© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 04.02.2007

Feldkampf noch im Februar möglich?
Oldenburger setzten auf Standkampf
Feldobmann Bert Stroje vom Klootschießerlandesverband Oldenburg im Interview.

von Ute Draschba

KLV-Feldobmann Bert Stroje stellte sich den Fragen von Ute Draschba.

Wird es in dieser Saison noch einen Feldkampf geben?
Voraussetzung sind deutliche Minusgrade über einen Zeitraum von zehn Tage und kein Schneefall, damit der Boden richtig kahl gefroren ist und wir Klootschießer die Kugel über das Feld jagen können. Die spätesten Saisontermine waren bislang der 25.02.1948 in Hohenberge und der 20.02.1994 in Schweewarden. Im März ist es noch nie zu einem Feldkampf gekommen. Insgesamt wurden seit 1937 24 Feldkämpfe ausgetragen.

Ist das Feldkampfgelände in Neustadtgödens bereit?
Durch die milden Temperaturen ist das Gras zu sehr gewachsen. Keine optimalen Bedingungen für einen Feldkampf, da die Kunst darin liegt, die Kugel flach zu setzen und die Meter über den Auslauf, den Trüll, zu machen. Dafür ist das Gras jetzt zu lang. Es wäre somit eindeutig die Mannschaft mit den besten Flüchtern im Vorteil.

Was macht den Reiz eines Feldkampfes aus?
Einfach die ganze Atmosphäre. Hier treffen sich Käkler und Mäkler aus ganz Ostfriesland und Oldenburg, um das Spektakel zu erleben. Gerade Neustadtgödens ist ein ideales Einzugsgebiet und für Ostfriesen und Oldenburger gleichermaßen gut zu erreichen. Es wird mit vielen tausend Zuschauern gerechnet. Beim Feldkampf besteht die Mannschaft nicht nur aus den Athleten. Das fängt bei den Mattenträgern und Düsselmeistern an, die das Brett und die Anlaufmatte ausrichten. Dann die Bahnweiser, die das Gelände und den Klootschießer bestens kennen und gemeinsam mit den Trainern die Taktik besprechen. Die Betreuer, die dafür sorgen, dass sich die Athleten warm halten und bei den Temperaturen auch bei Kräften bleiben. Das Einheizen des Klootschießers durch die Nationalhymne, das Anfeuern und schließlich das Bejubeln nach einem gelungenen Wurf ist das Salz in der Suppe. Auch das Feilschen um jeden Meter beim Abtreten der Weite und dem Festlegen der Abwurfmarke durch die Stockleger gehört einfach dazu.

Und wenn jetzt tatsächlich die Minusgrade ausbleiben und kein Feldkampf im Februar stattfinden kann?
Hans-Georg Bohlken, als Feldobmann des Friesischen Klootschießerverbandes, wird dann kurzfristig einen Standkampf ansetzen. Dabei zählen dann allerdings nur die reinen Flüchtweiten ganz ohne Trüll. Das heißt, dass anhand der in der Feldkampfvorbereitung geworfenen Weiten auch schon ausgemacht werden kann, welches Team hier die Nase vorn hat.

Wie werden die Chancen im Falle eines Standkampfes für die Oldenburger eingeschätzt?
In der Männer- und Juniorenwertung sehe ich uns Oldenburger leicht im Vorteil. Als Einzelakteur wird sicherlich der Ostfriese Frank Goldenstein sowohl in der Männer- als auch in der Juniorenklasse überzeugen. Einzig der Blomberger war in der Vorbereitung in der Lage, über 90 Meter zu flüchten. In der Jugendklasse wird es sicherlich eine knappe Entscheidung geben. Im direkten Vergleich gegen Dennis Goldenstein aus Moordorf wird Timo Petznik aus Grabstede schon mächtig gefordert.