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© / Quelle: Ostfriesischer Kurier / 21.11.2007 bereitgestellt durch Bernhard Uphoff
EM 2008 in Cork kann kommen FRIESENSPORT Irische Gastgeber erfüllen die Wünsche von Verbandschef Jan-Dirk VogtsDer Mini-Verband um Präsidentin Susan Greene legt sich ins Zeug – auch bei der Sicherheit.
NORDEN/BUP – Die Experten geben Entwarnung: Einem reibungslosen Ablauf der internationalen Friesensport-Meisterschaften 2008 in Cork steht allem Anschein nach nichts mehr im Wege. Jan-Dirk Vogts, der Vorsitzende des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV), und sein Geschäftsführer Peter Brauer haben bei einem dreitägigen Irland-Besuch alle bisherigen Ungereimtheiten ausgeräumt: „Wir sind mit einem unguten Gefühl losgefahren und sind vor Ort mehr als angenehm überrascht worden. Die Bereisung ist äußert positiv verlaufen“, blickt der Verbandschef der Ostfriesen und Oldenburger optimistisch auf die in fünf Monaten anstehenden Europameisterschaften. Fragen zu Sicherheitsrisiken und den Wettkampfstätten wurden zur Zufriedenheit der beiden kritischen FKV-Spitzenfunktionäre beantwortet. Die Bilanz passt: „Die Iren um ihre Präsidentin Susan Greene sind sehr bemüht. Unsere Befürchtungen haben sich zerstreut“, atmete Vogts auf. Bei groben Verstößen hatte der Verbandschef aus dem Ammerland sogar einen Wettkampfboykott ins Spiel gebracht. All das ist kein Thema mehr. Die irischen Ausrichter der 13. EM der Klootschießer und Boßler seit 1969 haben die Vorschläge ihrer Gäste beherzigt. Das gute Arbeitsklima zwischen den Verbänden führte schließlich zu fruchtbaren Gesprächen. Dass der Goliath FKV mit 40000 Mitgliedern im Rücken dem irischen David mit seinen 3000 „Bowlplayern“ die Hand gereicht hat, wurde dankend angenommen. Die Ergebnisse können sich nach Darstellung von Vogts sehen lassen. Erste von drei Disziplinen der viertägigen Veranstaltung ist am 2. Mai 2008 der Standkampf der Klootschießer. Dabei gibt es kein Wiedersehen mit dem Stadion der EM von 1992, das ohne Parkplätze und sanitäre Anlagen den Ansprüchen nicht mehr standhielt. Die „Flüchter“ ziehen um in die moderne Arena des Gaelic Football-Clubs „Nemo Rangers“ in Douglas. Hier stehen fünf Sportplätze von je 150 Metern Länge und 90 Metern Breite zur Verfügung. Mit Vereinsheim, Fitnessraum und Tribüne genügt die Anlage modernen Anforderungen: „Das hat Zweitliga-Niveau“, freut sich Vogts über den Zuschlag. Im Gespräch mit dem „Rangers“-Präsidenten über den hohen Stellenwert der Friesensport-EM ebnete er den Weg. Die 1500 Meter lange und etwa 40 Meter breite Bahn für den Feldkampf mit der Hollandkugel in Millstreet Rathcoll, das bereits Schauplatz eines europäischen Songwettbewerbs war, befindet sich in Arbeit. Nach einem 470 Meter langen Segelflugplatz werden die Klootschießer nach einem leichten Linksschwenk auf ein Ackergelände geführt, das eingesät wird. Vor den Wettkämpfen soll entsprechend gemäht und gewalzt werden. Für Zuschauer soll genügend Raum vorhanden sein. Der feste Kleiboden bietet optimale Bedingungen: „Das Gelände ist idyllisch am Fluss Black Water gelegen. Wenn die Iren das hinbekommen, kann es besser nicht sein“, sagt Vogts. Die Bahn von Apen, die Schauplatz der jüngsten EM 2004 in Westerstede war, könne dem aktuellen Vergleich mit Cork nicht standhalten. Absoluter Höhepunkt wird das finale Straßenboßeln. In ihrer Paradedisziplin, dem „Bowlplaying“ mit der Eisenkugel, wollen die irischen Gastgeber die Pleite von Westerstede vergessen machen. Die acht Meter breite, kurvige und leicht ansteigende Straße in Balineen, die in Richtung der Boßlerhochburg Bandon beworfen wird, wird dicht bevölkert sein: „Die Iren hoffen, dass nur 10000 Zuschauer kommen werden“, sagt Vogts und spricht damit ein Sicherheitsrisiko an. Die boßelbegeisterten Iren sind in Bezug auf das 800 Gramm schwere Stahlgeschoss sehr sorglos und lassen den Werfern in der Regel nur eine schmale Gasse. Vogts machte unmissverständlich deutlich, dass ein Unfall die Wettbewerbe nachhaltig überschatten würde. Seine Sorge wurde angesichts eines breiten Seitenraumes gemildert. Auf Diskussionen ließ sich der FKV-Chef gar nicht erst ein: „Uns sind auch andere Strecken gezeigt worden, die von Steinwällen gesäumt waren. Da haben wir gleich abgewinkt.“ Erforderliche „Fluchtwege“ waren dort nicht vorhanden. Untergebracht ist der 105-köpfige FKV-Tross mit Funktionären, Aktiven und Begleitern in zwei Hotels im 2000-Seelen-Ort Macroon, in denen Schwimmbad, Sauna und Konferenzräume genutzt werden können. Etwa 30 Kilometer liegen die Wettkampforte jeweils entfernt. Einer freut sich besonders auf ein Wiedersehen: Vogts und Brauer besuchten die irische Legende Mick Barry. Der 88-Jährige, unter anderem achtfacher „King of the Road“, schlug 1974 in Jever Martin Siefken im Feldkampf. Solche schönen Erinnerungen soll auch Cork 2008 den aktuellen Spitzenkönnern bringen.
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