© / Quelle: Stefan Albarus / 03.08.2004

Deutschland Champions

Europameister Albarus im Niedersachsen-Team

Ein Reisebericht

von Stefan Albarus

Norden. Im Februar rief mich eine gewisse Anja Schneider vom Bayerischen Rundfunk auf dem Handy an und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte bei der Fernsehsendung "Deutschland-Champions" für das Team Niedersachsen teilzunehmen. Anja war vom  BR beauftragt, das Team aus Sportlern zusammenzustellen. Im ersten Moment war ich eigentlich begeistert - so etwas bekommt man ja nicht alle Tage geboten. Außerdem wäre es wirklich wieder einmal eine Chance etwas "publicity" für unseren Sport zu betreiben. Als sie allerdings erwähnte, das die Aufnahmen im Europapark Rust bei Freiburg stattfinden, erhielt die anfänglich gute Stimmung einen Dämpfer. Denn: Auch der Bayerische Rundfunk muss sparen, die Anreise erfolgt mit Mannschaftsbus via Hannover. Naja, war erst mal egal. Zur Auswahl wurde ich zum Casting in das Rundfunkzentrum des NDR nach Oldenburg eingeladen.

Nach mehreren "Anläufen" dieses Zentrum zu finden traf ich dann auf eine völlig entnervte Anja Schneider. Völlig entnervt deswegen, weil sie für mich per Handy den Oldenburg-Navigator spielen musste. Vielleicht wäre das alleine ja auch nicht so schlimm gewesen, die Anja kommt aber nun mal aus München und ich aus Ostfriesland. Ja, nun...die Haare waren gerauft, die Zigaretten gequalmt, die Nerven am Ende ... aber ich habe es gefunden und Anja lächelte. Dann ging es los: Die üblichen Fragen vor der Kamera: Wo kommst du her/Was für ein Sport betreibst du/ Warum bist gerade Du geeignet und warum bist du denn eigentlich so toll ... also wieder mal eine Situation die man nicht alle Tage hat. (Hoffentlich kommen diese Aufnahmen nicht in den Umlauf). Also gut: Als ich fertig war mit den Aufnahmen und wir uns so unterhielten und flachsten, stellte ich mal so beiläufig die Frage wer denn noch so in die Auswahl käme. Da stellte sich dann heraus, das kurz vor meinem Casting ein gewisser Hans-Georg-Bohlken den Raum verließ. (Am Vormittag hatten wir noch gegeneinander geworfen und er hatte nichts erzählt, dieser Schlingel!) Abends stellte ich ihn dann telefonisch zur Rede : "Hast mich ja nicht gefragt" kam dann als Antwort. Wie immer hatte er Recht ... Nachdem sich meine Begeisterung bezüglich der 12 Stunden Anfahrt mit dem Reisebus über Hannover anfänglich in Grenzen hielt, überwog jetzt doch das Interesse, wenn denn auch Hans-Georg im Team mitspielen würde. Zugegebenermaßen wurde aus diesem Interesse Neugierde, ob der Information das die amtierende Miss Niedersachsen bei Hannover zusteigen würde. Trotzdem ließ ich mir gegenüber Anja Schneider nichts anmerken. Im Gegenteil:  Hansi und ich würden nur als Team anreisen! "Was glaubt sie denn mit wem sie es zu tun hat!" Normalerweise würden wir nur fliegen, und so weiter... (Als das Gespräch beendet war, musste ich richtig laut lachen) Zwei Tage später war der Drops gelutscht. Anja hatte angebissen. Wir waren beide auserwählt.

Ich setzte mich mit Hansi in Verbindung wegen der Anreise. Ich musste also irgendwie nach Oldenburg kommen, mich dort mit Hansi treffen um dann pünktlich morgens um 8:00 Uhr in Hannover den beliebten Reisebus zu besteigen. Dieses wäre auch kein Problem gewesen, die Züge fahren aber so früh nicht ab Norden. Das wäre aber ja wiederum auch kein Problem gewesen sollte man meinen wenn sich da nicht folgende Situation dargestellt hätte: 4 Wochen vorher wurde ich auf dem Weg nach Warendorf mit dem Dienstwagen meines Chefs mit "Überschall" fotografiert. Also befand sich meine Lizenz auch schon während der Europameisterschaften für einen Monat im Tresor des Straßenverkehrsamtes Gütersloh. ( Für solche die es interessiert: Golf Variant TDI, hellblau/ 44km/h innerhalb zu schnell/145 Euro/4 Punkte/1 Monat)  - Ich müsste mich dann, mitten in der Nacht, zum Zug nach Emden bringen lassen. Das fängt ja gut an ...

Als die Europameisterschaften dann vorbei waren, befand ich mich anschließend zu einem einwöchigem Tauchurlaub in Ägypten. Das passte mir ganz gut, weil man da ja auch nicht unbedingt einen Führerschein braucht. Am Urlaubstag Nummer Sechs und Tauchgang Nummer fünf im Roten Meer klingelte das Handy: Bayerischer Rundfunk, Anja Schneider. Hans Georg hätte aus beruflichen Gründen abgesagt. Was sie jetzt machen sollte und ob ich nicht einen Ersatzmann hätte. Ich soll sie jetzt nicht hängen lassen, das steht ja jetzt schon alles und so weiter ... Um irgendwelchen Suizidversuchen vorzubeugen, legte ich erst einmal aus Ägypten das heilige Versprechen ab, das Vorhaben "Deutschland Champions" alleine fortzusetzen. In Bezug auf den Ersatzmann hatte ich nur die Handy Nummer von Robert Djuren und Jens Stindt, die mir jetzt spontan einfielen und Anja zukommen ließ. Leider war Roberts Nummer falsch und Jens wohl nicht so begeistert.

Der Zeitpunkt hätte nicht günstiger für mich sein können, als meine alleinige Anreise mit dem ICE von Anja genehmigen zu lassen. Keine Lizenz, muss über Hannover, kein Auto, zu stressig, keine Zugverbindungen und so weiter setzte ich dann als Begründung ab. Anja hätte mich jetzt mittlerweile schon mit dem Hubschrauber geholt ....

Das Abenteuer begann: 
Ich setzte mich morgens um neun in Norden in den Zug. Es gab eine ganz gute Verbindung über Bremen da betrug die Fahrtzeit 8:30 Stunden. Fahrtziel war Herboltsheim im Breisgau. Ich würde dort laut Anja von einem "Schildträger" abgeholt. In Bremen war kurz zuvor ein Unwetter niedergegangen. Daran lag es denn auch das ich eine halbe Stunde auf dem nächsten Zug warten musste. In dem Zug Platz genommen und abgefahren gab es nach 5 Minuten aus voller Fahrt eine Vollbremsung. Den Schreien der Frauen folgte ein unnachgiebiges Aufstöhnen der Fahrgäste als der Schaffner per Bordlautsprecher verkündete: Blitzschlag im Stellwerk, weiterfahrt verzögert sich um weitere zwanzig Minuten. Also: Handys raus, "komme später", sag den Kindern Bescheid, geh noch mal mit dem Hund raus, und so weiter ... Zeit die Augen zeitweise zu schließen und zu entspannen. Wir standen immer noch, als ich durch ein Schatten der am Zug vorbeihuschte, geweckt wurde. Auf einmal klopfte es am Fenster. Ich sollte doch dem Schaffner in den hinteren Abteilen mitteilen, die Türen zu öffnen. "Wer sind sie denn?" fragte ich. "Der Lokführer" antwortete er. Da hat dieser Mann doch glatt das rote Signal dazu genutzt seine Lok auf  irgendwelche Folgen des Blitzschlages zu inspizieren. Außer Acht gelassen hat er aber, das sich die Türen einer Lokomotive deutscher Bauart aus verständlichen Gründen nur von innen öffnen lassen. Ich sprang also auf um mich auf die Suche nach dem Schaffner zu machen. Eile war vor allem jetzt geboten, weil das rote Signal auf grün wechselte und ein stehender Zug auf den Gleisen die nachfolgenden "Lokführer" ja sicher auch nicht zur Heiterkeit animieren würde ... Mit der Kopffarbe des roten Haltesignals, bahnten sich der enteignete Lokführer und der entsetzte Schaffner, unter tosendem Applaus der Fahrgäste ihren Weg durch das Zugabteil den Weg zur Lok. Die Emotionen in dem Zugabteil erfuhren noch eine Steigerung als sich der Zug endlich in Bewegung setzte. Entsetzen und Wut  wandelte jetzt in tiefe Dankbarkeit.

Nachdem ich einem "sehr interessanten" Gespräch von zwei jungen Theologiestudenten zuhören durfte, kam ich in freudiger Erwartung meinem Ziel Herboltsheim näher. In der Ferne waren schon die Silhouetten vom Europapark zu sehen. Unter anderem die, der schnellsten und größten Achterbahn Europas namens "Silverstar".  Vielleicht bekamen wir ja auch die Gelegenheit damit einmal zu fahren?  In Herboltsheim-Hauptbahnhof stehend, war ich auf der Suche nach einem Schildträger. Vielleicht könnte er mir ja beim Kofferschleppen behilflich sein, hatte mich eigentlich darauf vorbereitet ins Finale zu kommen um noch zwei Tage länger das "VIP- Dasein zu genießen". Gleichwohl der Hitze hatte ich doch (zu) viele Klamotten dabei. Ich stieg also aus, der Zug fuhr ab und ich stand da wie bestellt und nicht abgeholt. Das einzige ungewöhnliche was ich im Menschengewimmel kurzzeitig wahrgenommen hatte, war eine Person mit Tropenkleidung und Tropenhut Modell "Mick Dundee" um den sich mehrere Leute sammelten ... Dieser Mensch Marke "Mick Dundee"  stieg jetzt in einen silbernen Bus. Im Wegfahren konnte ich in dem silbernen Heck des VW T5 dann noch die Letter "Deutschland-Champions" erkennen. Zeitgleich setzte ich einen Spurt an. Die Taschen waren mir egal ... ich wollte nur in diesem Bus. Als ich den Bus erreichte, und auf  Mick Dundee einredete sagte er: "Wieso? Ich habe doch 5 Leute" (Parallel reiste das Bundesland Hessen an) "Vergleich mal die Namen auf deiner Liste....Ach so, ja dann: "Herzlich Willkommen" meine Koffer waren noch da. Auf geht's ins Hotel El-Andaluz.

Das Hotel El-Andaluz ist ein 4 Sterne Hotel mit direktem Zugang zum Europapark Rust. Eine wunderschöne Anlage mit perfektem Ambiente und sehr freundlichen Personal. Mit den Koffern bewaffnet ging es dann zur Rezeption um einzuchecken, wurde Zeit das man sich nach neun Stunden Zugfahrt endlich mal etwas Frischmachen konnte. Mit dem Aufschließen per E-Card des Doppelzimmers 602 und erster Inspektion der King-Size Betten sowie der sanitären Installationen waren dann erst mal alle "Unwägbarkeiten" vergessen und es überwog dann doch die Freude. Laut "Mick Dundee" hätten wir 20 Minuten zum Einchecken, dann werden wir abgeholt um uns mit den Orga-Team des Bayerischen Rundfunkes sowie meiner und den gegnerischen Mannschaften im Park zum Essen zu treffen. Es war mittlerweile ca. halb sieben abends als wir Micks T5 bestiegen. Vorher gab es noch die üblichen "Sperrzonenausweise" für den Park. Plastikkarte Team Niedersachsen, Deutschland Champions am bedruckten schwarzen Bande. Wow!

Im Park wurden wir dann von Studentin Barbara empfangen. Studentin Barbara muss man sich vorstellen als nette, bildhübsche Teilzeitmitarbeiterin des Bayerischen Rundfunks mit einem ganz süßen Allgäuer Dialekt. Studentin Barbara war jetzt also dafür zuständig, uns vom VIP-Eingang des Europaparks in das Restaurant zum Essen zu führen. Mit dem selben Tempo wie Mick Dundee ohne Vollzähligkeitskontrolle den Bahnhof Herboltsheim verlassen wollte, folgten wir also dann unserem bajuwarischen Edelgeschöpf in Sprintermanier durch die Katakomben des Europa-Parks. Zielstrebigen Ganges, die Karte hochhaltend, fühlte man sich hinter Studentin Barbara unweigerlich an Besuchergruppen ostasiatischer Herkunft erinnert. Wir vertrauten ihr blind ... Es waren die Hessen, denen als erstes auffiel, das wir öfter als Normal die Richtung wechselten und die Schienen der Achterbahn "Silverstar"  bereits zum zweiten Mal kreuzten. Der Parkbetrieb war aufgrund der fortgeschrittenen Zeit durch stressbedingte Navigationsstörungen seitens Studentin Barbara, zum Glück vollends zum Erliegen gekommen. Durch unsere unmittelbare Nähe zu den Schienen erbten wir entsprechend böse Blicke des Sicherheitspersonals. Studentin Barbara schien das nichts auszumachen. Nach etlichen Überquerungen von Werkzeugkisten und mehrfachen Umrundungen der nach gebauten Länder des Europa-Parks betraten wir dann endlich wieder festen Boden. Das Restaurant war zum Greifen nahe, und Barbara glücklich. Vor dem Betreten des Etablissements' mussten wir allerdings noch den heiligen Schwur ablegen die Vorstandsriege des Bayerischen Rundfunks nicht unbedingt in Barbaras Navigationskünste einzuweihen. Machen wir natürlich auch nicht ...

In einem urgemütlichen Restaurant saßen wir dann zu Tisch. Die Teams aus Saarland, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen waren also die Hauptakteure bei der Sendung 4 und bedienten sich am Buffet'. Hier gab es dann auch ein Wiedersehen mit einer überglücklichen Anja Schneider, nebst ihrer Kollegin Sophie. Geplant war also zunächst sich beim Essen etwas kennen zu lernen. Unser Team bestand aus einem ehemaligen Sprinter und drei Kunstturner alle aus Hannover. Weiter gehörte die Torhüterin der Hockey-Nationalmannschaft Julia Zwiehl  zu unserem Team. Nicht zu vergessen ist unser späteres "Küken" (weil erst blutjunge 19 Lenzen) Julia Wilcke aus Garbsen. Amtierende "Miss Niedersachsen".  Zu jedem Team gehört auch ein Promi, bei uns übernahm diese Ehre Jenny Elvers-Elvertzhagen, sie kommt bekanntermaßen aus Amelinghausen bei mir um die Ecke.

Das Team Brandenburg war durch Boxer Axel Schulz, Hessen durch Sänger Matthias Reim und das Saarland durch den Ex-Fußballer Stefan Kuntz vertreten. Alle Promis würden erst nächsten Tag zu uns stoßen wurde uns gesagt. Außerdem wäre heute Abend die Aufzeichnung der Sendung drei und dazu wären wir dann eingeladen. Also gut, gegen acht machten wir uns dann auf den Weg zur Arena. In mitten einer abgegrenzten Containerstadt mit Aufenthaltsräumen, Garderoben, Maskenbildnern war eine Arena aufgebaut worden, wo die Aufzeichnungen und dementsprechend auch die Spiele stattfanden. Ein riesiges Zelt zur Bewirtung des gesamten Personals stand auch zur Verfügung, hier konnte man zu festgelegten Essenszeiten speisen sowie unbegrenzt Getränke aller Art konsumieren. Die Arena war gefüllt, die Stimmung war gut und die Aufzeichnung unserer Vorgänger verlief Prima. Nur die Herren und Damen aus Berlin waren mit Promi, Sängerin Jeanette wohl nicht so zufrieden. Die Dame trug nämlich bei ihrem sportlichen Auftritt vor ihrer Gesangseinlage einfach zu hochhackige Schuhe um ihre Mannschaft fair zu vertreten. Zum völligen Unverständnis aller trug sie beim Singen anschließend keine Schuhe. Auch aus diesen Gründen zog dann Baden Württemberg in das Finale ein.

Wir waren uns einig, da wollten wir auch hin. Als die Aufzeichnungen beendet waren, ging ein langer Reisetag für uns zu Ende und das Team Niedersachsen begab sich ins Hotel El Andaluz zum abschließenden Weißbier. Auf unserer Super-Terrasse saß dann noch ein Freund der Hotel-Familie namens Berti Vogts vor uns, mit dem wir noch etliche Prognosen zur damals noch bevorstehende Fußball-EM in Portugal diskutieren durften. Wie viele andere lag auch er bei seinem Tipp völlig daneben. Auch ein Berti Vogts kocht eben nur mit Wasser.

Nach einem Super-Frühstück im Hotel warteten wir mit dem Team Niedersachsen in der Empfangshalle des Hotels El Andaluz auf  Micks T5, um zu den Proben gefahren zu werden. Meine Augen erblickten Sophie. Mit Kaffeetasse in der Hand schreitete Sophie über den Empfangsplatz wie Franzi von Almsick nach verpasster Goldmedaille. Im Schlepptau eine ungewohnt introvertierte Studentin Barbara. Man ließ verlauten das es nach dem Finaleinzug von Baden Württemberg wohl eine gewaltige Fete gegeben haben soll. Aus vorher genannten Gründen, wie sich später herausstellen sollte, habe ich auch Anja nicht erblicken können ... Na, die sollten erst mal die Niedersachsen kennen lernen, sagten wir uns. In der Arena gab es denn auch erst einmal ein Briefing über den Ablauf und das Verhalten bei den Spielen durch die Aufnahmeleiterin ... ich nenne sie mal " Frau Resolut". "Frau Resolut" war es, die mir meine Grenzen aufzeigte, nachdem ich mich während der Proben mit Küken Julia beschäftigte ... Ich kann mich sehr gut erinnern, das ich eine ähnliche Zurechtweisung anlässlich eines Fehlverhaltens anno 1989 in Hamburg zur Grundausbildung der Bundeswehr erfuhr.

Die Spiele waren eigentlich recht lustig aber doch blieb ein gewisses Restrisiko für die Gesundheit. Bei einem Spiel ging es darum, eine Fläche mit einer überspannten Plastikplane zu überqueren. Hierbei mussten nebenbei zwei gefüllte Wassereimer ins Ziel gebracht werden. Die Schwierigkeit bestand jetzt darin, das unter dieser Plastikplane die Gegner lagen und die Möglichkeit bekamen durch sorgfältig dosierte Fußstöße die überquerenden Personen "abzuschießen". Das Team Saarland versuchte also als erstes ihr Glück im "Wassertragen" und wir begannen zu treten. Die meiste Zeit trat man eigentlich "ins Leere" eine sehr Kraft raubende Angelegenheit. Plötzlich aber spürte ich einen Widerstand und setzte zum Stoß an. Im selben Moment war ein Schrei zu hören und Miss Saarland plumpste kopfüber ins gechlorte Wasser des Auffangbeckens ... Schade um die Frisur! So langsam gefiel uns das Spiel und wir waren hoch motiviert. Beim nächsten Spiel ging es darum, bewegliche gepolsterte Rollen zu überqueren die über dem Auffangbecken gelagert waren. Wenn man diese Rollen überquert hatte, durfte man als Belohnung den mitgebrachten Gummifisch Marke "Forelle" in "Touch-down" Manier in den Käfig befördern. Aus taktischen Gründen wollten wir jetzt testen, wie sich unser Leichtgewicht "Küken Julia" auf unsere Startreihenfolge hätte auswirken können -  also schickten wir sie als erstes auf "die Rolle" ... Der Gummifisch "Marke Forelle" machte dem "Modell Julia" auf jeden Fall keine Konkurrenz. Julia flog, und der Fisch hinterher. Au backe, das hätte schief gehen können. Julia schloss sich anschließend aus verständlichen Gründen aus diesem Spiel aus.

Die weiteren Proben verliefen ziemlich stressig. Dieses lag zum Teil daran, das zu dem Spielen natürlich entsprechende Schutzkleidung wie Rückenprotektoren, Ellbogen, Hand, Knie-Schutz getragen werden musste. Das An- und Ausziehen wurde dann ausgiebig unter Drill geübt. " Frau Resolut" war hier in ihrem Element ... Zum anderen lag es an den steigenden Temperaturen in der Arena. Da Freiburg ja bekanntlich im äußersten Südwesten von Deutschland liegt, kam von der mir gewohnten "Nordsee-Brise" rein gar nichts mehr an. Der frühe Nachmittag war gekommen als sich dann auch Sportmoderator Gerd Rubenbauer zu uns gesellte. Ob der großen Hitze musste man auf Grund der Kopffarbe und des Versteckens der Augen unter seiner knallroten "adidas" Sonnenbrille- Modell Evil-Eye-Pro- vermuten, das es gestern Abend doch wohl etwas länger ging. Das erinnerte mich natürlich noch einmal an das verspäten von Sophie vorm El Andaluz, die ungewohnt ruhige Art von Studentin Barbara, die Aggression von "Frau Resolut" und nicht zuletzt das fehlen von Anja ...

So langsam tauchten dann auch die Promis auf. Am Abend vorher war Axel Schulz angereist. Er gab sich als ein total lockerer Typ, immer für eine Floskel gut und nie dem Bier abgeneigt. Selbst nachdem ich ihm bei der Abschlussfete nach dem einen oder anderen Bier die Worte: "Du hast nur einen guten Kampf in deiner Karriere gemacht" um die Ohren haute, reagierte er mit seiner brandenburgischen Art mit einem "Waren ditte nich zwee?"  War echt cool. Noch besser fand ich aber Stefan Kuntz. Mit ihm habe ich mich längere Zeit über Fußball und allgemein über Leistungssport unterhalten können. Ein super netter, ehrlicher Typ der mir wirklich positiv in Erinnerung bleiben wird. Dann tauchte Matthias Reim auf.  Wie mir zu Ohren gekommen war, wurde daraufhin unser T5 Fahrer "Mick Dundee" vom Sicherheitsdienst auf dem Gelände entwaffnet. Der Grund dafür war, das Matthias gerade aus Ibiza zurück kam und von der Hautzusammensetzung sowie Farbe im Gesicht einem Krokodil mit Sonnenbrille sehr ähnlich war.  Man wollte hier verständlicherweise jedes Risiko ausschließen ... Matthias verkroch sich hauptsächlich im Zelt und qualmte eine "Marlboro-Light" nach der anderen. Der Augenkontakt war zwar da - aber mehr als ein Lächeln war wohl auch nicht drin. Matthias überraschte mich übrigens Wochen später beim Auftritt anlässlich der "Kieler Woche". Als er alte Rocklieder zum besten gab, sprang wirklich der Funke auf das Publikum über. Alle Achtung, das hätte ich in der Form nicht gedacht! Vielleicht hätte er immer aus der "Retorte" singen sollen!

Unsere geliebte Jenny wurde natürlich von uns sehnsüchtig erwartet. Madame Elvers-Elvertzhagen hatte aber kein Interesse oder auch keine Zeit an den Proben mit uns teilzunehmen. Laut Aussage von Anja würde sie wohl erst zu den Aufzeichnungen am Abend zu uns stoßen. Da wir uns jetzt fest vorgenommen hatten ins Finale einzuziehen, waren wir mit ihrem Verhalten natürlich überhaupt nicht einverstanden, zumal es technisch schwierige Aufgaben waren, die jetzt in Abwesenheit der Heidekönigin von Kuntz, Schultz und Reim fröhlich geübt wurden. Zu allem Übel waren die Teams ja auf das jeweilige Promi-Ergebnis angewiesen. Das heißt also: Würde Jenny für uns versagen, hätten wir nur einen geringen Anteil an den Spielen. Folglich fehlen uns die Punkte bzw. der Vorsprung an dem letzten entschiedenen Spiel, der sogenannten "Kletterwand".

Jetzt hatten wir doch noch etwas Zeit bis zum Abendessen. Endlich konnten wir etwas entspannen, und den Trouble in der Containerstadt verfolgen ohne unmittelbar beteiligt zu sein. Da schlich dann die Pop-Band "Alcazar" durch den Set, sowie die Newcomer "Haiduci" mit der hübschen rumänischen Sängerin. Die Proben konnten wir dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit genießen. Hierbei fiel auf, das in Rumänien wohl grundsätzlich auch bei Regen oder beim Essen Sonnenbrillen getragen werden. Die "Haiduci"-Sängerin-Augen hätten wir dann doch gerne im Original gesehen.... Noma, noma, noma, he!

Dann kam der Moment als Jennys Manager auftauchte und verlauten ließ, das sie uns gerne kennen lernen wollte. Gesagt getan. Jenny stand vor uns und war eigentlich nicht so ein Typ wie man sie normalerweise einschätzt. Einen Tick hat sie natürlich auch, sonst kann man sich da im Geschäft wohl nicht halten. Wir alle waren trotz ihres Proben-Fehlbleibens angenehm überrascht. Nach dem Abendessen und einem Plausch mit Kommentator Andreas Maaza kam dann der große Augenblick. Die Nerven von "Frau Resolut" waren zum zerreißen gespannt als wir vor der Arena Aufstellung nahmen. Trotzdem machte sie ihrem Namen alle Ehre und hatte bis jetzt alles im Griff. Geplant war, das der Sprinter Dimitri und ich unsere Julia auf Schultern in die Arena tragen sollten. Als wir dieses probten, fiel Julia prompt zu Dimis Seite, auf Grund der unterschiedlichen Höhenverhältnisse. Also musste (zu meinem Leidwesen) ein maskulines Exemplar kleineren Ausmaßes meinen Part übernehmen. (Wäre Hans-Georg wie geplant dabei gewesen hätte Julia schon kopffest sein müssen)

Die Arena war ausverkauft und die Show begann.
Die Spiele fingen wirklich gut an. Ein deutlicher Sieg im ersten Spiel motivierten die gesamte Mannschaft das Finale zu packen. Dann kamen die Dämpfer: Jenny konnte uns weder im ersten noch im zweiten Spiel qualifizieren und wir mussten zuschauen. Allerdings brannte sie beim Silverstar-Quiz ein gigantisches "Feuerwerk" mit neuem Rekord ab. Wahnsinn! Als Jenny nach ihrer "Rekord-Antworten-Fahrt" wieder zu uns stieß und wir entsprechend lobten, war dann doch alles vergessen und wir sahen ihr die "verpatzten" Quali-Runden nach. Trotz dem gelungenen Finale von Jenny und unseren regennassen Klamotten hatte es nicht gereicht. Die Saarländer waren an der Kletterwand einfach nicht zu schlagen gewesen und hatten einen absoluten Rekord aufgestellt. In jeder der drei anderen Sendungen hätten wir gewonnen. Trotz allem war es ja ein Spiel, aber trotzdem waren wir alle sehr enttäuscht nicht länger bleiben zu dürfen. Wir hätten zu gerne das Finale gespielt um noch einmal diesen gesamten Rummel mitzumachen und noch einen vollen Tag im Europapark zu verweilen. Bei der anschließenden Party im Festzelt war dann aber doch fast alles vergessen und es wurde ein sehr schöner, spaßiger Abend.

Als wir dann ausgeschlafen hatten und nach dem Frühstück in der Hotelhalle auf unsere Abholung warteten, bekamen wir noch mit, wie die Bundesländer anreisten die ins Finale gekommen waren. Ein wahrhaft toller Moment ... Während die Proben für das morgendliche Finale liefen, bestieg ich in Herboltsheim den Zug Richtung Heimat. Der Rest der Mannschaft war ja mit dem Bus angereist und "Miss Julia" war mit Eltern vor Ort und dementsprechend schon am Morgen losgefahren. Es stand kein "Mick Dundee" am Bahnhof, keine nervöse Anja, keine Kaffee trinkende Sophie und keine Navigatorin Studentin Barbara.....auch die Anordnungen von "Frau Resolut" waren verstummt. Als wir die Facetten des Europaparks passierten, war ich wirklich froh dabei gewesen zu sein, und ich bin der Anja sehr dankbar das sie mir dieses ermöglicht hat.