© / Quelle: NWZ-Online / 10.07.2006

Viel Lob für die Friesensportler

JUBILÄUM Zahlreiche Gratulanten zur 100-Jahr-Feier des Kreisverbandes Stadland

Optimistisch können die Friesensportler in die Zukunft blicken. Zur 100-Jahr-Feier gab es viele gute Worte. 

VON WOLFGANG BÖNING

Helmut Bergel, Vorsitzender des Kloot-schießerverbandes II Stadland, überreichte Festredner Karl-Heinz Funke eine Jubi-läumschronik.          Foto: Wolfgang Böning

NEUSTADT - Groß ist die Verwurzelung des Friesensports in der Region. Dies zeigte sich im vollbesetzten Saal im „Neustädter Hof“ anlässlich der 100-Jahr-Feier des Klootschießerkreisverbandes II Stadland. Vorsitzender Helmut Bergel begrüßte eine große Gratulantenschar aus den politischen und sportlichen Gremien. Der stellvertretende Landrat Jürgen Christoph Gericke strich die Gemeinschaft der Friesensportler heraus, die sich im Laufe der Jahre sogar international gefestigt habe. Grußworte sprachen auch der Landtagsabgeordnete Björn Thümler (CDU) sowie die Bürgermeister Thomas Brückmann (Ovelgönne) und Boris Schierhold (Stadland). Die herausragende Bedeutung des Breitensports neben dem Profisport unterstrich Kreissportbund-Vorsitzender Rolf Harms. Jan-Dirk Vogts, Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV), Dachorganisation der Friesensportler, bescheinigte dem verhältnismäßig kleinen Kreisverband Stadland mit seinen zehn Vereinen, immer wieder herausragende Sportler hervorgebracht zu haben, so 1996 den Europameister Detlef Müller. Johann Hasselhorst, Vorsitzender des Landesverbandes Oldenburg, lobte die Sportbegeisterung der Mitglieder des Kreisverbandes. Bei den Stadlandern, so Hasselhorst in seiner Laudatio, habe die Nachwuchsförderung stets eine herausragende Rolle gespielt. Jochen Ahrens, Vorsitzender des Landesverband Ostfriesland, stellte die gute Zusammenarbeit trotz aller sportlichen Rivalität zwischen ostfriesischen und oldenburgischen Klootschießern in den Mittelpunkt seiner Rede. Die Verdienste der Friesensportler um Heimat- und Brauchtumspflege wurden von den Sprechern der Oldenburgischen Landschaft, Spieker und Freundeskreis Rüstringen-Stedingen gewürdigt. Vorsitzender Bergel dankte dem Ehrenvorsitzenden Gerhard Segebade sowie den Ehrenmitgliedern Gerhard Bruns und Berend-Georg Tapkenhinrichs für ihre Verdienste um den Kreisverband. In seiner bekannten humorvollen Art hielt der Verbandsvorsteher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes, Karl-Heinz Funke, die Festansprache. „Klootschießen, Boßeln und Schleuderball sind urfriesische Sport- und Wettkampfarten“, sagte er. Das Bekenntnis zur Heimat, dazu gehöre auch die Pflege des Plattdeutschen, könne man den Friesensportlern gar nicht hoch genug anrechnen. Mit dem Eindruck, gut gerüstet für die nächsten 100 Jahre zu sein, ging für die Festteilnehmer die Jubiläumsfeier zu Ende.

© / Quelle: NWZ-Online / 08.07.2006

Mit Sonderurlaub zum Länderkampf

JUBILÄUM Klootschießerkreisverband Stadland II wird 100 Jahre alt

Festredner Karl-Heinz Funke

Auf nunmehr 100 Jahre kann der Friesischer Klootschießerkreisverband Stadland zurückblicken.

Die Festansprache hält Karl-Heinz Funke.

VON WOLFGANG BÖNING

NEUSTADT - Das Ereignis soll am Sonnabend, 8. Juli ab 14.30 Uhr im „Neustädter Hof“ gefeiert werden. Die Festansprache hält Karl-Heinz Funke aus Dangast.

In mühevoller Kleinarbeit wurde eine umfangreiche Chronik zusammengetragen, wobei durch die Wirren der beiden Weltkriege viele Unterlagen abhanden gekommen sind. Das Gründungsdatum ist der 8. Juli 1906. Über die Kreisvorsitzenden in der Zeit vor 1948 konnten keine Unterlagen gesichtet werden. Die Kreisvorsitzenden ab 1948: 1948 bis 1954 Gerhard Freels, 1954 bis 1957 Hans Oncken, 1957 bis 1962 Hugo Peters, 1962 bis 1968 Alfred Sommer, 1968 bis 1976 Gerhard Segebade, 1976 bis 1980 Hans-Georg Menke, 1980 bis 1990 Gerhard Bruns. Seit 1990 führt Helmut Bergel die Geschicke im zehn Vereine umfassenden Kreisverband. Vor der Gründung des Friesischen Klootschießerkreisverband Stadland II, setzte sich hier die Kreisverbandseinteilung aus den Ämtern Brake und Elsfleth zusammen. Schon vor der Gründerzeit stand im jetzigen Kreisgebiet in der Kaiserzeit ein reges Wettkampfgeschehen an. So wurden in den Jahren 1868, 1873 und 1875 Klootschießerwettkämpfe zwischen dem Amt Stollhamm und dem Amt Ovelgönne durchgeführt. Am 27. Januar 1885 fand der erste Damenwettkampf in Rodenkirchen statt. Klootschießen wurde zum Volkssport, der am liebsten täglich ausgeübt wurde. So entwickelte sich zum Beispiel 1890, als Hammelwarden gegen Golzwarden antrat, ein Wettkampf, der sich über drei Tage hin zog. Sonderurlaub für den Klootschießerländerkampf Ostfriesland gegen Oldenburg erhielt 1959 der zu den Panzergrenadieren einberufenen Berend-Georg Tapkenhinrichs. Dieser wurde gewährt, nachdem er die Wucht des friesischen Klootschießerwurfes mit einer Übungsgranate demonstriert hatte. Ein sportlicher Höhepunkt war sicherlich 1996 die Europameisterschaft in Tubbergen (Holland), als der Mentzhauser Detlef Müller als Europameister zurückkehrte. Neben dem Friesensport, Klootschießen, Boßeln, Schleuderball, stand auch immer die Brauchtums- und Heimatpflege, plattdeutsche Sprache mit auf der Fahne. Aber auch für neue Wege steht ein kompletter Kreisvorstand bereit.