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© / Quelle: Ostfriesischer Kurier / 20.02.2008

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Iren feilen mit Macht an Revanche

Friesensport  Sogar im Standkampf rechnen sich EM-Gastgeber Chancen aus

FKV-Chef: „Die Bowlplayer wollen in Cork das Sprungbrett nutzen.“

Von Bernhard Uphoff

Berumerfehn/bup – Die Schmach von Westerstede schmerzt noch immer. Bei den Europameisterschaften der Friesensportler 2004 im Ammerland kassierten die so erfolgsverwöhnten „Bowlplayer“ aus Irland beim Boßeln eine derbe Pleite. Als sie in allen vier Wettbewerben ihrer Paradedisziplin geschlagen wurden und ohne Goldmedaille die Heimreise auf die Grüne Insel antreten mussten, gab es in der Heimat den nächsten Nackenschlag: „Damals war in den irischen Zeitungen zu lesen, die ’Bowlplayer’ hätten ’dark roses’ mitgebracht“, erinnert sich Jan-Dirk Vogts, der Vorsitzende des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV). Statt dunkler Rosen soll es bei der 13. EM Anfang Mai in Cork wieder glänzendes Edelmetall für die stolzen Gastgeber um die Legende Bill Daly geben – und das sogar im Standkampf.

Diesmal wollen es die Iren wissen und dem großen Rivalen FKV auch in seiner Paradedisziplin das Wasser abgraben. Dabei werden von ihnen alle Möglichkeiten genutzt und sogar ein einstiger Gegner als Ratgeber eingespannt. Die auf der Straße mit der Eisenkugel so spektakulär auftretenden „Bowlplayer“ sind beim Europameister Hans-Georg Bohlken aus Ruttel in die Klootschießer-Lehre gegangen. Jetzt wurde der oldenburgische Ausnahmewerfer zum zweiten Mal nach Irland eingeladen. Was er da zu sehen bekam, erstaunte auch Vogts.

„Wir sollten uns Anfang Mai nicht wundern, wenn zwei oder drei irische Werfer beim Standkampf Versuche von über 80 Metern zeigen. Das Klootschießen wird von ihnen inzwischen sehr ernst genommen“, prophezeit der Verbandsvorsitzende. Anfänge in diese Richtung liegen schon weit zurück. Bereits bei der EM 1988 maßen irische Offizielle das Sprungbrett bei den Wettkämpfen im Norder Jahnstadion aus. 20 Jahre später packen die Iren richtig an: „Sie verfügen mittlerweile über eine komplette Ausstattung mit Sprungbrettern, Matten und Kugeln. Und das wird auch genutzt. Die Iren wollen übers Sprungbrett“, erklärt Vogts. Bislang wird das Hilfsmittel nach vielen Jahren technischer Schulung allein von den besten Aktiven aus Ostfriesland und Oldenburg optimal eingesetzt. Die Schleswig-Holsteiner, als der bisherige Hauptrivale des FKV im Standkampf, kommen bei ihrer Drehwurftechnik ohne aus. Für die Holländer ist der Standkampf als EM-Auftakt am 2. Mai nur ein lockeres Aufwärmen. Diese Einstellung ist bei den Iren abgehakt. In Westerstede gelang es bereits ihrem Jugendwerfer James O’Donovan, mit einem Höchstwurf von 72,40 m und Platz fünf in der Gesamtwertung zu gefallen. Bei ihrem Heimspiel erwartet Vogts, dass die ehrgeizigen Iren ihre Medaillenjagd in allen drei EM-Disziplinen forcieren.

Beim Straßenwettkampf, den die „Bowlplayer“ 1992 in Cork bei der Mannschaftswertung überraschend an die FKV-Männer abgeben mussten, treten die Iren schon angesichts ihres Heimvorteils als Favoriten an. „Da hat der Verband an entscheidenden Stellen seine Leute, um die EM-Straße zum Training sperren zu lassen“, weiß der FKV-Vorsitzende um wichtige Pluspunkte. Neben der 800 Gramm schweren Eisenkugel beim Boßeln können Daly und Co. allerdings auch mit der weitaus leichten Hollandkugel beim Feldkampf, der dritten EM-Disziplin, umgehen. Auch da berichtete Bohlken Beeindruckendes: „Beim Trainingswerfen am Strand hat der beste Ire fast 200 Meter geworfen“, so Vogts.