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©/ Quelle: Anzeiger Harlingerland Online / 05.01.2008 Klootschießer Ein Kommentar von Helmut Burmann Mist, dachte ich vor ein paar Tagen, als der Wetterbericht Frost voraussagte. "So' Schiet" - droht uns jetzt etwa ein Klootschießer-Feldkampf? Morgens um 8:30 in Eisenkälte irgendwo auf einem Acker stehen, alte Rituale über sich ergehen lassen, um dann stundenlang etliche Kilometer zu Fuß abzugrasen und am Ende völlig erledigt vom warmen Wohnzimmer und dem gemütlichen Sofa zu träumen? Doch das Sofa muss im Falle eines Schreiberlings ja noch warten - erst die Arbeit (Berichterstattung), dann das Vergnügen. Von Letzterem kann in aller Regel kaum mehr die Rede sein, denn so ein Feldkampf hat es auch für einen Berichterstatter einfach in sich. Und deshalb bangt man schon, wenn es im Winter friert: Bitte kein Feldkampfwetter! Aber warum eigentlich nicht? Als ich eines Nachts im Bett lag und nicht schlagen konnte, dachte ich über die zahlreichen Klootschießer-Länderkämpfe zwischen Ostfriesland und Oldenburg nach, die ich während meiner über 30-jährigen Dienstzeit erlebt habe. Dabei kamen mit sehr viele Erinnerungen an Erlebnisse und vor allem tolle Menschen, die ich sonst mit Sicherheit nicht gehabt hätte. Die möchte ich um keinen Preis missen. Einige dieser "Klootschießer-Originale" sind im letzten Jahr von uns gegangen - um nur drei zu nennen: Siemen "Kloot" Denkena, Theodor Wilbers und der Oldenburger Berend-Georg Tapkenhinrichs. Sie waren Urgesteine des Klootschießens und ohne sie wird einfach etwas fehlen. Und dennoch, wie man doch neudeutsch so schön sagt: the show must go on! Das soll heißen, dass die Klootschießer alles daran setzen müssen, bei geeigneten Witterungsbedingungen wieder nach jahrelanger Abstinenz einen Klootschießer-Feldkampf auf die Beine zu stellen - trotz Terminnot angesichts der bevorstehenden Europameisterschaft. Das sind sie nicht nur ihrem traditionsreichen Sport schuldig, sondern auch den Menschen, die sich ein Leben lang dafür eingesetzt haben, und den anderen, die es noch immer tun. |
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