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© / Quelle: Marktplatz Friesland Wesermarsch vom 09.02.2004
Boßelligen vor großem Umbruch Nach nahezu drei Jahrzehnten stellen sich die Boßeler neu auf. von Gerold Meischen
Verfügten zu Beginn und im Verlauf der Jahre die sieben Oldenburger Kreisverbände noch über starke eigene Kreisligen als Unterbau für die höherklassigen KLV-Ligen, so hat sich dies in den letzten Jahren wesentlich verändert. Kaum einer der sieben Kreisverbände ist heute noch in der Lage, eine schlagkräftige und wurfstarke Liga in Eigenregie aus den eigenen Vereinsreihen auf die Beine zu stellen. Im Umkehrschluss haben sechs der sieben Kreise die eigenständigen Kreisligen aufgegeben und mit Nachbarkreisen Spielgemeinschaften ins Leben gerufen, die sich bis zum heutigen Tage durchgehend bewährt haben. Diese Entwicklung findet man nicht nur bei den Boßlern, sondern auch etablierte Sportarten wie Fußball und Handball spüren den Wandel in der Freizeitgestaltung und die allgemeine Altersstrukturentwicklung in Deutschland. Fußball und Handball reagierten bereits in den vergangenen Jahren mit Spielklassenveränderungen und Zusammenschlüssen. Die Boßelergemeinde hingegen hielt unbeirrt am einmal eingeschlagenen Weg fest und sah den Zeitpunkt des Handels noch nicht gekommen. Diese Haltung änderte sich in gemeinsamen Diskussionen mit den ostfriesischen Boßlern, die sich schon längere Zeit mit einer Reform des Spielbetriebes und des Regelwerkes auseinandergesetzt hatten. Der Gedanke, für Ostfriesland und Oldenburg ein einheitliches Regelwerk zu finden war geboren und wird zum 01.07.2004 umgesetzt. Im Zuge der Grundsatzüberlegungen überdachte der KLV sein ureigenstes Ligengeschehen und entwickelte mit den Verantwortlichen aus den Kreisen ein neues Ligenkonzept. Unter der Federführung von Ligenspielleiter Erich Kuhlmann, Rastederberg, präsentierte der KLV im September 2003 die neue Ligenstruktur und beschloss in einer außerordentlichen Versammlung deren Einführung zur Saison 2004/2005. Zusammengefasst wird die neue Ligenstruktur von folgenden wesentlichen Punkten getragen: 1.) Reduzierung der Mannschaftsstärke von 20 auf 16 Werfer bzw. 10 auf 8 Werferinnen; 2.) Reduzierung der Ligenanzahl von sieben auf vier (Männer) bzw. vier auf drei (Frauen); 3.) Aufstockung der Landesliga/Männer und der neuen Bezirksliga von 8 auf 10 Mannschaften; 4.) Einführung von Seniorenligen Frauen-II, Männer-II (ab 45 Jahre) bzw. Männer-III (ab 55 Jahre). Von diesen Maßnahmen erhoffen sich die Verantwortlichen eine Stärkung des Boßelspielbetriebes auf Kreisebene. Von den 56 Männermannschaften bzw. 32 Frauenmannschaften gehen am Ende der aktuellen Saison 20 Mannschaften (Männer) bzw. 8 (Frauen) wieder zurück auf die Kreisebene in den Kreisligenspielbetrieb. Mit der Einführung der Seniorenligen ist die Erwartung verbunden, dass die älteren Boßelsemester Interesse am Boßeln in ihren Altersgruppen finden und den Platz in den Hauptmannschaften für jugendliche Nachwuchskräfte frei machen. Unterstützt wird dieser Antritt durch die Reduzierung der Mannschaftsstärke von 20 auf 16 bzw. 10 auf 8. Die neuen Seniorenligen gehen in Vierer- (Frauen-II), Fünfer- (Männer-III) bzw. Achter-Mannschaftsstärke (Männer-II/ zwei Gruppen) erstmals mit der neuen Saison an den Start. Interessierte Vereine werden vom Ligenspielleiter Erich Kuhlmann rechtzeitig um Meldung ihrer Teilnehmerteams aufgefordert werden. Abhängig von der Anzahl der gemeldeten Mannschaften für die neuen Senioren-Landesligen werden die Ligen nach einem gegebenenfalls notwendigen Ausscheidungswerfen am 25.04.2004 aufgestellt. Abhängig von den eingehenden Meldungen wird auch sein, inwieweit der KLV auf Landesebene zusätzlich einen Unterbau mit Bezirksligen installiert. Die Ausscheidungen für die neuen Ligen der Hauptklassen ist mit der laufenden Saison bereits in vollem Gange. Den Bezirksligen und -klassen (Männer) bzw. Bezirksligen (Frauen) gilt in dieser Saison das besondere Augenmerk, werden diese Ligen doch am Saisonende die Abwanderer in Richtung Kreisligen stellen. Das Gerangel um die wenigen Plätze, die zum Einzug in eine der neuen Bezirksligen berechtigt, ist groß. Gelingt der direkte Einzug in eine der neuen Männer-Klassen nicht über die aktuelle Tabellenplatzierung am Ende dieser Saison, besteht noch die Chance, in einem einmaligen Ausscheidungswerfen am 25.04.2004 doch noch einen Platz in den neuen Männer-Bezirksklassen zu ergattern. Die Aufgabe gestaltet sich jedoch als äußerst schwierig, treten in zwei Gruppen doch jeweils 14 Mannschaften aus den aktuellen Bezirksligen und -klassen bzw. aus den Kreisligen im Wettstreit um jeweils drei Plätze in eine der beiden neuen Bezirksklassen an. Im Anschluss daran sind die Spielleiter der Kreise gefordert, gilt es doch, die zurückkehrenden Mannschaften in den Ligenspielbetrieb zur neuen Saison auf Kreisebene zu integrieren. Mit den beschlossenen Veränderungen haben die Verantwortlichen auf die geänderten Rahmenbedingungen für den Boßelsport rechtzeitig reagiert. Wie zu Beginn des Boßelligenspielbetriebes Mitte der 70er-Jahre ist auch diesmal noch mit dem einen oder anderen Problem zu rechnen. Trotz sorgfältiger Vorbereitung können immer noch Unwägbarkeiten auftreten, die es dann gilt, vor und in der kommenden Saison abzustellen.
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