© / Quelle: NWZ-Online / 30.01.2006

Größere Erfahrung gibt den Ausschlag

FELDKAMPF Routinierte Oldenburger bezwingen junge Ostfriesen

Tausende beim Klootschießen

Schon frühzeitig setzten die späteren Sieger die Gastgeber unter Druck. Tausende verfolgten am Wochenende das Großereignis der Heimatsportler in Ostfriesland.

von August Hobbie

Viele Helfer waren am Wochenende im ost-friesischen Ardorf im Einsatz

ARDORF - Die Erfahrung setzte sich gegen den jugendlichen Elan durch. Beim traditionellen Feldkampf der Klootschießer in Ardorf in Ostfriesland waren die routinierten Werfer aus dem Landesverband Oldenburg gegen die Gastgeber nicht zu schlagen. Das Team von Mannschaftsführer Bert Stroje, Schweinebrück, bestimmte von Beginn an das Geschehen behielt mit zwei Schoet und 83 Schritten die Oberhand. Für den Tageshöchstwurf zeichnete Hans-Georg Bohlken, Ruttel, mit 171 Schritten verantwortlich. Bei den Ostfriesen zeigte sich Frank Goldenstein mit 150 Schritten von seiner besten Seite. Jens Stindt, Spohle, trug mit einem Höchstwurf von 148 Schritten zum Sieg der Oldenburger Mannschaft bei.
Tausende verfolgten gestern das Geschehen bei idealen äußeren Bedingungen. Nach einem gemeinsamen Frühstück der Werfer beider Mannschaften hatten sich die Oldenburger offensichtlich besser gestärkt und wirkten „ausgeschlafener“. Der Ammerländer Jens Stindt, Spohle und Detlef Müller aus der Wesermarsch machten mächtig Druck. Den erhöhte noch Thore Fröllje vom Kreisverband Friesische Wehde, der als dritter Werfer gleich den ersten Schoetgewinn für die Oldenburger sicherte. So ging es dann weiter, die Gäste setzten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung die Akzente. Auch ein Fehlversuch von Detlef Müller, der im Graben landete, warf die Stroje-Mannschaft nicht aus der Bahn. Im Gegenteil, die Ostfriesen verloren zunehmend an Boden. Das konnte auch der amtierende Europameister Stefan Albarus (Norden) nicht verhindern. Die Gastgeber gingen mit einer sehr jungen Mannschaft an den Start, einige Werfer waren am Sonnabend noch beim Wettbewerb der Junioren dabei. Sie konnten nicht mithalten gegen die gestandenen Feldkämpfer aus dem Landesverband Oldenburg: Hans-Georg Bohlken (Kreisverband Friesische Wehde/Verein Ruttel), Thore Fröllje (Friesische Wehde/Grabstede), Detlef Müller (Stadland/Mentzhausen), Jens Stindt (Waterkant/Spohle), Bert Stroje (Friesische Wehde/Schweinebrück), Dirk Schomaker (Butjadingen/Fedderwardersiel) und Udo Kamps (Friesische Wehde/Schweinebrück) präsentierten sich als homogenes Team. Bei der abschließenden Siegerehrung würdigte Bert Stroje bei seinem ersten Einsatz als Mannschaftskapitän die komplette Vorstellung seines Teams: „Zum Erfolg beigetragen haben nicht nur die Werfer, sondern alle aus dem Oldenburger Land, die uns unterstützt haben. Nur gemeinsam war dieser Sieg möglich.“ Wichtig sei, dass der Sport der Klootschießer gewonnen habe. Jan-Dirk Vogts, Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV), würdigte am Ende der gelungenen Veranstaltung die Leistungen der Werfer. Alle hätten sich mächtig ins Zeug gelegt. Vogts freute sich, dass endlich wieder ein Feldkampf zustande gekommen sei. FKV–Feldobmann Hans-Georg Bohlken hob ebenfalls den Einsatz der Aktiven hervor. In allen Altersklassen sei sehr gut geworfen worden.

Feldkämpfe der Klootschießer
Feldkämpfe werden in drei unterschiedlichen Altersgruppen ausgetragen Männer, Junioren (bis 23 Jahre), Jugend (bis 18 Jahre). Es starten die besten Klootschießer aus den Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland. Die Auseinandersetzung auf dem Feld erfordert von den Athleten eine ganz besondere Technik. Die Kugel muss möglichst flach aufsetzen. Die Sportler müssen mit einem flachen Wurf in der Lage sein, auch Hindernisse wie Gräben und Wallhecken zu überwerfen. Die Vielfalt der Wurfmöglichkeiten fordert den Heimatsportlern alles ab. Schon im Herbst bereiten sich die Akteure auf den anstehenden Feldkampf im Winter vor. Intensvie Auswahlwerfen stehen in beiden Landesverbänden auf dem Programm. Doch nur bei entsprechendem „Kahlfrost“ kann dann der traditionsreiche Wettbewerb auch ausgetragen werden.

© / Quelle: NWZ-Online / 30.01.2006

Graben kein Hindernis für Oldenburger

FELDKAMPF Sieg beim Klootschießen gegen Ostfriesen

Gute Bedingungen

VON AUGUST HOBBIE,

ARDORF - Minister a.D. Karl-Heinz Funke bleibt seiner Heimat treu: „Ich habe gehört, dass man mich in Ostfriesland mag, doch als gebürtiger Dangaster drücke ich den Oldenburgern die Daumen.“ Beim traditionellen Feldkampf der Klootschießer in Ardorf in Ostfriesland behielten die Gäste aus Oldenburg mit gut zwei Schoet die Oberhand. Der Politiker war auf der Seite der Gewinner, freute sich über den Erfolg: „Der Sieg ist verdient, die Oldenburger waren besser.“ Tausende begleiteten die Friesensportler am Wochenende nach Ardorf. Am Sonnabend rückte der Nachwuchs in den Mittelpunkt des Geschehens. Bei den Junioren und bei der Jugend nutzten die Ostfriesen ihren Heimvorteil und behielten in beiden Wettbewerben mit jeweils einem Schoet die Oberhand. Doch beim Feldkampf der Elitewerfer am gestrigen Sonntag wendete sich das Blatt. Die Gäste machten schon früh eindrucksvoll deutlich, dass sie den Feldkampf für sich entscheiden wollen. Schon beim Einsatz des dritten Werfers, Thore Fröllje aus dem friesländischen Grabstede, gingen die Oldenburger mit einem Schoet in Führung. Die Gäste verloren auch nicht ihre Linie, als Detlef Müller aus Mentzhausen die Klootkugel in den Graben warf. Die erfahrene Mannschaft um die Ex-Europameister Müller und Hans-Georg Bohlken aus Ruttel spulte ihr Pensum souverän ab und ließ sich auch von außergewöhnlichen Leistungen einiger Ostfriesen nicht beeindrucken. Auch Stefan Albarus aus Norden konnte die Niederlage seiner Mannschaft nicht verhindern. Klirrende Kälte, hart gefrorener Boden; die Heimatsportler fanden in Ardorf ideale äußere Bedingungen vor. Der Kreisverband Wittmund präsentierte sich als guter Gastgeber. Die Siegerehrung nahm dann Jan-Dirk Vogts, Hollwege, – Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbandes – vor. Er würdigte den hochklassigen Sport, den alle Aktiven geboten hätten. Der nächste Wettkampf wird im Bereich des Landesverbandes Oldenburg ausgerichtet. Dies machte Vogts deutlich: „Jetzt müssen wir nur noch die Bewerbungen der Kreisverbände abwarten.“ Der Vorsitzende schloss nicht aus, in Zukunft auch einen Feldkampf für Frauen auszurichten.  

   © / Quelle: NWZ-Online / 31.01.2006

Harald Feyen ebnet Klootwerfern den Weg

Mit einem mächtigen Wurf machte Jens Stindt vom Landesverband Oldenburg den Ostfriesen deutlich, wer den Feldkampf gewinnt. Die Bahnweiser feierten den Erfolg des für Spohle werfenden Friesenspielers.

Foto: August Hobbie

Harmonisch verlief der Feldkampf der Klootschießer der Landesverbände Oldenburg und Ostfriesland in Ardorf. Darauf wies Hans-Georg Bohlken, Feldobmann des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV), hin. Trotz aller sportlichen Rivalität habe es keine Differenzen gegeben. Der FKV verzichtete in Ardorf darauf, die Weiten der Würfe exakt mit einem Maßband zu messen. Bohlken: „Ein Feldkampf ist eine Mannschaftskampf, deshalb gibt es auch keine Einzelwertung.“ Die Würfe seien lediglich mit Tritten grob vermessen worden, ohne jedoch die Ergebnisse festzuhalten. Der Ex-Europameister trat am Wochenende in einer Doppelfunktion in Erscheinung. Für den FKV leitete er als Feldobman die Geschicke des Wettkampfes, für den Landesverband Oldenburg war er als Werfer am Sieg beteiligt. „Vor Ort“ informierte sich Minister a.D. Karl-Heinz Funke über das Geschehen. Mit der Zigarre in der Hand verfolgte der Politiker das Geschehen interessiert. Er drückte als gebürtiger Dangaster den Werfern des Landesverbandes Oldenburg kräftig die Daumen. Anita Dierks, Vorsitzende des Kreissportbundes Friesland, zeigte sich angetan von der besonderen Atmosphäre eines Feldkampfes der Klootschießers. Zusammen mit Ehemann Rüdiger hoffte auch sie auf einen Erfolg der Gäste, die sich beim Hauptkampf der Elitewerfer gegen die Konkurrenz aus Ostfriesland glänzend in Szene setzen konnten. Stark vertreten war die Abordnung aus dem Landkreis Friesland. Auffallend war die Präsenz von Anhängern aus der Friesischen Wehde. Der Wehde-Kreisverband stellte am Sonntag vier Werfer. Das erfreute besonders Joachim Hobbie, Vorsitzender des Boßelkreises. Mit dabei als Fahnenträger war auch Wilhelm Bödecker, langjähriger Vorsitzender des KBV „Lat‘n rull‘n“ Schweinebrück, der als Bahnweiser für die Oldenburger aktiv war und den Athleten den rechten Weg wies. Er plant nach dem Großereignis im ostfriesischen Ardorf am kommenden Wochenende eine weitere Auseinandersetzung der Klootschießer auf dem Feld. Auf dem Gelände in Schweinebrück sollen zwei Kreisverbände in Aktion treten. Doch noch ist ungewiss, ob dieser Wettkampf ausgetragen werden kann, denn ohne „Kahlfrost“ läuft bei den Klootschießern nichts: Mit im Einsatz war auch Erwin Goesmann vom KBV „Bahn-rein“ Zetel-Osterende. Schwerstarbeit verrichten musste Harald Feyen, gebürtiger Rutteler, beim „Düsseln“. Er ebnete mit seiner Hacke auf dem holperigen Untergrund den Werfern den Weg. Nicht zuletzt die vielen ehrenamtlichen Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Joachim Hobbie (Vorsitzender Kreisverband Friesische Wehde): Ich freue mich natürlich über den Erfolg der Oldenburger Mannschaft. Stolz bin ich besonders darauf, dass gleich vier Aktive aus der Friesischen Wehde dabei sind.

Hans-Georg Bohlken (Feldobmann, Friesischer Klootschießerverband): Die Erfahrung hat sich heute ausgezahlt. Das war ganz klar der entscheidende Punkt. Bei der Jugend und bei den Junioren sind uns die Ostfriesen noch einen Schritt voraus.

Karl-Heinz Funke (Minister a.D.): Solch ein Feldkampf ist schon eine ganz besondere Angelegenheit. Die Aktiven zeigen hochklassigen Sport, die Käkler und Mäkler machen sehr gut mit. Die äußeren Bedingungen hier in Ostfriesland sind ideal. Es könnte kaum besser sein.

Anita Dierks (Vorsitzende des Kreissportbundes Friesland): Das Volkstümliche bei einem Feldkampf ist schon beeindruckend. Die Stimmung – die hat einen ganz eigentümlichen Charakter.

 © / Quelle: NWZ-Online / 30.01.2006

Kreise müssen sich bewerben

Von August Hobbie

Frage: Bislang war der Feldkampf ausschließlich dem männlichen Geschlecht vorbehalten. Wird das auch in Zukunft so bleiben?
Vogts: Wir haben darüber diskutiert, auch die Frauen an der traditionsreichen Veranstaltung zu beteiligen, dann aber mit der Hollandkugel. Das Werfen über das Brett hat sich beim weiblichen Geschlecht nicht bewährt. Man müsste dann einen gesonderten Feldkampf für Frauen organisieren, sonst würde das den Rahmen sprengen.

Frage: Wie sind sie mit dem Verlauf der Veranstaltung in Ardorf zufrieden?
Vogts: Es läuft alles in geordneten Bahnen. Die Bedingungen könnten besser nicht sein. Das Areal liegt sehr zentral, man braucht nicht weit laufen. Der Kreisverband Wittmund hatte alles im Griff. Unsere Werfer trugen mit sehr guten Leistungen zum Gelingen des Wettkampfes bei.

Frage: Könnte es bei entsprechender Wetterlage noch eine zweite Auseinandersetzung der beiden Landesverbänden geben?
Vogts: Es bleibt bei einem Feldkampf, daran wird nicht gerüttelt.

Frage: Wer wird den nächsten Feldkampf im kommenden Jahr ausrichten?
Vogts: Der Landesverband Oldenburg ist auf jeden Fall Gastgeber, das steht fest. Jetzt müssen wir abwarten, welche Kreisverbände sich bewerben.

Jan-Dirk Vogts, Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbandes, schließt einen Feldkampf für Frauen nicht aus.

 © / Quelle: NWZ-Online / 30.01.2006

Ostfriesen bei Kopf-an-Kopf-Rennen knapp vorn

KLOOTSCHIEßEN Wettkampf bleibt bis in den dritten Durchgang sehr spannend

Endspurt entscheidet

Der Feldkampf Ostfriesland gegen Oldenburg bot viel Spannung. Die Ostfriesen gewinnen die Nachwuchsklassen.

Gespannt verfolgt Lars Hadeler aus Reitland in der Wesermarsch den Flug der Kugel

ARDORF/SR - In der Juniorenklasse hatten sich die ostfriesischen Klootschießer als Favoriten gesehen, dass dann am Ende sogar noch ein Sieg in der Jugend heraussprang, war beim Feldkampf Ostfriesland gegen Oldenburg in Ardorf eine Riesenüberraschung. Um so größer dann auch die Freude bei den ostfriesischen Trainern Eilert Taddigs und Holger Wilken über den Doppelsieg mit einem Schoet und 84 Tritten (Junioren) und einem Schoet und 20 Tritten (Jugend). Dabei waren gerade die Oldenburger Junioren verheißungsvoll gestartet. Björn Helmerichs (Stollhamm) konnte nach dem Startwurf von Frank Goldenstein (Blomberg) gegenhalten und warf sogar eine knappe Zwei-Meter-Führung raus. Allerdings hatte dann der starke Flüchter Michael Hüllstede (Reitland) großes Pech und warf eine Kugel fest. Führung mit knapp 50 Tritten für Ostfriesland. Routiniert setzten die Oldenburger Marcel Brunken und Tim Wefer (beide Mentzhausen) ideal flache Feldkugeln mit ordentlich Trüll nach und wendeten das Blatt. Spektakulär war kurze Zeit später das Geschoss von Christoph Müller. Der Kreuzmoorer katapultiere den Kloot durch eine Baumreihe. Um die Ostfriesen wurde es immer stiller, denn der Paradewerfer Frank Goldenstein hatte bei seinem zweiten Wurf einen schwierigen Stand. Bis zum dritten Durchgang lieferten sich die Junioren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dann glänzten Goldenstein & Co. gerade mit Flüchtern wie Renko Altona (Horsten), Horst Dieling (Münkeboe-Moorhusen), Ralf Wilts (Großheide) und Gerry Blonn (Ostermarsch) in Höchstform und es glückte wirklich alles. Auf der Wende traf der Kloot von Sven Feldmann sogar auf dem gewalzten Acker die Ideallinie zum Schoet für Ostfriesland. Neben Helmerichs, Hüllstede, Brunken, Wefer und Müller standen auch Sascha Hemme (Grabstede), Thorsten Held (Förrien-Minsen) und Fabian Schulte (Reitland) im Oldenburger Aufgebot.
In der Jugend bestachen vor allem das Grabsteder Nachwuchstalent Timo Petznik sowie Hendrik Rüdebusch aus Vielstedt-Hude. Der Schoet für die Ostfriesen fiel erst mit dem vorletzten Wurf. Für Oldenburg starteten neben Petznik und Rüdebusch Stefan und Christian Runge (Kreuzmoor), Lars Hadeler (Reitland), Niklas Wulf (Mentzhausen, Christian Alberts (Grabstede), Nils Ottersberg (Stollhamm), Sascha Freese (Schweewarden) sowie Dennis Popken (Grabstede). Der Oldenburger Jugendbetreuer Hinny Harms gab bei der Siegerehrung die Wanderfahne für die siegreiche Mannschaft in die Hände von Eilert Taddigs.

 © / Quelle: Jeversches Wochenblatt / 29.01.2006

Viele Sieger in Ardorf

Klootschießen: Oldenburg siegt bei der Männer-Konkurrenz vor 1000 Zuschauern

ardorf/sps – „Gewonnen hat das Klootschießen.“ Mit diesen Worten hatte Bert Stroje, Mannschaftskapitän der Oldenburger, den Applaus bei der Siegerehrung sicher. Sogar von den Ostfriesen. Diese verloren gestern nämlich die Männer-Hauptklasse beim traditionellen Feldkampf in Ardorf mit zwei Schoet und 83 Metern. 1000 Zuschauer verfolgten den ganzen Tag über den Klassiker des Friesensports. „So etwas gibt es nur einmal auf der Welt“, sagte Jan-Dirk Vogts, 1. Vorsitzender des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV). Er und alle anderen lobten die hervorragenden Bedingungen auf dem Gelände. In der Gesamtabrechnung gewannen aber die Ostfriesen, weil sie am Sonnabend die Wettkämpfe der Jugend und Junioren für sich entschieden. „Uns gehört die Zukunft“, sagte Mitorganisator Eilert Taddigs dann auch in Anbetracht der Männer-Niederlage.

© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten / 29.01.2006

Chancenlos gegen Oldenburgs Superflüchter
Ostfriesisches Männerteam schlägt sich in Ardorf wacker,

verliert aber mit zwei Schoet und 83 Metern erneut deutlich

Von J. Gawlick-Daniel

Horst Dieling wirft den Kloot mit aller Kraft von sich. Der Flüchter vom KBV Münkeboe-Moorhusen gehört zu den großen Talenten in Ostfriesland. Foto: Frerichs

Ardorf. Als Flüchter Hans-Georg Bohlken gestern beim Klootschießer-Feldkampf in Ardorf mit seinem dritten Wurf auf sage und schreibe 171 Meter kam, waren alle Hoffnungen der Ostfriesen, vielleicht doch etwas gegen die enorme Wurfkraft der Oldenburger auszurichten, dahin. „Das war die richtige Antwort“, jubelten die Gäste über den weitesten Wurf des Tages. Die Ostfriesen waren vor rund 2500 Zuschauern im Verlauf des sechsstündigen Wettkampfs drauf und dran gewesen, den 0:2-Rückstand ein wenig aufzuholen. Nun schwanden die Chancen der Gastgeber, die Niederlage zumindest erträglich zu gestalten, mit jedem der noch ausstehenden zwölf Würfe. Oldenburg verteidigte die zwei Schoetgewinne und legte zum Schluss noch 83 Meter drauf. Für die Ostfriesen stand eine hohe Niederlage ähnlich wie im Dezember 2002 fest.
Feldobmann Tido Kleen war dennoch zufrieden. Sei- ne Werfer hatten gekämpft und zwischenzeitlich auch gut mitgehalten. „Wir wussten, dass die Oldenburger besser sind“, machte er seinem Team keinen Vorwurf. Besonders erfreut zeigte sich Kleen über die Leistungen der jungen Werfer. Frank Goldenstein, Horst Dieling und Renko Altona, tags zuvor hatten sie entscheidend zum Sieg des ostfriesischen Juniorenteams beigetragen, überzeugten auch in der Männerklasse. Der Blomberger Goldenstein schafften mit 150 Metern sogar den zweitbesten Wurf gestern auf dem Gelände in Ardorf. Und noch einer machte auf sich aufmerksam: Roman Wübbenhorst aus Eversmeer. Der erst 17-jährige Jugendwerfer wurde für den Norder Jens Kleen in der dritten Runde eingewechselt und kam auf 99 und 121 Meter, zwei gute Weiten. Für Feldobmann Kleen steht fest, in den nächsten Jahren auf Werfer wie Goldenstein, Dieling, Altona oder Wübbenhorst zu bauen. „Bis zum nächsten Feldkampf werden wir verstärkt auf die Jugend setzen. Es dauert vielleicht noch ein paar Jahre, aber irgendwann werden wir Oldenburg schlagen“, prophezeite er. Gestern allerdings warfen die Gäste in einer anderen Liga. Schon nach nur vier Wurf jubelten sie über den ersten Schoetgewinn. Die Ostfriesen erwischten einen schlechten Start, lagen nach dem ersten Wurf 29 Meter und nach dem zweiten schon 63 Meter zurück. Als Thomas Erdmann aus Westeraccum nur 78 Meter flüchtete, lagen die Oldenburger 1:0 vorn. In der zweiten Runde, es gibt bei jeweils sieben Werfern vier Durchgänge mit maximal 28 Würfen, erzielten die Gäste mehrmals eine höhere Weite, was sich zum Schoetgewinn nach dem 17. Wurf summierte. Die Vorentscheidung war gefallen. „Die Oldenburger haben viel mehr Dampf, sind älter und erfahrener“, nannte Horst Dieling die Gründe für die dann doch wieder hohe Niederlage der Ostfriesen, für die allerdings auch eine gehörige Portion Pech hinzu kam. Drei Mal sprang der Kloot aus der Ideallinie und musste von ungünstiger Position geworfen werden. Europameister Stefan Albarus kam dadurch in seinem ersten Wurf auf nur 79 Meter. Er ließ Weiten um die 130 Meter folgen und war mit Frank Goldenstein bester ostfriesischer Klootschießer. Ein Stefan Albarus und ein Frank Goldenstein reichten allerdings nicht gegen die mannschaftliche Geschlossenheit der Oldenburger, die in nur 4 von 26 Würfen unter 100 Meter blieben. Eine beeindruckende Leistung vor der auch Feldobmann Tido Kleen den Hut zog. „Es war ein in jeder Beziehung verdienter Sieg.“

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 29.01.2005

Oldenburger mit Routiniers zum deutlichen Feldkampf-Sieg

Lange Würfe von Hans-Georg Bohlken und Frank Goldenstein

von Ute Draschba

Einmal mehr sorgte der dreifache Europa-meister Hans-Georg Bohlken (Ruttel) für klare Verhältnisse mit dem Tageshöchst-wurf.

Ardorf. Die Oldenburger Klootschießer um Mannschaftsführer Bert Stroje dominierten den Feldkampf in der Hauptklasse am vergangenen Sonntag in Ardorf deutlich. "Die Oldenburger haben zwar heute ihre Routiniers, aber wir Ostfriesen haben die Zukunft", brachte der Feldkampf-Organisator Eilert Taddigs die ostfriesischen Siege tags zuvor in der Jugend- und Juniorenklasse schnell wieder in Erinnerung. Die Taktik der Ostfriesen, neben Europameister Stefan Albarus bei den Männern Nachwuchstalente einzusetzen, hielt die Niederlage mit zwei Schoet und 83 Schritten sogar noch in Grenzen. Denn gerade die Jugend- und Juniorenwerfer überzeugten im Männer-Feldkampf. So kam Frank Goldenstein aus Blomberg auf  einen sensationellen Höchstwurf von 150 Schritten, Horst Dieling aus Münkeboe-Moorhusen auf 140, Renko Altona aus Horsten auf 118 und Roman Wübbenhorst aus Eversmeer auf 121. Einzig Hans-Georg Bohlken aus Ruttel überbot die Goldenstein-Weite mit sensationellen 171 Schritten. Von Beginn an gaben die Oldenburger den Ton an. Nach drei Idealwürfen von Jens Stindt aus Spohle (135/Höchstwurf 148), Detlef Müller aus Mentzhausen (144) und Thore Fröllje aus Grabstede (121/128) gegenüber Frank Goldenstein (106/150), Horst Dieling (110/140)), Friedrich Chrstians aus Münkeboe-Moorhusen (90/106) und Thomas Erdmann aus Westeraccum (78/110)  fiel bereits der erste Schoet für die Oldenburger. Als dann der ostfriesische Schlusswerfer Europameister Stefan Albarus aus Norden (137) einen richtig schlechten Stand vor einer Baumreihe erwischte und den Kloot erst wieder auf Richtung bringen musste, schwanden die Hoffnungen der Ostfriesen schnell. Den zweiten Schoet für die Oldenburger machte Hans-Georg Bohlken mit dem Tageshöchstwurf von 171 Schritten im dritten von vier Durchgängen perfekt, den Bohlken über Graben, Straße und einen zweiten Graben setzte. Zu der geschlossene Mannschaftsleistung der Oldenburger trugen auch die Schweinebrücker Bert Stroje (123) und Udo Kamps (115) sowie Dirk Schomaker aus Fedderwardersiel (120) und als Ersatzwerfer Marcel Brunken aus Mentzhausen bei. Im Ostfriesen-Team standen als weitere Werfer Jens Kleen aus Norden (121), Lothar Taddigs (115) und als Ersatz Henning Osterloh aus Theener.

© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 28.01.2005

Feldkampf Ostfriesland gegen Oldenburg

Triumphierende Ostfriesen gewinnen Nachwuchsklassen

von Ute Draschba

Bestens aufgelegt, hier der Münkeboer Horst Dieling,  zeigten sich die Jugend- und Juniorenmannschaften im Feldkampf gegen Oldenburg und siegten mit je einem Schoet.

Ardorf. In der Juniorenklasse hatten sich die ostfriesischen Klootschießer als Favoriten gesehen, dass dann am Ende sgoar noch ein Sieg in der Jugend heraussprang, war beim Feldkampf Ostfriesland gegen Oldenburg in Ardorf am vergangenen Samstag eine Riesenüberraschung. Um so größer dann auch die Freude bei den ostfriesischen Trainern Eilert Taddigs und Holger Wilken über den Doppelsieg mit 1 Schoet und 84 Meter (Junioren) und 1 Schoet und 20 Meter (Jugend).

Dabei waren gerade die Oldenburger Junioren verheißungsvoll gestartet. Björn Helmerichs (Stollhamm) konnte nach dem Startwurf von Frank Goldenstein (Blomberg) perfekt gegenhalten und warf sogar eine knappe Zwei-Meter-Führung raus. Allerdings hatte dann der starke Flüchter Michael Hüllstede (Reitland) großes Pech und warf eine Kugel fest. Führung mit knapp 50 Meter für Ostfriesland. Routiniert setzten die Oldenburger Marcel Brunken und Tim Wefer (beide Mentzhausen) ideal flache Feldkugeln mit ordentlich Trüll nach und wendeten das Blatt. Spektakulär war kurze Zeit später das Geschoss von Christoph Müller. Der Kreuzmoorer katapultiere den Kloot durch eine Baumreihe. Um die Ostfriesen wurde es immer stiller, denn der Paradewerfer Frank Goldenstein hatte bei seinem zweiten Wurf einen schwierigen Stand. Auf mehr als 75-Meter musste der Blomberger über Graben, Straße und wieder Graben flüchten. Um wenige Zentimeter verpasste Frank Goldenstein die rettende Böschung nach dem zweiten Graben. Bis zum dritten Durchgang lieferten sich die Junioren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dann glänzten Goldenstein & Co. gerade mit Flüchter wie Renko Altona (Horsten), Horst Dieling (Münkeboe-Moorhusen), Ralf Wilts (Großheide) und Gerry Blonn (Ostermarsch) in Höchstform und es glückte wirklich alles. Auf der Wende traf der Kloot von Sven Feldmann sogar auf dem gewalzten Acker die Ideallinie zum Schoet für Ostfriesland. Neben Helmerichs, Hüllstede, Brunken, Wefer und Müller standen auch Sascha Hemme (Grabstede), Thorsten Held (Förrien-Minsen) und Fabian Schulte (Reitland) im Oldenburger Aufgebot.

In der Jugend bestachen vor allem das Grabsteder Nachwuchstalent Timo Petznik sowie Hendrik Rüdebusch aus Vielstedt-Hude. "Die Umstellung auf die flachen Würfe bereitete den Jungs große Probleme", resümierten die Oldenburger Bahnweiser Rudi Milbrandt und Eugen Böning nach dem Wettkampf. Erstmals gelang den Ostfriesen der Schoetgewinn mit dem letzten Werfer im dritten Durchgang, den dann Henrik Rüdebusch als vierter Werfer im vierten Durchgang den Ostfriesen wieder entreißen konnte. Der endgültige Schoetgewinn für die Ostfriesen fiel erst mit dem vorletzten Wurf. In der ostfriesischen Erfolgsmannschaft überzeugten Roman Wübbenhorst (Eversmeer), Andreas Einolf (Dietrichsfeld), Benjamin de Vries (Nesse), Jochen Goldenstein (Moordorf.), Alexander Wind (Utgast), Daniel Brüngers (Münkeboe), Dennis Goldenstein (Moordorf). Für Oldenburg starteten neben Petznik und Rüdebusch Stefan und Christian Runge (Kreuzmoor), Lars Hadeler (Reitland), Niklas Wulf (Mentzhausen, Christian Alberts (Grabstede), Nils Ottersberg (Stollhamm), Sascha Freese (Schweeewarden) sowie Dennis Popken (Grabstede). Der Oldenburger Jugendbetreuer Hinny Harms gab bei der Siegerehrung die Wanderfahne für die siegreiche Mannschaft in die Hände von Eilert Taddigs.

Am Sonntag startet ab 09:00 der Feldkampf der Hauptklasse. Mit dabei der amtierende Europameister Stefan Albarus (Norden).