© / Quelle: NWZ-Online / 25.05.2005

- Der Gemeinnützige -

„Zeit ist in Stunden nicht zu messen“

SPORT Ole Renken beweist seine besondere Klasse erneut

Vater Renke bei Wettkämpfen immer dabei

Der Boßelsport hat einen neuen Helden. Zukünftig wird Ole Renken vom KBV „Bahn-rein“ Zetel-Osterende in einem Atemzug mit den Größen des Friesensports genannt werden.

Ole mit seinen Eltern Renate und Renke Renken vor einer „Siegerfahne“ die seine Erfolge ausweist. Mit professioneller Ein-stellung und seiner ausgeglichenen Art meisterte er die Wettkämpfe.

 

ZETEL/LR - Der 17-jährige Zeteler Ole Renken hat nach dem Sieg bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Westerstede vor einigen Tagen bei den inoffiziellen Weltmeisterschaften der Straßenboßeler in Irland seine besondere Klasse erneut bewiesen und den Titel eines Vizeweltmeisters errungen. Damit sorgte er auch für die beste Einzelplatzierung des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) bei der WM. Nur im Finale musste er sich denkbar knapp dem Iren John O’Rourke geschlagen geben. Eindrucksvoll konnte Renken damit bestätigen, dass der Sieg bei den Europameisterschaften und das Erreichen des FKV-Titels bei den Einzelmeisterschaften 2004 mit der Eisenkugel keine Eintagsfliege war. Die Erfolge des jungen Zetelers, der bereits seit zwei Jahren in der ersten Männermannschaft des KBV Zetel-Osterende aktiv ist und dort mit zu den Leistungsträgern zählt, kommen nicht von ungefähr: Seine Familie, die sich ebenfalls dem Boßelsport verschrieben hat, unterstützt ihn tatkräftig. Sein Vater Renke Renken, der seit fast 30 Jahren zum Stamm der ersten Mannschaft des KBV Zetel-Osterende gehört, trainiert den Sohn intensiv und hat ihn in jedem Wettkampf als Betreuer begleitet. „Die Zeit, die wir gemeinsam auf der Straße beim Training verbracht haben, ist in Stunden nicht mehr zu messen“, so der stolze Vater. Mindestens genauso stolz auf die Erfolge sind Ole’s Schwester Anna wie auch die Mutter Renate Renken, die beim BV Bohlenbergerfeld aktiv boßelt. Sie kann sich auch noch gut an die ersten Schritte des erfolgreichen Sohnes mit der Boßelkugel erinnern: „Am 8. Oktober 1989, dem Tauftag von Anna, bekam Ole seine erste Boßelkugel von einem Nachbarn geschenkt“. In der Folge begann für den damals Zweijährigen das Training vor der eigenen Haustür, wobei im Laufe der Zeit die ein oder andere Scheibe eines Gewächshauses in der Nachbarschaft als ungewolltes Ziel für das Training mit der Klootkugel herhalten musste. Im Alter von acht Jahren trat Ole dann dem BV Bohlenbergerfeld als aktives Mitglied bei, wo er unter anderem gemeinsam mit Johannes Bitter, jetzt Torwart beim Handballbundesligisten SC Magdeburg, zweimal den Mannschaftstitel bei den Landesmeisterschaften der Schüler im Straßenboßeln erringen konnte. Mit elf Jahren wechselte er zum KBV Ruttel, bevor er dann mit 14 Jahren dem KBV Zetel-Osterende beitrat. Aber nicht nur im Bosselsport ist der Zeteler Spitze. Er gehörte auch mit zum Kader des FKV mit der Hollandkugel bei der EM 2004 und ist mit einer Weite um die 65 Meter auch ein sehr guter Klootwerfer.
Ole Renken zeichnet sich besonders in den großen Wettkämpfen durch seine Ruhe und Abgeklärtheit aus. Auf die Frage, welche Gedanken ihm während des Wettkampfes durch den Kopf gehen, antwortet er: „Ich denke in solchen Situationen an Nichts!“ Die Konzentration gilt ausschließlich dem nächsten Wurf. Die Ursache für die in diesem Alter ungewohnt professionelle Einstellung ist zum einen in seiner ruhigen und ausgeglichenen Art begründet, zum anderen aber auch auf die sehr gute Betreuung während des Wettkampfes zurückzuführen. Neben seinem ebenfalls besonnen agierenden Vater ist bei besonderen Wettkämpfen auch sein großes Vorbild, der mehrfache Europameister Hans-Georg Bohlken, dabei. Momentan absolviert der sympathische Sportler eine Ausbildung zum Elektroinstallateur bei der Fa. Nieland in Zetel. Oles sportlichen Aktivitäten werden vom Ausbildungsbetrieb unterstützt.