolgsserie fort. In der Einzelwertung gab es indes eine Wachablösung. „Natürlich bin ich traurig, denn ich wäre gern vorn dabei gewesen“, bilanzierte Marina Kloster-Eden. Trost fand sie schnell: „Meine Goldmedaille sitzt bei mir im Kinderwagen.“

© / Quelle: Ute Draschba aus Irland / 03.05.2008

EM Bronze für Sandra Schimanski aus Horsten im Feldkampf

Mannschaftsgold für den FKV in der Jugend und bei den Frauen

Stefan Runge und Christina Damken neue Europameister

Titelverteidiger Dirk Taddigs gewinnt Silber im dramatischen Finale

von Ute Draschba aus Irland

Dirk Taddigs lieferte sich einen harten Kampf mit dem Iren Philip O'Donovan und kehrte mit der Silbermedaille aus dem Feld zurück.                         Foto: Ute Draschba

Cork/Friesland. Besser hätte es für Sandra Schimanski aus Horsten am zweiten Wettkampftag bei den Europameisterschaften im Klootschießen und Boßeln im südirischen Cork kaum sein können. Gerade weil der Regen am vergangenen Samstag die Feldbahn bei Millstreet eher in eine Rutschbahn verwandelte. Doch was andere als Handicap sahen wertete die Horsterin bescheiden eher als ihren Bonus, der für Ihre Boßeltechnik sprach. Dabei landete sie als einzige Starterin mit dem Boßelschlag zwischen den versierten Flüchterinnen auf das Siegertreppchen. Selbst die Europameisterin 2000 und Vizeeuropameisterin 2004 Marina Kloster kam bis auf 45 cm nicht an das von Sandra Schimanski mit 10 Wurf vorgelegte Ergebnis von 633,35 heran. Einzig die finalen Paarung mit der Jugendeuropameisterin 2004 Christina Damken aus Reitland und der Europameisterin 2004 Catriona O’Farrell-Kidney (Irland) wurde der Horsterin noch gefährlich. Dabei hatte Youngster Damken vor ihren letzten beiden Würfen einen Vorsprung von gut 10 Meter gegenüber der Irin herausgeworfen, den die Butjadingerin auch über die Ziellinie rettete. Ein großer Erfolg für den Friesischen Klootschießerverband (FKV), denn in der Mannschaftswertung reichte es für Christina Damken (1.), Sandra Schimanski (2.), Marina Kloster (3.), Annika Noormann (6.), Andrea Blonn (7.) und Michaela Müller aus Reepsholt (13.) sogar zum Mannschaftsgold. Zuvor hatten die Ostfriesinnen in der weiblichen Jugend mit Anke Klöpper (2.), Kathrin Blum (3.) und Neele de Boer (5.) ebenfalls Mannschaftsgold erringen können.

Spektakulär war auch das Kräftemessen in der männlichen Jugend. Als Schlusswerfer sicherte sich Stefan Runge aus Kreuzmoor Gold vor Killian Kingston und seinen FKV-Teamkollegen Hendrik Rüdebusch aus Vielstedt-Hude (3./853,30) , Timo Petznik aus Grabstede (4./839,90) und Daniel Brungers (5./810,20). Die Jungs wurden ebenfalls mit Mannschaftsgold belohnt.

Sandra Schimanski setzte sich knapp auf dem Bronzeplatz durch.                  Foto: Ute Draschba

Die Rechnung der Iren und die Prognose von Seamus O’ Tuama in der Tageszeitung Irish Examiner ging in der Männerkonkurrenz auf. Unter spektakulären Bedingungen lieferten sich als letzte Starter die Asse Philip O’Donovan und der Titelverteidiger Dirk Taddigs ein dramatisches Finish. Schon zuvor war abzusehen, dass die FKVer die grandios aufwerfenden Iren auf dem schweren Lehmboden nicht halten konnten. Doch Dirk Taddigs hielt gegen, bis zum vorletzten Wurf führte der Ostfriese angepeitscht von seinem Vater Eilert Taddigs. Doch der Ire schoss seinen achten Wurf flach über das Feld wogegen Dirk Taddigs die Hollandkugel etwas zu hoch flüchtete und festwarf. Am Ende fehlten Taddigs gerade einmal knapp 9 Meter zum Sieg bei einem Gesamtergebnis von 924,25. Bronze ging an die Robert Meijer (Niederlande) mit 890,25. Renko Altona aus Horsten lag lange Zeit mit 847,90 Metern in Führung und landete gleich hinter Hans-Georg Bohlken aus Schweinebrück auf einen hervorragenden zehnten Platz. Mit der Mannschaft siegten somit die Iren vor dem FKV und dem NKB.

Silke Tulk (NKB) holte nach der Bronze-Medaille im Standkampf der weiblichen Jugend den Europa-Titel im Feldkampf.

Stefan Runge (FKV) legte nach der Vizemeisterschaft im Standkampf der männlichen Jugend nach: Jugend-Feldkampf-Europameister.

Nach zwei Jugendtiteln 2004 im Standkampf und Feldkampf holte Christina Damken (FKV) auf Anhieb den Europameistertitel im Frauen-Feldkampf und entthronte Titelverteidigerin Catriona O'Farrell-Kidney.

Philip O'Donovan (BC) nahm für sein Team Revanche am FKV für die 2004 erlittene harsche Feldkampfniederlage, entthronte Europameister Dirk Taddigs (Vizemeister) und setzte sich selbst die Europa-Krone auf.   Fotos: Ute Draschba

 

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 03.05.2008

13. Europameisterschaft

Revanche - Teil 1

Feldkampf / Hollandkugel

weibliche Jugend: FKV mit bestem Team

Silke Tulk legt nach - Anke Klöpper geschlagen

männliche Jugend: FKV setzt sich durch

Stefan Runge nutzt die Chance

Frauen: FKV nicht zu halten

Christina Damken knüpft nahtlos an

Männer: BC nimmt erste Revanche

Philip O'Donovan kontert Dirk Taddigs aus

von Gerold Meischen

Ergebnisquelle:  Karsten Biermann, FKV-Straßenkämpfer, und Ute Draschba "vor Ort"

Cork/Irland. Stand der erste Wettkampftag mit dem Standkampf/Klootschießen erwartungsgemäß ganz im Zeichen des VSHB (weibliche Klassen) und FKV (Männer) mit dem überraschenden Coup von Silke Tulk (Bronze/weibliche Jugend/NKB) als Krönung, so stellte sich der zweite Wettkampftag mit dem Feldkampf/Hollandkugel in Rathcoll, rund 60 km nordwestlich von Cork, schon deutlich ausgeglichener dar. Ließ der gastgebende irische Verband es am ersten Tag mangels echter Siegchancen noch gemächlich angehen, präsentierter er sich am zweiten Wettkampftag deutlich kampfeslustiger und nahm erste Revanche für die harschen Pleiten in der letzten Europameisterschaft 2004 in Westerstede. Neben dem steten Zweikampf des FKV mit dem BC um die Vorherrschaft entwickelt sich Silke Tulk (NKB) langsam zum Schreckgespenst der EM für den FKV. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Standkampf der weiblichen Jugend legte sie ebenso überraschend heute gleich nach, überflügelte Top-Favoritin Anke Klöpper (FKV) und grüsst als neue Europameisterin und Nachfolgerin von Christina Damken (FKV), die vier Jahre nach dem Feld-Titelgewinn auf Anhieb in der Hauptklasse großen Feldkampfsport zeigte und erneut als Europameisterin aus dem Feld zurückkehrte. Konnte Timo Petznik (FKV) sich nach dem gestrigen Einzelerfolg im Standkampf der männlichen Jugend heute nicht durchsetzen (4.), so nutzte Teamkollege und Standkampf-Vizemeister Stefan Runge die Gunst der Stunde und riss den EM-Titel an sich. In der Hauptklasse lieferten sich Titelverteidiger Dirk Taddigs (FKV) und Lokalmatador Philip O'Donovan einen heißen Tanz - mit dem besseren Ende für den Iren.

Einziger Wehrmutstropfen für alle Aktiven, Käkler und Mäkler waren die Kapriolen des Wetters. Regen setzte der Feldkampfbahn zunehmend zu und brachte manch aussichtsreichen Aktiven aus dem Konzept.

weibliche Jugend - FKV-Teilnehmerinnen: Anke Klöpper. Kathrin Blum, Neele de Boer  -  Mit großen Vorschusslorbeeren zog der FKV in den Vergleich mit den konkurrierenden Verbänden um die Feldkampfkrone. Nach dem Doppeltriumph 2004 von Christina Damken im Stand- und Feldkampf zauberte der FKV auf Anhieb eine potentielle Nachfolgerin aus den eigenen Reihen aus dem Hut: Anke Klöpper. In ihrem Wettkampf machte die zielstrebige FKVerin keine gravierende Fehler - und es sollte dennoch nicht ganz reichen. Erneut rief Silke Tulk (NKB) nach dem Bronzesieg im Standkampf eine Top-Leistung zur rechten Zeit ab und katapultierte sich an Anke Klöpper vorbei auf den Feldkampfthron. Hinter Silke Tulk und Anke Klöpper lief Kathrin Blum auf dem Bronzeplatz ein und zeigte sich mit dem Resultat durchaus zufrieden. Das FKV-Trio Anke Klöpper, Kathrin Blum und Neele de Boer sicherte sich dank einer Top-Teamleistung die Team-Meisterschaft. Um ganze 36 cm (!) schrammte Susann Peters (VSHB) an der ersten Medaille für eine holsteiner Feldkämpferin überhaupt vorbei - da war die erste Medaille (Bronze) bei einer Europameisterschaft für ein weibliches VSHB-Team nur schwacher Trost.

Stefan Runge ist nach zwei Wettkämpfen der erfolgreichste "Einzelkämpfer" mit dem Vize-Titel im Standkampf und dem heutigen Feldkampf-Titel.

männliche Jugend - FKV-Teilnehmer: Timo Petznik, Stefan Runge, Hendrik Rüdebusch, Daniel Brungers  -  Die Strapazen aus dem Standkampf-Titelgewinn hatte Europameister Timo Petznik (FKV) wohl doch nicht binnen 12 Stunden kompensieren können - aus der anvisierten zweiten EM-Medaille wurde es nichts und der frischgebackene Standkampf-Europameister schrammte auf dem vierten Rang knapp daran vorbei. In die sich bietende Bresche sprang Teamkollege Stefan Runge (FRW) eindrucksvoll hinein und holte nach der gestrigen Standkampf-Vizemeisterschaft heute den Feldkampf-Europatitel für sich und den FKV. Für den Titelgewinn musste er ungeachtet der gestrigen Top-Leistungen mächtig kämpfen, machte sich doch mit Killian Kingston ein irischer Konkurrent auf, Nachfolger von Jugend-Europameister Seamus Sexton (BC) zu werden. Hinter dem Führungsduo legte Hendrik Rüdebusch (FKV) einen unerwartet starken Wettkampf hin und ging als Bronzesieger ins Ziel. Planmäßig sollte er mit einem guten Resultat das FKV-Quartett zum Team-Titel führen. Das nun sogar eine Einzelmedaille heraussprang, hatte er im Vorfeld selbst wohl nicht für möglich gehalten. Daniel Brungers konnte nach seiner Bronzemedaille im Standkampf heute ähnlich Timo Petznik nicht wieder an seine Top-Leistungen anschließen und lief auf dem fünften Tagesrang ein. Timo Petznik bietet sich nun im Straßenkampf am Sonntag noch die Möglichkeit, sein Medaillenkonto weiter aufzufüllen.

Christina Damken schob dem Jugend-Feldkampftitel 2004 den Frauen-Titel 2008 nach und entthronte Catriona O'Farrell-Kidney.

Frauen - FKV-Teilnehmerinnen: Christina Damken, Marina Kloster-Eden, Sandra Schimanski, Michaela Müller, Andrea Blonn, Annika Noormann  -  Titelverteidigerin Catriona O'Farrell-Kidney (BC) zog erneut als Top-Favoritin ins Feld. Der FKV stellte die Jugend-Europameisterin 2004, Christina Damken, mit Erfolg dagegen. Die Doppel-Europameister von 2004 (Stand- und Feldkampf) hat den Sprung in die Hauptklasse "Frauen" auf Anhieb mit Bravour gemeistert und bereits in der Qualifikation ihre Extraklasse unter Beweis gestellt. Im Vergleich mit der nun entthronten Europameisterin nahm sie der Gegnerin am Ziel gute elf Meter für den Titelgewinn ab. Catriona O'Farrell-Kidney ihrerseits lag am Ende elf Meter vor der Dritten, Sandra Schimanski (FKV). Die Dritte war überglücklich ob des Medaillengewinns, haderte sie doch zuvor mit dem gestrigen Missgeschick, als ihr im Standkampf in aussichtsreicher Position wie schon 2004 ein Wurf zu kurz geriet und sie erneut knapp an einer Medaille vorbeischrammte. Mit der gewonnenen Feldkampfmedaille zieht sie nun mit Zuversicht in den morgigen Straßenkampf - dort werden auch die frisch gekürte Feldkampf-Europameister Christina Damken und Vizemeisterin Catriona O'Farrell-Kidney wieder auf sie warten. Der zweifachen Feldkampf-Europameisterin und Vize-Europameisterin 2004 Marina Kloster-Eden (FKV) fehlten am Ende ganze 46 cm (!) auf Sandra Schimanski für den vierten Einzel-Medaillengewinn ihrer EM-Karriere - da war der erneute Team-Titelgewinn nur bedingt Trost. Heinke Seider (VSHB) liefert als Fünfte das beste Tagesergebnis für die Holsteiner ab und legte zugleich den Grundstein für die Team-Silbermedaille für das VSHB-Team. Annika Noormann und Andrea Blonn (beide FKV) konnten aus den gestrigen Medaillengewinnen im Standkampf (Silber/Bronze) keine zusätzliche Kraft ziehen und liefen als Sechste und Siebte ins Ziel ein - mit guten Tageswerten für das Team-Gold. Richelle Yland (NKB) beendete als beste Holländerin als Neunte das Tagesgeschehen und konnte sich am Ende über Team-Bronze freuen. Der gastgebende BC blieb mit Ausnahme der Vizemeisterin Catriona O'Farrell-Kidney insgesamt blass und erreichte keine Teammedaille.

Dirk Taddigs sicherte sich mit den heutigen Vizetitel hinter Meister Philip O'Donovan (BC) bereits seine vierte EM-Medaille seiner Karriere.

Männer - FKV-Teilnehmer: Hans-Georg Bohlken, Henning Feyen, Renko Altona, Udo Kamps, Hans-Jürgen Fleßner, Robert Djuren, Jens Stindt, Horst Dieling, Frank Goldenstein, Dirk Taddigs  -  Der Stachel der harschen Niederlagen im Feld und auf der Straße bei der Europameisterschaft 2004 in Westerstede saß tief im Lager der Iren - der Ruf nach Revanche machte die Runde. Die Verantwortlichen im irischen Verband ließen denn auch nichts unversucht, keine gegen die Konkurrenz schlagkräftiges Team mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung an den Tag zu bringen. Team-Kapitän Christy Mullins führte denn auch namhafte Cracks von Boßellegende Bill Daly bis Jugend-Europameister 2004, Seamus Sexton jun., ins Feld - mit Erfolg. Der Titelverteidiger FKV mit seinem Einzelsieger 2004 Dirk Taddigs an der Spitze lieferte einen ordentlichen Feldkampf ab, musste sich aber am Ende deutlich den Gastgebern geschlagen geben. Im Einzelvergleich konnte mehrfach-"King" Philip O'Donovan den Europameistertitel für sich gewinnen und Titelverteidiger Dirk Taddigs auf den Vize-Titel schieben - ein dennoch überzeugendes Ergebnis des Titelverteidigers. Sein Rückstand auf O'Donovan war am Ende mit gerade einmal knappen neun Metern erträglich. Um die Bronzemedaille entwickelte sich ein teaminternes Duell im NKB-Team zwischen Vizeeuropameister 2004 Mark oude Luttikhuis und dem Europameister 2000 Robert Meijer - mit dem besseren Ende für Robert Meijer auf dem Bronzeplatz. Betrug der Vorsprung am Ende für Meijer gegenüber Luttikhuis noch "respektable" 13 Meter, ging es dahinter deutlich enger zu. Die beiden Alt-Cracks Christy Mullins (BC/5 EM-Medaillen) und Bill Daly (BC/5 EM-Medaillen, darunter zwei Feld- und einen Straßentitel) folgten im Fünf-Meter-Abstand auf den nächsten Plätzen. Horst Dieling (FKV) hielt lange Zeit die Führung und war am Ende mit dem siebten Rang hinter den beiden Altmeisters nicht unzufrieden. Hans-Georg Bohlken (FKV) ging als Drittbester seines Teams hinter Edmund Sexten (BC) als neunter ins Ziel und erkannte in seiner Funktion als FKV-Feldobmann spätestens jetzt, dass es mit einer erfolgreichen Verteidigung des Mannschaftstitels nichts werden würde. Als Vierter der teaminternen Wertung legte Renko Altona (FKV/10.) einen überzeugenden Feldkampf hin und ließ dabei etliche Top-Werfer aus dem eigenen Kader hinter sich. Dem FKV-Team fehlte es diesmal an mannschaftliche Ergebnis-Geschlossenheit - zu groß der Abstand zu den vorderen Plätzen in der Gesamtwertung und im eigenen Team. Konnte man die Platzierungen von Jens Stindt und Frank Goldenstein nach dem schweren Standkampf-Fight des Vortages noch gut einordnen, so war die desolate Leistung einiger anderer vermeintlicher Team-Leistungsträger nicht nachzuvollziehen. So waren denn am Ende die gastgebenden Iren ob der geglückten ersten Revanche vollauf zufrieden - und prophezeiten für den finalen Straßenkampf am Sonntag ein Nachlegen.

13. Europameisterschaft der Verbände ...

IBA - International Bowlplaying Association (Dachverband)
BC - Bol Chumann na hÉireann (Irland)
FKV - Friesischer Klootschießerverband e.V. (Deutschland)
VSHB - Verband Schleswig-Holsteinischer Boßler (Deutschland)
NKB - Nederlandse Klootschieters Bonden (Holland)
ABIS - Associazione Boccetta Italiana su Strada (Italien)