© / Quelle: NWZ-Online / 05.08.2007

Jenny Vägel ist bei der Championstour mit dabei

BOßELN  Drittes und letztes Werfen für Seiteneinsteiger beendet

Marcel Brunken stürzt doch noch ab

ARDORF - Beim so genannten Seiteneinstieg zur Championstour des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) stand das dritte und letzte Werfen für die Boßler in Ardorf an. Hier war Nervenstärke gefragt, um in die begehrte „Fahrkarte“ für den Einzug in die Championstour zu gewinnen. Zwölf Jugendliche, sechs Frauen und neun Männer konnten noch auf den Zug Championstour aufspringen, um danach in der Tour die Qualifikation für die Europameisterschaft 2008 in Irland zu schaffen. Bei den Frauen waren noch 18 Werferinnen startberechtigt. Jenny Vägel (BV Moorriem) konnte den „Platz an der Sonne“ mit Rang acht in der Tageswertung (1305 Meter) verteidigen. Ihr Vorsprung vor dem ersten Nichtqualifikationsplatz betrug 194 Meter. Sandra Gerken (Kreuzmoor), Zehnte mit 112 Meter Rückstand nach dem zweiten Durchgang trat nicht mehr an. Die Reihenfolge der Qualifizierten: 1. Jenny Vägel (Moorriem, 4197 m nach dem dritten Werfen), 2. Angela Koskowski (Norden, 4173), 3. Tanja Blonn (Ostermarsch, 4162), 4. Heike de Buhr (Ihlowerfehn, 4080), 5. Margret Schöttler (Reepsholt, 4006), 6. Silke Mannott (Ruttel, 4006). Christina Damken (Reitland), Neunte der Championstour 2007, und Sandra von Häfen (Kreuzmoor), Dritte der Landesmeisterschaft 2007 mit der Eisenkugel, waren zuvor schon für das 36-köpfige Feld qualifiziert. Bei den Männern landete der Führende Harm Weinstock (Rahe) mit Platz 16 in der Tageswertung und 1674 Metern in der Gesamtwertung auf Rang drei. Tagessieger wurde Ralf Look (Großheide, 2027). Nach dem zweiten Werfen fehlte Marcel Brunken (Mentzhausen) nur ein Meter zum Qualifikationsplatz. Doch in Runde drei lief bei Brunken nichts mehr. 1392 Meter bedeuteten Rang 28 in der Tageswertung und der Absturz auf Rang 20 in der Gesamtwertung. Am Ende fehlten 411 Meter zur Qualifikation. Aus den Kreisverbänden Butjadingen und Stadland haben den Startplatz Championstour mit 39 Werfern Thomas Höpken (Waddens), Landesmeister mit der Gummikugel, Michael Hülstede (Reitland) Vize-Landesmeister mit der Gummikugel, Matthias Gerken (Kreuzmoor), Dritter bei der Landesmeisterschaft mit der Holzkugel, sowie bei der A-Jugend der FKV-Meister mit der Holzkugel Stefan Runge erreicht. Die FKV-Meister bei der männlichen und weiblichen A-Jugend besitzen auch das Startrecht für die Championstour. Da in dieser Saison aber auch die Championstour für die Jugendlichen ansteht wegen der Qualifikation für die Europameisterschaften in Irland, die von Donnerstag bis Sonntag, 1. bis 4. Mai, stattfinden, dürfte wohl auf das Doppelstartrecht bei den Erwachsenen verzichtet werden. Bei der weiblichen Jugend ist Anke Klöpper (Münkeboe) eine Klasse für sich. Sie gewann alle drei Tageswertungen. Ihr Vorsprung auf den ersten Nichtqualifikationsplatz betrug 946 Meter. Aus dem Kreisgebiet ist keine Jugendliche bei der Championstour vertreten.
 

ChampTour-Qualifikation
weibliche Jugend
Tages-Top5
Anke Klöpper  1.655
Fenja Frerichs 1.492
Ann-Kristin Peters 1.406
Imke Pupkes 1.322
Mareike Aper 1.304
Champtour-Teilnahmer
Anke Klöpper  4.562
Fenja Frerichs 4.356
Anika Bödecker 3.942
Ann-Kristin Peters 3.894
Mareike Aper 3.877
Sabrina Hinrichs 3.858
Lena Wichmann 3.830
Sarah Wienekamp 3.804
Kathrin Blum 3.758
Christina Harberts 3.758
Kathrin Harms 3.703
Bianca Blum 3.627
männliche Jugend
Tages-Top5
Timo Petznik 1.911
Simon Quathamer 1.701
Henning Eisenhauer 1.680
Bernd-Georg Bohlken 1.664
Andre Feyen  1.624
Champtour-Teilnahmer
Timo Petznik 5.398
Henning Eisenhauer 5.097
Lars Wagner 4.997
Bernd-Georg Bohlken 4.932
Hauke Karsjens 4.783
Jan Galts 4.746
Ralf Hinrichs 4.716
Simon Quathamer 4.683
Andre Feyen  4.675
Jens Henkel 4.608
Dirk Meinjohanns 4.592
Florian Peters 4.558
Frauen
Tages-Top5
Silke Mannott 1.524
Heike de Buhr 1.438
Christine Janßen 1.425
Angela Koskowski 1.418
Svenja Andreesen 1.332
Champtour-Teilnahmer
Jenny Vägel 4.197
Angela Koskowski 4.173
Tanja Blonn 4.162
Heike de Buhr 4.080
Margret Schöttler 4.006
Silke Mannott 4.006
Männer
Tages-Top5
Ralf Look 2.027
Peter Djuren 1.989
Thomas Erdmann 1.970
Matthias Rahmann 1.936
Bernhard Garrels 1.890
Champtour-Teilnahmer
Thomas Erdmann 5.848
Ralf Look 5.840
Harm Weinstock 5.681
Peter Djuren 5.603
Wilfried Müller 5.572
Thore Frölje 5.531
Johann Dirks 5.449
Dieter Henkel 5.443
Udo Kamps 5.411

Timo Petznik (Grabstede) war bei der männlichen Jugend der Superwerfer mit drei Tagessiegen. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf den ersten Nichtqualifikationsplatz betrug deutliche 869 Meter. Aus dem Kreisgebiet hat sich über die FKV-Meisterschaft (Holzkugel) Stefan Runge (Kreuzmoor) für die Championstour bereits qualifiziert. Runge wird sich dann wohl bei der männlichen Jugend versuchen, den Weg nach Irland zu finden.

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 21.07.2007

Vor-Qualifikation Championstour

Finaler Durchgang in Ardorf

Sieger des Ardorfer Qualifikationsmarathon stehen fest

Hauptklasse: Thomas Erdmann (Westeraccum) und Jenny Vägel (Moorriem) am besten

Jugend: Timo Petznik (Grabstede) und Anke Klöpper (Münkeboe/M.) eine Klasse für sich

von Ute Draschba

Anke Klöpper (Münkeboe/weibliche Jugend), Jenny Vägel (Moorriem/Frauen), Timo Petznik (Grabstede/männliche Jugend) und Thomas Erdmann (Westeraccum/Männer) entschieden die Vor-Qualifikation zur Championstour 2007/2008 für sich.

Ardorf. Der Ardorfer Qualifikationsmarathon für den Einzug in die Boßel Championstour hat am letzten Sonntag (21.07. ) nach dem dritten Werfen seine Sieger gefunden. Von den über 400 Startern qualifizierten sich die besten 9 Männer, 6 Frauen und jeweils 12 weibliche und männliche Jugend, um an den Ausscheidungswerfen für die Europameisterschaft im nächsten Frühjahr in Irland teilzunehmen. Die überragenden Stars waren die B-Jugendlichen Anke Klöpper aus Münkeboe-Moorhusen und Timo Petznik aus Grabstede. Dabei schaffte Anke Klöpper sogar das Novum, die gesamte Frauenkonkurrenz mit einem Gesamtergebnis von 4.562 Metern nach drei Wertungen und Streckenrekord von 1.655 Metern in den Schatten zu stellen. Timo Petznik sicherte sich gleich zwei Mal den Tagessieg (1.937/1.911) und blieb einzig in der zweiten Runde mit Platz 11 (1.550) hinter seinen Erwartungen. Von Anfang an gab Jenny Vägel aus Moorriem in der Frauenkonkurrenz als Eisenexpertin den Ton an. Nach zwei ersten Plätzen (1.470/1.422) reichte am letzten Tag ein achter Platz (1.305) um als Führende wieder in die Championstour einzuziehen. Mit konstanten Leistungen (9./2/3.) schoss sich Thomas Erdmann mit dem Flüchterschlag an die Spitze. Selbst mit schlimmen Blessuren nach einem schweren Sturz bei seinem Startwurf in der zweiten Runde katapultierte er den Eisenkloot auf 2.031 Metern. Bei den Schweinebrück-Startern in der Hauptklasse lagen Freud und Leid dicht beieinander. Während Udo Kamps im letzten Moment mit sechs Metern Vorsprung aus drei Runden vor Stefan Janssen (Noord Norden) noch in die Championstour schlüpfte, musste sich Sabine Buss im letzten Moment von den metergleichen Margret Schöttler und Silke Mannott um ganze drei Meter aus der Championstour drängen lassen.

Eine perfekte Veranstaltung, die die Handschrift des Organisationsprofis Rainer Behrends trägt. Der ostfriesische Boßelobmann agierte mit großem Gespür für die Aktiven und wurde von den FKV Frauenwartinnen Elfriede Behrends und Elke Behrends bestens unterstützt. Für das nötige Flair auf dieser Mammut-Veranstaltung sorgten die Ardorfer um Johann Schoon.

Männer:  Harm Weinstock aus Rahe (2.045/1.962/1.674) gab nach den ersten zwei Werfen den Ton an. In der dritten und letzten Qualifikation agierte der Ostfriese etwas zu halbherzig und landete nur auf Platz 16. Dennoch reichte es in der Gesamtwertung zu einem hervorragenden dritten Platz. In der letzten Runde (8. 1853/5. 1960/1. 2027) dominierte Ralf Look aus Großheide, der auch schon im letzten EM-Aufgebot 2004 in Westerstede stand. Der Großheider verbesserte sich damit auf Platz zwei. Mit Streckenrekord (2.055)überzeugte Johann Dirks aus Wiesede. Nachdem er Anfangs von Platz 40 gestartet war landete er am Ende auf Platz sieben. Mit konstanten Leistungen (9. 1847/2. 2031/3. 1970) setzte sich Thomas Erdmann aus Westeraccum als Gesamtführender durch. Mit der letzten Runde warfen sich Peter Djuren aus Noord Norden (4. 5603) und Udo Kamps aus Schweinebrück (9. 1810) in die Championstour. Leidtragende waren Stefan Janssen aus Noord Norden (10. 5.405) und Enno Tjarks aus Mamburg (14. 5.256). Als bester Oldenburger präsentierte sich der Vize-Europameister im Klootschießen Thore Fröllje aus Grabstede (6. 5531) enorm stark. Zu den Qualifikanten gehören auch Wilfried Müller aus Reepsholt (6. 5572) und Dieter Henkel aus Pfalzdorf (8. 5443)

Männliche Jugend: Auf Männer I Niveau überzeugte der B-Jugendliche Timo Petznik aus Grabstede (1.937/1.550/1.911) bei den Nachwuchstalenten noch vor Henning Eisenhauer aus Pfalzdorf (1.660/1.757/1.680) und Lars Wagner aus Garms (1.597/1.830/1.570) und Bernd-Georg Bohlken aus Schweinebrück (1.546/1.722/1.664). In der letzten Qualifikationsrunde änderte sich am Ergebnis der 12 Erstplatzierten nichts mehr. Eine Fahrkarte für die Jugend-Championstour sicherten sich weiter: Hauke Karsjens aus Wiesederfehn (5./4.783), Jan Galts aus Blersum (6./4.746), Ralf Hinrichs aus Westerende (6./4.716), Simon Quathamer aus Bredehorn (8./4.683), Andre Feyen aus Ruttel (4.675), Jens Henkel aus Pfalzdorf (10./4.608), Dirk Meinjohanns aus Ruttel (11./4.592) und Florian Peters aus Willen (12./4.558). Denkbar knapp musste sich Matthias Lottmann aus Norddeich (13./4.529) geschlagen geben.

Frauen:  Von den Top 6 stand bislang einzig die Führende Jenny Vägel aus Moorriem (1./4.197) noch nicht in einem internationalem Aufgebot. Mit Angela Koskowski aus Noord Norden (2./4.173), Tanja Blonn aus Ostermarsch (3./4.162), Heike de Bohr aus Ihlowerfehn (4./4.080), Margret Schöttler aus Reepsholt (6./4.006) und Silke Mannott aus Ruttel (6./4.006) haben sich große und erfolgreiche Namen qualifiziert. Groß war die Enttäuschung bei Sabine Buss aus Schweinebrück, die gerade mal mit drei Metern im letzten Werfen ihren sechsten Platz abgeben musste. Ähnlich erging es Martina Eden aus Upgant-Schott, die nach den ersten zwei Runden schon als sichere Tour-Kandidatin gehandelt wurde. Doch am vergangenen Sonntag reichte es in der Tageswertung gerade mal zum 13. Platz. Ihr fehlten am Ende 36 Meter. Eine Aufholjagd ohne Gleichen legte die Wahloldenburgerin Silke Mannott hin. Die Ruttelerin schraubte beim letzten Qualifikationswerfen den Streckenrekord (Frauen) auf 1.524 Meter und wurde  gleich mit dem Einzug in die Championstour belohnt.

Weibliche Jugend:  Von Anfang an gab das ostfriesische Ausnahmetalent Anke Klöpper (1.555/1.352/1.655) die Führung nicht mehr ab. Und als ob damit noch nicht genug, legte die B-Jugendliche am letzten Sonntag eine eindrucksvollen Lauf hin. Szenenapplaus gab es für ihren Eröffnungswurf mit weit über die zweihundert Meter Marke. Und die junge Erfolgsboßlerin genoss diesen Wettkampf mit strahlender Unbekümmertheit vor der fachkundigen Boßelkulisse. Selbst Timo Petznik war so beeindruckt, so dass er darüber fast seine Siegerehrung verpasste. Am Ende setzte Anke Klöpper mit dem Streckenrekord (1.655) in den weiblichen Klassen eine eindrucksfolle Marke hin. Da war selbst der glückliche Vater Peter Klöpper als Trainer und Betreuer sprachlos. Eine Fahrkarte für die Jugend-Championstour sicherten sich gleich vier Ardorferinnen: Fenja Frerichs (2./4.356), Ann-Kristin Peters (4./3.894), Mareike Aper (5./3.877), Sabrina Hinrichs (6./3.858). Nur die Oldenburgerin Annika Bödecker aus Schweinebrück (3./3.942) konnte diesem starken ostfriesischem Aufgebot Paroli bieten. Mit von der Partie sind Lena Wichmann aus Esens Moorweg (7./3.830), Sarah Wienekamp aus Hagerwilde (8./3.804), Kathrin Blum aus Ostermarsch (9./3.758), Christina Harberts aus Reepsholt (9./3.758), Kathrin Harms aus Dunum (11./3.703) und Bianca Blum aus Theener (3.627).

Interview mit Europameisterin (1992) Angela Koskowski

- das Gespräch führte Ute Draschba / friesensport.de-Redaktion -

Ardorf. Als Zweite hinter Jenny Vägel absolvierte Angela Koskowski den Ardorfer Qualifikationsmarathon in der Frauenwertung. Über Ihre Beweggründe und Prognosen gab die Europameisterin von 1992 der friesensport.de-Redaktion Auskunft.

Frage: Herzlichen Glückwunsch zur Qualifikation für die Championstour. 2005 hast Du Deinen offiziellen Ausstieg aus der Championstour verkündet. Wieso jetzt dieser Sinneswandel? 

Angela Koskowski: Eigentlich ist das aus einer Laune heraus entstanden. Unsere Tochter Kim brauchte eine Trainingspartnerin. Dabei habe ich gemerkt, dass mir die Bahn in Ardorf richtig gut liegt. Plötzlich war wieder dieses Gefühl, dieser Ehrgeiz da, es noch einmal zu probieren.

Frage: Wie schätzt Du Deine Chancen für die EM Qualifikation nach Platz zwei in dem Ardorfer Qualifikationsmarathon ein?

Angela Koskowski: Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch gar keine Gedanken gemacht. Die Konkurrenz ist groß.

Frage: Was ist Dein Erfolgsrezept?

Angela Koskowski: Sicherlich meine Wettkampferfahrung. Erst nach 10 Wurf ist der Wettkampf für mich entschieden. Mit der nötigen Ruhe und Gelassenheit konzentriere ich mich einfach auf Schnittwürfe.

Frage: 1992 bist Du in Irland schon einmal Europameisterin geworden. Ist das jetzt Dein erklärtes Ziel?

Angela Koskowski: Wenn ich das leugnen würde, würde ich lügen. Für Leistung braucht man Ziele. Allerdings ist es bis nach Irland noch ein weiter Weg. Ich wäre schon glücklich, wenn ich wieder im FKV-Team dabei sein dürfte.

Frage: Wie lautet Deine Prognosen für Irland?

Angela Koskowski: Das Straßenboßeln mit der Eisenkugel ist die Königsdisziplin der Iren und dann noch der Heimvorteil. Es wird schwer für uns FKVer den Erfolg aus Westerstede zu wiederholen.

Frage: Wer ist Deine Favoritin um den Einzeltitel in der Frauenwertung?

Angela Koskowski: Catriona O’Farrell und Dervla Toal. Beide standen mit Kerstin Friedrichs im letzten Finale um den Titel "Queen of the Roads". Mit dem Flüchterschlag schätze ich die Chancen für Catriona O’Farrell auf der EM-Strecke noch am höchsten ein. Denn gerade Würfe auf der Mitte, das ist ihre Stärke. Das hat die Irin schon bei den World Championships 2005 in Skibbereen unter Beweis gestellt. 

 

Interview mit Vizeeuropameister Thore Fröllje

- das Gespräch führte Ute Draschba / friesensport.de-Redaktion -

Thore Fröllje aus Grabstede hat sich am vergangenen Wochenende (21.7.) für die Championstour im Straßenboßeln qualifiziert. Die Friesensport-Redaktion hat bei dem Vizeeuropameister im Klootschießen im Hinblick auf die Europameisterschaft 2008 in Irland wegen seiner Ambitionen nachgefragt.

Frage: Welchen Stellenwert hat für Dich das gute Abschneiden bei der Seitensteiger-Qualifikation mit der Eisenkugel in Ardorf?

Thore Fröllje: Der sechste Platz in der Eisenqualifikation ist ein guter Ansporn und natürlich auch eine Bestätigung. Doch mein Augenmerk, meine Disziplin ist der Standkampf im Klootschießen.

Frage: Wie bereitest Du Dich auf die Europameisterschaft 2008 in Irland vor?

Thore Fröllje: Zunächst einmal habe ich die optimalen körperlichen Voraussetzungen geschaffen. Das heißt, dass ich zwölf Kilo abgenommen habe um jetzt durch gezieltes Training wieder die richtige Fitness zu erreichen.

Frage: Ist es nicht besser, sich auf eine Disziplin zu konzentrieren? Die Kloot-Quali ist doch für Dich kein Thema, oder?

Thore Fröllje: Mein erklärtes Ziel ist es, und daraus mache ich keinen Hehl, Europameister im Klootschießen zu werden. Als Vizeeuropameister 2004 habe ich die besten Voraussetzungen. Die Teilnahme an dem Qualifikations-Marathon mit der Eisenkugel hilft mir dabei. Hier heißt es mit dem Wettkampfstress umzugehen. Insofern konzentriere ich mich auf eine, auf meine Disziplin: dem Standkampf im Klootschießen.

Frage: Wie siehst Du Deine Konkurrenz?

Thore Fröllje: Die große Konkurrenz kommt mit Stefan Albarus und Hans-Georg Bohlken aus den eigenen Lagern. Doch auch die Schleswig-Holsteiner sind nicht zu unterschätzen. Die Ergebnisse von den Deutschen Meisterschaften haben mich schon etwas überrascht. Ganz stark rechne ich in Irland mit Sönke Dreeßen.

Frage: Warum siehst Du Sönke Dreeßen als Favorit um den EM-Titel im Standkampf?

Thore Fröllje: Bei allen internationalen Meisterschaften glänzte Sönke Dreeßen mit guten Leistungen. seine Erfahrung, seine Routine ist nicht zu unterschätzen. Kein anderer versteht, mit der Diskustechnik so präzise umzugehen. Sönke Dreeßen hat als Sportler meinen höchsten Respekt.

Frage: Wie bewertest Du die Konkurrenz aus Irland, den Niederlanden und Italien?

Thore Fröllje: Der Feldkampf ist die Disziplin der Holländer. Deshalb werden sie sich auch hierauf konzentrieren. Bei den Iren steht der Straßenkampf mit der Eisenkugel im Vordergrund. Die Italiener haben sich im Standkampf bislang nicht engagiert. Insofern rechne ich auch in Irland nicht mit den Italienern.