© / Quelle: friesensport.de-Redaktion / 23.03.2005

Boßelsaison: Rückblick 2004/2005

Ligenstrukturreform erfolgreich umgesetzt

Landesliga Männer I: Westerscheps klar vorne - Haarenstroth und Torsholt steigen ab

Landesliga Frauen I: Schweinebrück Landesmeister - Halsbek und Wiefels steigen ab

Bezirksliga Männer-I: Geheimtipp Schweewarden holt den Titel

von Gerold Meischen

Oldenburg. Die erste Saison im neuen Gewand unter den Einflüssen der Ligenstrukturreform wurde von der Vereinen und Aktiven überwiegend erfolgreich umgesetzt. Die Anwendung der neuen Boßelrichtlinien führte über den gesamten Saisonverlauf zu kaum nennenswerte Anwendungsfehler und Boßelobmann Erich Kuhlmann (Rastederberg) musste nur in geringem Maße in den Ablauf eingreifen. In der Anfangsphase der Saison fehlerhaft interpretierte Regelzusammenhänge wurden im Saisonverlauf auf höchster Ebene abschließend erörtert, angepasst und entschieden und werden, soweit denn die FKV-Versammlung im April die geplanten Änderungen billigt, zur neuen Saison wirksam.

Die Einführung der Seniorenligen Frauen-II, Männer-II und -III als Ausgleich zur Reduzierung der Gruppenstärke von fünf auf vier Werfer hat sich nach anfänglicher Skepsis als wirksam herausgestellt, um jungen Nachwuchskräften bei reduzierter Mannschaftsstärke in den Hauptmannschaften Einstiegsmöglichkeiten zu bieten und den Platz bietenden Senioren dennoch einen adäquaten Ligenspielbetrieb zu gewähren. Einzelne Kreisverbände haben umgehend begonnen, langfristige Planungen für einen soliden Unterbau dieser neuen Seniorenligen anzugehen. Die Reduzierung der Ligenanzahl in den Hauptklassen hat das Leistungsniveau der Kreisligen nachhaltig positiv beeinflusst. 

Wesentliche Kräfteverschiebungen in den einzelnen Klassen durch die Reduzierung der Gruppen-/Mannschaftsstärke sowie der Ligenanzahl haben sich nicht ergeben, sieht man von einzelnen Ausreißern sowohl zum Positiven als auch Negativen einmal ab. Einer dieser Ausreißer ist der neue Landesmeister der Königsklasse, Westerscheps in Männer-I. Mit klarem Vorsprung sicherten sich die Ammerländer schon früh den höchsten Landestitel und überraschten damit schon die gesamte Konkurrenz.

Westerscheps erst der erste Landesmeister nach der Ligenreform.

Landesliga Männer-I: Die Landesliga wurde zur Saison von acht auf zehn Mannschaften aufgestockt. In der Saisonprognose waren Titelverteidiger Spohle und Westerscheps als Favoriten ausgemacht und zumindest Westerscheps wurde dieser Erwartung mehr als gerecht. Beide eilten von Beginn an im Gleichschritt von Sieg zu Sieg. Westerscheps setzte dabei gleich am ersten Spieltag mit dem Auswärtssieg in Schweinebrück ein erstes Achtungszeichen. Zur Hälfte der Hinrunde verlor Spohle, insbesondere durch die Heimniederlage gegen Halsbek, den entscheidenden Kontakt zu Spitzenreiter Westerscheps, das gelassen die Wechselspiele auf der Verfolgerposition zwischen Spohle, Schweinebrück und Halsbek für eine weiteres Absetzen an der Spitze nutzte. In dieser Saisonphase bewies Serienmeister Halsbek Kämpfertugend und reifte entgegen der Saisonprognosen zu einem Titelkonkurrenten heran. Zum Ende der Hinrunde und insbesondere in der Rückrunde verlor Halsbek den nötigen Schneid zusehends und reihte sich in die zuvor erwartete Position im Tabellenmittelfeld ein. In diesen Wirren aus Auf und Ab heftete sich mehr und mehr Schweinebrück an die Fersen von Westerscheps und folgte zur Halbzeit dem Titelaspiranten dicht auf. Eine Vorentscheidung stand am ersten Rückrundenspieltag in Westerscheps mit der der Begegnung der beiden Tabellenführer an. Schweinebrück, bestens präpariert und motiviert, musste in diesem einseitigen Spiel die Stärke der Gastgeber neidlos anerkennen und quittierte den Wettkampf mit der für sie höchsten Saisonniederlage (0:19). Mit den Siegen in Kreuzmoor und daheim gegen Spohle sowie Halsbek nahm Westerscheps die letzten Hürden auf dem Weg zum Titel mit Bravour und verwies die Konkurrenten deutlich in die Schranken. Westerscheps gehört als Urgestein der Landesliga Männer-I seit der Ligengründung im Jahre 1975 ununterbrochen an. Doch erst 30 Jahre nach Einzug in die Landesliga sollte erstmals der Titelgewinn gelingen.

Den vier Liganeulingen Zetel-Osterende und Cleverns aus Nord-West sowie Haarenstroth und Torsholt aus Süd-Ost wurden in der Saisonvorschau vornehmlich im Abstiegskampf erwartet. Zetel-Osterende gelang früh in der Saison ein stetes Absetzen vom Tabellenende und die Frage des Abstiegs stellt sich nicht mehr. Statt dessen lag Zetel-Osterende Mitte der Rückrunde in Schlagdistanz zu den Top3-Plätzen und hätte mit dem sofortigen Einzug in die FKV-Finalrunde für eine Überraschung sorgen können. Da aber die letzten vier Saisonspiele allesamt an die Gegner gingen, ordnete sich Zetel-Osterende im Tabellenmittelfeld ein. Haarenstroth sorgte zum Saisonauftakt mit deftigen Klatschen in Folge gegen TopTeams für Negativschlagzeilen und wurde nach dem ersten Saisondrittel als sicherer Absteiger gehandelt. Überraschende Punktgewinne mit Mittelabschnitt führten Haarenstroth dann aber wieder an die gesicherten Ränge heran und sorgten für Spannung im Abstiegstrubel. Das es schlussendlich nicht reichen sollte blieb bis zum letzten Spieltag spannend. Torsholt nistete sich von Beginn an im Tabellenkeller mit Haarenstroth ein und schaffte zu keiner Zeit Verbesserung. Der Aderlass für die Männer-II war letztendlich ausschlaggebend für die junge Truppe, sollte aber dennoch genügend Mut für einen Neuanlauf in der Bezirksliga geben. Die Mannschaft zeugt von guter Substanz und hat Perspektive. Die hatten zu Saisonbeginn auch Kreuzmoor und Grabstede. Grabstede legte einen ordentlichen Start hin und hielt mit den TopTeams der Liga locker mit. Als sich der endgültige Einzug in die Tabellenspitze mit dem Erreichen des dritten Tabellenranges andeutete, zog der Schlendrian in Grabstede ein und sichere Beute landete doch in Gegnerkörbe. Das am Zielstrich noch der vierte Tabellenplatz heraussprang kann nicht befriedigen, hat die Mannschaft doch phasenweise Extraklasse bewiesen. Kreuzmoor hatte trotz Möglichkeit auf die Nennung einer Männer-II-Mannschaft verzichtet und alle Kraft auf die Männer-I-Klasse gesetzt. Zum Saisonauftakt blieb Kreuzmoor in den Startlöchern hängen und orientierte sich mehr und mehr in die untere Tabellenhälfte. Als zu Beginn der Rückrunde die Alarmglocken in Kreuzmoor laut vernehmlich schrillten besann sich die Mannschaft besserer Tage und legte mit einer kleinen Siegesserie einen Zwischenspurt hin, der die Mannschaft ins gesicherte Mittelfeld hievte. Cleverns startete die Saison mit einem Auswärtssieg nach Maß, wähnte sich in aussichtsreicher Position und wurde doch eines Besseren belehrte. Nach dem Auftaktsieg folgten zwar etliche Spiele für Cleverns, die mit weniger als vier Schoet Unterschied verloren gingen - maßgeblich ist aber Zählbares und da sollte Cleverns in der Hinrunde wenig mehr hinzu gewinnen können. Tief drin im Keller gelang erst am zehnten Spieltag der nächste Sieg, der Hoffnung auf Besserung versprach. Ein Punktgewinn daheim gegen Titelverteidiger Spohle sollte letztendlich den einen Zähler mehr bringen, der zum Klassenerhalt reichte.

Landesmeister Westerscheps startet gemeinsam mit Schweinebrück und Spohle in der FKV-Finalrunde gegen die ostfriesische Konkurrenz mit Landesmeister Pfalzdorf, Westeraccum und Reepsholt. Haarenstroth und Torsholt verlassen die Landesliga und starten in der kommenden Saison in der Bezirksliga, aus der Schweewarden und Bredehorn das Landesligafeld als Aufsteiger komplettieren. 

Geheimfavorit Schweewarden holte Titel und Aufstieg in der neuen Bezirksliga.

Bezirksliga Männer-I: Erstmals mit dem Saisonauftakt startete eine eingleisige Bezirksliga mit zehn Teams, bestehend aus zwei Landesligaabsteigern (Reitland und Ruttel), sechs Verbandsligisten (Bredehorn, Garms und Förrien-Minsen aus Nord-West; Stapel, Rosenberg und Altjührden aus Süd-Ost) sowie den beiden Bezirksligameistern Grabstede-II (Nord-West) und Schweewarden (Süd-Ost). Da Reitland und Ruttel erfahrene Kämpen in neue Männer-II-Teams abwandern ließ, rückte Bredehorn in der Saisonprognose in die Geheimfavoritenrolle. Ein ähnliches Abschneiden wurde Schweewarden und Grabstede-II zugetraut. Von der Papierform her zwar aus der niedrigsten Klasse in die neue Bezirksliga eingezogen wurde den beiden Teams ein deutliches Mitreden in der Titelfrage zugeordnet, da Schweewarden von der Mannschaftsreduzierung auf 16 Werfer profitieren könnte und Grabstede-II souverän die vorangegangene Saison gemeistert hatte.

Bredehorn unterstrich vom ersten Spieltag an den eigenen Anspruch auf Titel und Aufstieg und startete furios in die Saison. Vorneweg stürmte jedoch zunächst Reitland von Sieg zu Sieg. Sechs Siege in Folge ließen Reitland in die unangefochtene Führungsposition wachsen, bevor dann am siebten Spieltag erstmals daheim gegen Bredehorn nicht bestanden werden konnte und die Spitze wieder dichter zusammenrückte. Zwar gelang Reitland die Halbzeitmeisterschaft, doch die im ersten Saisondrittel demonstrierte Überlegenheit hatte klare Dämpfer kassiert und deuteten für die Rückrunde einen Führungswechsel an. Der zweite Favorit, Ruttel, konnte in der Hinrunde wenig überzeugen, hielt sich aber im Sogkreis der Tabellenführung weiterhin in guter Ausgangslage. Schweewarden zeigte sich im steten Auf und Ab der Führungsteams in der Hinrunde unbeeindruckt und hielt jederzeit Kontakt zur Spitze. Mit dem Rückrundenauftakt übernahm erneut Bredehorn das Kommando an der Spitze und schien bereits drei Spieltage vor Saisonende Titel und Aufstieg sicher in der Tasche zu haben. Reitland konnte an die Hinrundenform nicht mehr anschließen und zahlte in der Rückrunde hohen Tribut für den Aderlass vor der Saison in Richtung Männer-II. Gerade Begegnungen gegen direkte Titel- und Aufstiegskonkurrenten gingen verloren und ließen Reitland schlussendlich ins Mittelfeld absacken. Schweewarden manövrierte sich mit einer ausgeprägten Heimstärke und wachsender Auswärtskonstanz Spiel für Spiel auf den zweiten Aufstiegsplatz und fing gar Bredehorn an der Spitzen mit fünf Siegen in Folge bis zum letzten Spieltag noch ab. Ruttel gelang auch in der Rückrunde kein herausragendes Auftreten mehr und sackte ins Tabellenmittelfeld ab. Stapel und Rosenberg gelang im Saisonverlauf das Herantasten in die Ligenspitze - die große Überraschung blieb aber aus und beide zeigten sich mit den erreichten Positionen (Rosenberg - 3. / Stapel - 5.) mehr als zufrieden. Garms konnte dem vor der Saison erwarteten Mitreden in der oberen Tabellenhälfte zu keiner Zeit gerecht werden und überraschte mehr mit Heimschwäche und tollen Auswärtserfolgen bei Titelfavoriten.

Grabstede-II, in der vorangegangenen Saison überlegener Meister der Bezirksliga Nord-West, zahlte einen hohen Preis für die Aufstellung von Männer-II- und -III-Teams und nistete sich von vornherein auf dem letzten Tabellenplatz ein. Nur ein Zähler war auf der Habenseite zu buchen und untermauerten die Chancenlosigkeit der zweiten Grabstede-Vertretung. In ähnlicher Rolle präsentierte sich Altjührden, dass nach großen Zeiten in der Landesliga in den 70er- und 80er-Jahren in der Versenkung zu verschwinden droht. Sechs Zähler aus 18 Spielen sprechen auch hier eine deutliche Sprache. Förrien-Minsen konnte erst im letzten Saisondrittel dank ausgeprägter Heimstärke sich Luft gegenüber den beiden Absteigern verschaffen und wird sich steigern müssen, um in der kommenden Saison frühzeitiger aus der bedrohten Tabellenregion enteilen zu können.

Schweewarden als erster Meister der neuen Bezirksliga sowie Vizemeister Bredehorn tauschen mit Torsholt und Haarenstroth die Plätze in der Landesliga. Altjührden (Süd-Ost) und Grabstede-II (Nord-West) starten in der kommenden Saison in der Bezirksklasse. In die Bezirksliga ziehen zur kommenden Saison Waddens (Süd-Ost) und Rüstringen (Nord-West) ein.

Bezirksklasse Nord-West Männer-I: Die neue Bezirksklasse Nord-West setzte sich aus drei Verbandsligisten (Bockhorn, Bohlenbergfeld und Sandelermöns) und zwei Bezirksligisten (Rüstringen und Steinhausen) nach der Vorsaisontabelle zusammen. Hinzu gesellten sich aus einer einmaligen Aufstiegsrunde im KV Waterkant mit Wiefels (ex-Bezirksliga) und überraschend zwei Bezirksklassevertretern mit Bentstreek und Hohenkirchen. Zum Favoritenkreis zählten vor allem die drei ehemaligen Verbandsligisten, während die Abstiegsplätze den beiden ex-Bezirksklassevertretern von der Papierform her zugeschoben wurde.

Früh etablierte sich Rüstringen in der Spitzenposition. Einzig Bockhorn vermochte den Rüstringern zu folgen den den Druck an der Spitze aufrecht zu erhalten. Bohlenbergerfeld durchlief die Saison mit ausgeglichenem Ergebnis, schaute aber mehr in die untere Tabellenregion und konnte zu keiner Zeit einen Führungsanspruch anmelden. Sandelermöns als dritter ex-Verbandsligist konnte als einziges Saisonfeuer nur den bedauerlichen Brand des eigenen Vereinsheimes vermelden - ein Titelanspruch bestand zu keiner Zeit, wenn auch die Saison mit klarem Abstand zu Meister Rüstringen doch noch mit der Vizemeisterschaft beendet werden konnte. Die als klare Absteiger ausgemachten ex-Bezirksklasseteams von Bentstreek und Hohenkirchen widersprachen allen Prognosen und sicherten sich den Klassenverbleib. Hohenkirchen profitierte dabei ursächlich von einer ausgeprägten Heimstärke bei eklatanter Auswärtsschwäche. Bentstreek liebäugelte gar nach dem ersten Saisondrittel mit dem Titel. Als man sich jedoch dieser Chance bewusst wurde, gönnte man sich flugs eine kleine Niederlagenserie und beraubte sich selbst aller Chancen. Dennoch für beide der Klassenerhalt ein würdiger Erfolg. Steinhausen bezog früh den ersten Abstiegsplatz am Tabellenende und konnte erst am neunten Spieltag den ersten Punktgewinn feiern. Den zweiten Abstiegsplatz entschied dann am vorletzten Saisonspieltag Wiefels für sich. Zwar wehrte man sich tapfer gegen den drohenden Untergang, konnte aber nach der Heimniederlage gegen Sandelermöns am vorletzten Spieltag schon endgültig die Koffer packen.

Rüstringen tauscht mit Grabstede-II den Platz in der Bezirksliga. Wiefels und Steinhausen verabschieden sich in Richtung Kreisliga und werden durch die Kreisligameister Hooksiel (Jeverland/Wilhelmshaven) und Osterforde (Friesische Wehde) ersetzt.

Waddens steigt nach dem Titelgewinn in die Bezirksliga auf.

Bezirksklasse Süd-Ost Männer-I: Drei Verbandsligisten (Halsbek-II, Leuchtenburg und Langendamm-Dangastermoor) sowie zwei Bezirksligisten (Hollwege und Roggenmoor-Klauhörn) bildeten das Grundgerüst der neuen Bezirksklasse Süd-Ost. Hinzu kamen aus einer einmaligen Aufstiegsrunde Waddens (Bezirksliga), Portsloge und Specken (beide Bezirksklasse). In der Saisonprognose wurde ein Zweikampf zwischen Leuchtenburg und Langendamm-Dangastermoor erwartet. Halsbek-II hatte als dritte ehemaliger Verbandsligist bereits in der abgelaufenen Vorsaison wenig bewegt und das Tabellenschlusslicht gebildet. Da nun auch noch Kämpen an Männer-II und -III abzugeben waren, wurde Halsbek-II von vornherein wenig zugetraut. Langendamm-Dangastermoor hatte vor der Saison trotz amtierender Männer-II-Meisterschaft auf die Meldung einer Männer-II-Landesligavertretung zu Gunsten einer starken Ersten verzichtet und setzte vollends auf Titel und Aufstieg in die Bezirksliga.

In der Hinrunde bestimmten Hollwege (Halbzeitmeister) und Leuchtenburg das Geschehen an der Spitze, während Langendamm-Dangastermoor auf die eigene Heimstärke vertrauend mehr auf die Rückrunde setzte. In der zweiten Saisonhälfte kippte dann die Führungsrolle zu Gunsten von Langendamm-Dangastermoor und überraschend Waddens. Während Hollwege und Leuchtenburg zusehends Federn durch Auswärtsniederlagen ließen, stabilisierte sich das Leistungsvermögen von Langendamm-Dangastermoor und Waddens auf hohem Niveau und ließ beide in einem echten Finale am letzten Spieltag in Waddens zum entscheidenden Vergleich aufeinander treffen. Aus diesem Vergleich ging Waddens als Sieger hervor und sicherte sich Titel und Aufstieg in die Bezirksliga. Langendamm-Dangastermoor wird sich der Frage stellen müssen, ob es richtig war, auf glänzende Titelchancen in Männer-II zu Gunsten der Ersten verzichtet zu haben und nun gänzlich mit leeren Händen dazustehen.

Bereits frühzeitig festigte Halsbek-II den ersten Abstiegsplatz und blieb über den gesamten Saisonverlauf den Nachweis der Klassentauglichkeit schuldig. Als dann gar wegen Einsatz eines nicht spielberechtigten Werfers ein Heimsieg gegen Portsloge in eine Niederlage gewandelt werden musste, war der zweite Abstieg in Folge perfekt. Den zweiten Abstiegsrang besetzte im Saisonfinale nach einem direkten Vergleich gegen Konkurrent Roggenmoor-Klauhörn die Vertretung aus Specken. Damit ziehen gleich zwei Teams in die Kreisliga Ammerland ein. Roggenmoor-Klauhörn konnte mit dem überragenden Sieg in Specken den Abstieg im letzten Moment abwenden. Portsloge, wie Specken und Waddens erst über das einmalige Ausscheidungswerfen für die Spielklasse qualifiziert, lief zwar immer in Abstiegsgefahr durch die Saison, konnte diesen aber ebenso wie Roggenmoor-Klauhörn im Schlussspurt und dem Punktgewinn am grünen Tisch gegen Halsbek-II abwenden.

Waddens tauscht mit Altjührden den Platz in der Bezirksliga. Halsbek-II und Specken ziehen in die Kreisliga Ammerland ein. Die freiwerdenden Plätze besetzen Mentzhausen (Kreisliga Butjadingen/Stadland) und Langebrügge (Ammerland).

Halsbek ist der erste Landesmeister aus der neuen Punktspielrunde.

Landesliga Männer-II Meisterrunde: Erstmals zur neuen Saison schickte der Landesverband Männer-II-Teams in eine Landesligasaison. Da zum Saisonstart elf Teams den Wettkampf aufnahmen, wurden in einer Vorrunde in zwei Gruppen zunächst Teilnehmer an einer abschließenden Meister- bzw. Abstiegsrunde ermittelt. Die erste Vorrundengruppe mit Schweinebrück, Ruttel, Westerscheps, Torsholt und Augusthausen beherrschte Schweinebrück nach belieben und sicherte sich ohne Punktverlust den ersten Rang. Mit Schweinebrück zogen Westerscheps und Ruttel in die Meisterrunde, während Augusthausen und Torsholt in die Abstiegsrunde mussten. In der zweiten Vorrundengruppe focht ein Zweikampf zwischen Reitland, vor der Saison in der Prognose als Titelfavorit ausgemacht, und Halsbek, den Reitland schlussendlich für sich entschied und zusammen mit Halsbek und Portsloge in die Meisterrunde einzog. In die Abstiegsrunde mussten Moorriem, Grabstede und abgeschlagen Wiarden.

In der nachfolgenden Meisterrunde kam Schweinebrück als erster Tabellenführer schnell aus dem Schritt und verlor wichtige Zähler im direkten Vergleich gegen Halsbek und daheim gegen Reitland. Der Punktverlust im Auswärtsspiel in Portsloge machte schnell alle Titelträume zunichte. Halsbek und Reitland eilten von Sieg zu Sieg und hielten den Zweikampf an der Spitze aufrecht. Eine Vorentscheidung zu Gunsten Halsbek fiel am vorletzten Spieltag, als Reitland daheim gegen Schweinebrück einen Punkt ließ. Im abschließenden Spiel setzte sich Halsbek dann über das Holzdetail klar in Schweinebrück durch und sicherte sich den ersten Landesmeistertitel, der in einer Punktspielrunde vergeben wurde. Reitland konterte zwar mit einem deutlichen Sieg zum Saisonabschluss in Ruttel, trauert aber dem verlorenen Heimpunkt gegen Schweinebrück nachhaltig nach. Als Trost bleibt den Reitlandern das Wissen, die mit Abstand stärkste Gummitruppe ins Rennen geworfen zu haben, das erstklassige Rundenergebnisse nachweisen konnte, an die selbst gestandene Männer-I-Landesligisten im Vergleich nicht herangekommen sind. Halsbek vertritt den Landesverband im FKV-Finale gegen Ostfrieslandmeister Pfalzdorf.

In der Abstiegsrunde dominierten die beiden Vertreter aus der ersten Vorrundengruppe, Torsholt und Augusthausen, und sicherten sich den Verbleib in der Landesliga. Die unterlegenen Teams von Moorriem, Grabstede und Wiarden müssen die Saisonpause abwarten, ob sich weitere Teams für den Männer-II-Spielbetrieb melden und eine Bezirksliga aufgestellt werden kann. Gelingt dies nicht, gehen alle Teams in der kommenden Saison wieder in die Landesliga Männer-II.

Altjührden entthronte Titelverteidiger Spohle.

Landesliga Männer III   In der Saisonprognose wurden den Teams von Altjührden, Spohle (Titelverteidiger) und Halsbek beste Chancen auf den erstmals im Punktspielbetrieb zu vergebenden Landesmeistertitel zugesprochen. Frühzeitig bildete sich ein Führungsduo im Gleichschritt im Altjührden und Spohle. Über den gesamten Saisonverlauf blieb der Gleichschritt beibehalten. Selbst das erste direkte Aufeinandertreffen in Spohle zum Hinrundenende fand keinen Sieger. Halsbek konnte hingegen kaum mit den Führenden mithalten und führte die Verfolgergruppe an. Nachdem bereits alles auf ein großes Finale der beiden Führenden in Altjührden am letzten Spieltag hindeutete, patzte Spohle am vorletzten Saisonspieltag ausgerechnet in Kreuzmoor und überließ Altjührden den Titel. Halsbek und Torsholt konnten den Führenden nur schwerlich folgen und nisteten sich früh an der Spitze des Verfolgerfeldes ohne echte Titelchancen und Abstiegsgefahren ein.

Gegen den Abstieg in die Bezirksliga entwickelte sich im Saisonverlauf ein spannender Vierkampf zwischen Bohlenbergfeld, Kreuzmoor, Astede und Reitland. Kreuzmoor als Remiskönig der Spielklasse konnte sich mit dem Heimsieg gegen Spohle endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden. Bohlenbergerfeld nutzte beste Chancen in der Rückrunde gegen direkte Konkurrenten und brachte sich ebenso sicher in Sicherheit. Somit blieben die Abstiegsplätze für Reitland und Astede vorbehalten.

Altjührden vertritt den Landesverband im FKV-Finale gegen Ostfriesland-Meister Upgant-Schott. Reitland und Astede werden durch Leuchtenburg und Schweinebrück in der Landesliga ersetzt.

Bezirksliga Männer III   Leuchtenburg, Schweinebrück und Haarenstroth gebührte vor der Saison die Favoritenrolle für Titel und Aufstieg in die Landesliga. Schweinebrück startet furios mit einem Kanterheimsieg gegen Portsloge in die Saison, gönnte sich aber gleich anschließend vermeidbare Niederlagen und musste Leuchtenburg an der Spitze ziehen lassen. Im Laufe der Rückrunde festigte sich das Bild mit dem Führenden Leuchtenburg und den beiden gleichauf folgenden Teams von Schweinebrück und Haarenstroth um den zweiten Aufstiegsplatz, den Schweinebrück punktgleich mit Haarenstroth dank des besseren Schoetverhältnis für sich entschied. Portsloge blieb über den gesamten Saisonverlauf den Nachweis der Ligentauglichkeit schuldig und konnte den letzten Tabellenrang nie verlassen. 

Schweinebrück holte nach 2003 erneut den Titel.

Landesliga Frauen  Zu einer Aufstockung von acht auf zehn Teams konnte sich die Verantwortlichen für die Frauenlandesliga nicht durchringen. In der Saisonprognose wurde Titelverteidiger Reitland neben Kreuzmoor, Halsbek und Schweinebrück beste Titelchancen eingeräumt. Schweinebrück eröffnete den Titelkampf mit einer Siegesserie von sieben Siegen in Folge und der unangefochtenen Herbstmeisterschaft. Insbesondere der Auswärtssieg am letzten Spieltag beim direkten Konkurrenten Reitland ließen die Titelträume in Schweinebrück wachsen. Reitland patzte in der Hinrunde daheim gegen Westerscheps und Schweinebrück und ordnete sich im Verfolgerfeld ein. Kreuzmoor konnte gegen Reitland und Schweinebrück nicht mithalten und fügte sich ebenso im Verfolgerfeld ein. Halsbek überraschte mit einer Negativserie, hatte von Beginn an mit der Titelfrage nichts zu tun und kämpfte fortan gegen den Abstieg. In der Rückrunde ließ Schweinebrück mit Unentschieden in Westerscheps und Halsbek sowie einer Niederlage in Kreuzmoor Titelverteidiger Reitland wieder aufschließen und steuerte auf ein entscheidendes Finale daheim gegen Reitland zu. In diesem Endspiel reichte dann ein Heimunentschieden, um den Titelträger zu entthronen, den Titel selbst einzufahren und den Landesverband gemeinsam mit Reitland und Kreuzmoor gegen die Ostfrieslandvertreter Reepsholt (Meister), Pfalzdorf und Ihlowerfehn zu vertreten.

Das Tabellenmittelfeld bildeten über den gesamten Saisonverlauf Westerscheps und Haarenstroth. Haarenstroth baute von Beginn an auf die eigene Heimstärke und zog Punkt um Punkt. Westerscheps überraschte mit dem Auswärtssieg in Reitland, verlor aber unnötige Punkte gegen direkten Konkurrenten im Rennen um Titel und FKV-Finalrunde.

In der Abstiegsfrage qualifizierte sich Wiefels chancenlos frühzeitig für den ersten Abstiegsplatz. Ruttel konnte sich scheinbar frühzeitig aus dem Abstiegskampf mit einer kleinen Siegesserie zu Saisonmitte verabschieden, um dann mit einer Niederlage ausgerechnet in Wiefels den Gastgeberinnen den einzigen Saisonerfolg zu gönnen und sich selbst in akute Abstiegsgefahr zu bringen. In einem echten Saisonfinale mussten am letzten Spieltag Punkte in Halsbek her, um die Gastgeberinnen noch zu übertrumpfen. Und es gelang - Ruttel siegte in Halsbek am letzten Spieltag sicher und erhielt die Klasse, während Ligenurgestein Halsbek die für sie verkorkste Saison mit dem Abstieg quittieren musste.

Sandelermöns zieht nach dem Titelgewinn wieder in die Landesliga ein.

Bezirksliga Nord-West Frauen Die Bezirksliga wurde zum Saisonstart neu aufgestellt. Aus der Landesliga zog Bredehorn in die neue Bezirksliga ein. Hinzu gesellten sich mit Schweinebrück-II, Zetel-Osterende, Sandelermöns und Bohlenberge vier Verbandsligisten. Komplettiert wurde das Feld mit den Bezirksligisten Neustadtgödens (Meister), Bockhorn und Grabstede. In der Saisonprognose gebührten Landesligaurgestein Bredehorn und der zweiten Vertretung von Schweinebrück die besten Titelchancen. Beide sollten allerdings frühzeitig alle Optimisten Lügen strafen und ordneten sich in der unteren Tabellenhälfte ein. Dafür bestimmten Sandelermöns und Bohlenberge das Geschehen an der Tabellenspitze. Über den gesamten Saisonverlauf entwickelte sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen um Titel, Aufstieg und gegen den Abstieg.

Bredehorn bestach in der Hinrunde mit einer Niederlagenserie und bildete zur Halbzeit das Tabellenschlusslicht. Die Spitze hielten Bohlenberge und Sandelermöns. Geringe Punktabstände hielten für alle Teams jederzeit alle möglichen Optionen bereit. In der Rückrunde besann sich Bredehorn besserer Tage und schloss wieder zum Mittelfeld auf. Im Gegenzug ließen insbesondere Neustadtgödens und Schweinebrück-II Federn und rutschten in die untere Tabellenregion ab. Im Endspurt setzte sich Sandelermöns dann gegen Bohlenberge durch und feierte Titel und Aufstieg in die Landesliga. Punktgleich gingen die beiden Titelfavoriten Bredehorn, Schweinebrück-II und Neustadtgödens am letzten Spieltag über den Zielstrich. Schweinebrück-II und Neustadtgödens quittierten damit die Saison mit dem Abstieg. Bredehorn musste noch bangen, sollte Ruttel aus der Landesliga absteigen müssen. Der Ruttel-Sieg in Halsbek in der Landesliga bedeutete dann schlussendlich auch den Klassenerhalt für Bredehorn.

Sandelermöns steigt als neuer Meister in die Landesliga auf und tauscht den Platz mit Wiefels. Schweinebrück-II und Neustadtgödens steigen in die Kreisliga ab und werden durch Steinhausen (Friesische Wehde) und dem Sieger aus dem Ausscheidungsspiel zwischen der zweiten Vertretung von Sandelermöns (Jeverland) und Neuengroden (Wilhelmshaven) ersetzt.

Ab in die Landesliga nach dem überragen-den Titelgewinn: Stollhamm

Bezirksliga Süd-Ost Frauen Moorriem, Spohle und Waddens aus der ehemaligen Verbandsliga bildeten das Favoritentrio in der Saisonprognose mit der Neuaufstellung der Bezirksliga. Aus der alten Bezirksliga kamen Delfshausen, Rosenberg, Esenshamm, Augusthausen und Waddens hinzu.

Der Saisonauftakt war bestimmt durch eine Siegesserie von Stollhamm und eine Pleitenserie von Favorit Moorriem, das sich im weiteren Saisonverlauf besserer Zeiten besann und wieder zu Stollhamm aufschloss. Stollhamm sicherte sich souverän die Halbzeitmeisterschaft und ließ auch in der Rückrunde nichts mehr anbrennen. Mit zwei Unentschieden und zwölf Siegen im Gepäck bestanden zu keiner Zeit Zweifel am neuen Meister und Aufsteiger. Moorriem konnte nur ansatzweise Schritt halten und sicherte sich dennoch den Vizetitel. Delfshausen konnte der Favoritenrolle nie gerecht werden und beschloss die Saison als Tabellendritter. Waddens, vor der Saison zum Favoritenkreis gezählt, musste schlussendlich den Abstieg gegen starke Konkurrenz akzeptieren. Esenshamm schien bereits zum Ende der Saison abgeschlagen am Tabellenende nach Niederlage auf Niederlage als erster Absteiger ausgemacht, berappelte sich aber in der Rückrunde und konnte glücklich doch noch den drohenden Abstieg abwenden. Rosenberg wurde im Saisonverlauf aus dem Tabellenmittelfeld ans Tabellenende gespült und hatte keine Chance mehr, sich dem drohenden Abstieg zu erwehren. Augusthausen und Spohle erlebten "nicht Fisch - nicht Fleisch" und dümpelten im Tabellenmittelfeld vor sich hin.

Stollhamm tauscht den Platz mit Halsbek in der Landesliga. Waddens und Rosenberg gehen in die Kreisligen zurück und tauschen die Plätze mit Schweewarden (Butjadingen) und Roggenmoor-Klauhörn (Ammerland).

Titelgewinn perfekt: Schweinebrück

Landesliga Frauen II Mit Titelverteidiger Delfshausen und Schweinebrück machten in der Saisonprognose zwei Teams den Titelkampf unter sich aus. Schweinebrück wurde dabei der zugesprochenen Favoritenrolle derart überlegen gerecht, dass den Verfolgern frühzeitig jegliche Titelambitionen genommen wurden. Ein Unentschieden bei 13 Siegen sprechen eine deutliche Sprache von der Dominanz der Schweinebrückerinnen. Das Verfolgerfeld lebte vom Zweikampf der beiden Verfolger Reitland und Delfshausen, das Reitland mit einem Sieg in Delfshausen am letzten Spieltag für sich mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft für sich entscheiden konnte. Ähnlich die Situation am Tabellenende, das in Portsloge mit nur zwei Unentschieden und zwölf Niederlagen ebenso frühzeitig einen Platzhalter für die rote Laterne fand. Grünenkamp, Spohle, Neustadtgödens und Wiefels präsentierten sich als verlässliche Punktelieferanten für die Spitzenteams und raubte sich gegenseitig im Mittelfeld Punkte.

Schweinebrück vertritt nun den Landesverband im Kampf um die FKV-Krone gegen Ostfrieslandmeister Ihlowerfehn.