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© / Ute Draschba und Gerold Meischen vom 17.12.2003
L i g e n s t r u k t u r r e f o r m Neue Boßelligen nehmen Gestalt an Letzte Korrekturen in der Rückrunde von Gerold Meischen Oldenburg - Die Boßelligen im Klootschießerlandesverband Oldenburg e.V. (KLV) sind am 05. Oktober 2003 zum letzten Mal in der aktuellen Aufstellung ins Rennen gegangen. Mit Beginn der neuen Saison am 01.07.2004 zeigt sich der Ligenspielbetrieb des KLV in neuem Gewand. Aus den sieben Männer- bzw. vier Frauen-Ligen sind vier neue Männer- bzw. drei neue Frauen-Ligen erwachsen. Die Mannschaftsstärke wird grundsätzlich auf Landesverbandsebene von 20 Männer bzw. 10 Frauen auf 16 Männer bzw. 8 Frauen reduziert. Zusätzlich sollen erstmals in der kommenden Saison Seniorenligen in Männer-II und -III sowie Frauen-II an den Start gehen. Den Beschluss für diese Änderungen im Ligenspielbetrieb fassten Delegierte aus den sieben Oldenburger Kreisverbänden in einer außerordentlichen Versammlung im September diesen Jahres. Der KLV folgt mit der Veränderung seiner Ligenstruktur einer Empfehlung der "Wittmunder-Gespräche" aus dem November 2002. Im Rahmen dieser Gespräche wurde eine Vereinheitlichung des geltenden Boßel-Regelwerkes auf FKV- und Landesverbandsebenen empfohlen. Im März 2003 folgte die FKV-Jahreshauptversammlung dieser Empfehlung und beschloss die Einführung neuer einheitlicher Boßelrichtlinien. Im Zuge der Anpassungen stellt nun der KLV seine Ligenstruktur in der neuen Form zur kommenden Saison um.
Eine Reduzierung der Ligenanzahl führt zwangsläufig auch zu einer Reduzierung der auf Landesverbandsebene am Punktspielbetrieb teilnehmenden Mannschaften. Starten aktuell im Männer-Ligenspielbetrieb in sieben Ligen 56 Mannschaften (7x8), so sind es ab 2004 noch 36 Mannschaften (Landesliga 1x10, Bezirksliga 1x10, Bezirksklassen 2x8); im Frauen-Ligenspielbetrieb reduziert sich die Zahl von 32 Mannschaften (4x8) auf 24 Mannschaften (3x8). Gleichbedeutend starten in der kommenden Saison 20 Männer- und 8 Frauen-Mannschaften wieder auf Kreisebene.
Die Qualifikation für die neuen Boßelligen auf Landesverbandsebene richtet sich nach der Platzierung in der aktuellen Liga am Ende der laufenden Saison. Die nicht direkt für die neuen Männer-Ligen zur Saison 2004/2005 über die Platzierung qualifizierten Teams und die vier Kreisligameister der aktuellen Saison ermitteln in zwei 14er-Gruppen (Nord-West / Süd-Ost) in einer einmaligen Aufstiegsrunde je drei Aufsteiger zur neuen Bezirksklasse Nord-West bzw. Süd-Ost. Aus den beiden 14er-Gruppen ziehen also je drei Mannschaften wieder in den Ligenspielbetrieb auf Landesverbandsebene ein, während je elf Mannschaften (=22) nach Abschluss der Aufstiegsrunde auf die Kreisebene zurückkehren.
Die aktuelle Situation lässt bereits erste Rückschlüsse auf die Konstellation der Mannschaften in den einzelnen neuen Ligen und der Aufstiegsrunde zu. Auch wenn erst am nächsten Spieltag (11.01.2004) die Hinserie der diesjährigen Boßelsaison abgeschlossen wird, so kann aus den einzelnen Tabellenständen schon ein Ausgang für die neue Saison vermutet werden.
Die Situation im Einzelnen: M ä n n e r Landesliga - Die neue Landesliga wird von acht auf zehn Mannschaften aufgestockt. Wie bisher auch spielen die drei Erstplatzierten der Landesliga gegen die drei Erstplatzierten der Landesliga Ostfriesland den Verbandsmeister (FKV) in einer zweimaligen Finalrunde aus. Die beiden Letztplatzierten der Landesliga steigen gemeinsam in die neue eingleisige Bezirksliga ab. Zur Aufstockung der Landesliga von acht auf zehn Mannschaften steigen neben den beiden Meistern der Verbandsliga Nord-West bzw. Süd-Ost am Ende dieser Saison auch die beiden Vize-Meister in die neue Landesliga auf. Ab der kommenden Saison wird der Auf-/Abstieg analog zur Regelung in der Landesliga Ostfriesland mit zwei Auf- und Absteigern dargestellt.
Bezirksliga - Die neue eingleisige Bezirksliga ersetzt die beiden Verbandsligen Nord-West und Süd-Ost und wird mit zehn Mannschaften aufgestellt. Die zehn Mannschaften setzen sich zum Start der Saison 2004/2005 aus den beiden Landesligaabsteigern, den Plätzen drei bis fünf der beiden Verbandsligen (= 6 Mannschaften) und den beiden Meistern aus den Bezirksligen Nord-West bzw. Süd-Ost zusammen. Die Plätze sechs bis acht der beiden Verbandsligen Nord-West und Süd-Ost gehen in die neue Bezirksklasse Nord-West bzw. Süd-Ost.
Bezirksklassen (Nord-West / Süd-Ost) - Die beiden neuen Bezirksklassen Nord-West und Süd-Ost starten jeweils als 8er-Feld und setzen sich zusammen aus den Plätzen sechs bis acht der Verbandsliga Nord-West bzw. Süd-Ost (=je 3 Mannschaften), dem Zweit- und Drittplatzierten aus der Bezirksliga Nord-West bzw. Süd-Ost (= je 2 Mannschaften) und den drei Erstplatzierten aus zwei 14er-Aufstiegsrunden (=je 3 Mannschaften). An der Aufstiegsrunde nehmen für Nord-West bzw. Süd-Ost teil: die Plätze vier bis acht der Bezirksliga (=je 5 Mannschaften), die Plätze eins bis sieben der Bezirksklasse (=je 7 Mannschaften) und die beiden Kreisligameister aus den Kreisligen Friesische Wehde und Jeverland/Wilhelmshaven (Nord-West) bzw. Ammerland/Waterkant und Stadland/Butjadingen (Süd-Ost).
Von den ursprünglich 60 teilnehmenden Mannschaften (56 Ligateilnehmer und 4 Kreisligameister) gehen nach Abschluss der Qualifikation 24 (22 aus der Aufstiegsrunde verbleibende Mannschaften und die beiden regulären Absteiger aus der Bezirksklasse Nord-West bzw. Süd-Ost) zurück auf die Kreisebene. Die Wiedereingliederung dieser Mannschaften in den Kreisspielbetrieb erfordert sorgfältige Anpassungen und Beschlüsse auf Kreisebene. Insbesondere der KV Ammerland, der in überwiegenden Maße das Teilnehmerfeld für die bisherige Bezirksliga Süd-Ost und Bezirksklasse Süd-Ost stellt, wird im Extremfall mit einer kompletten neuen Liga zur Aufnahme der bis zu acht Ligenzugänge reagieren müssen. In einzelnen Kreisen mag auch überdacht werden, ob die bislang erfolgreich praktizierten Spielgemeinschaften mit anderen Kreisverbänden nun im Zuge des Teilnehmerzugangs in den einzelnen Kreisen nicht wieder für eine eigene komplette Spielklasse aufgegeben wird. Abzuwarten bleibt in diesem Zusammenhang auch die Resonanz der Vereine auf die Neueinrichtung von Männer-II- und -III-Ligen zur kommenden Saison. Nicht nur die Reduzierung der Mannschaftsstärke auf 16 Werfer, sondern gerade auch die Einrichtung von Männer-II-Ligen mag manche Planung nachhaltig beeinflussen. Die Frage, warum die sieben Oldenburger Kreise vorbereitend auf die neue Saison/Situation nicht bereits zur laufenden Saison die Mannschaftsstärke von 20 auf 16 reduziert haben, da in der kommenden Saison in 16er-Mannschaftsstärke geworfen wird und somit der Sinn nahe liegt, auch die Aufstiegsrunde zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen bereits in 16er-Mannschaftsstärke durchzuführen, mag in den kommenden Monaten noch hier und da auf den Tisch kommen. Alternativ verbleibt eigentlich nur, die Aufstiegsrunde in 20er-Mannschaftsstärke durchzuführen, auch wenn dann in der kommenden Saison in 16er-Mannschaftsstärke geworfen wird. In einigen Kreisen des Landesklootschießerverbandes Ostfriesland wurden bereits mit Beginn dieser Saison die 16er-Mannschaftsstärke und das neue Boßelregelwerk (ohne Ausfallen) erfolgreich eingeführt. Die ursprünglich hochschlagenden Wogen des Protestes gegen die neuen Boßelregeln im Ostfriesischen relativieren sich bereits deutlich.
F r a u e n Landesliga - Im Rahmen der Beschlussfassung für die Neuaufstellung des Frauen-Ligenspielbetriebes auf Landesverbandsebene wurde der ursprüngliche Plan, auch die Frauen-Landesliga als 10er-Feld zu starten, auf Wunsch der Mannschaftsvertretungen aufgegeben und die Frauen-Landesliga startet in der kommenden Saison wiederum als 8er-Feld. Am Ende der aktuellen Saison steigen nicht wie bisher regulär zwei Mannschaften ab, sondern diesmal nur das Tabellenschlusslicht in eine der beiden neuen Bezirksligen Nord-West oder Süd-Ost.
Bezirksligen (Nord-West / Süd-Ost) - Die aktuelle Verbandsliga und die beiden aktuellen Bezirksligen Nord-West und Süd-Ost werden zu zwei neuen Bezirksligen Nord-West und Süd-Ost als jeweils 8er-Feld zusammengefasst. Von den 24 Mannschaften aus den drei Ursprungsligen gehen zum Ende dieser Saison acht Mannschaften wieder auf Kreisebene. Die Zusammensetzung der beiden neuen Ligen ergibt sich aus den jeweiligen Platzierungen in den drei jetzigen Ligen und der Zugehörigkeit zum Nord-West- bzw. Süd-Ost-Sektor. Aus den aktuellen Platzierungen und Nord-West-/Süd-Ost-Konstellationen in den einzelnen Ligen ergibt sich aktuell das Bild, dass aus der aktuellen Bezirksliga Nord-West nur die ersten beiden Tabellenplätze zum Einzug in die neue Bezirksliga Nord-West berechtigen, während aus der Bezirksliga Süd-Ost die Plätze eins bis sechs den Aufstieg in die neue Bezirksliga Süd-Ost ermöglichen. Im weiteren Saisonverlauf wird insbesondere die Platzverschiebung zwischen Nord-West und Süd-Ost durch den Ausgang von Abstiegs- und Meisterfrage in Landesliga und Verbandsliga zu beobachten sein.
Der weitere Spielverlauf in der laufenden Saison, die Resonanz auf die Einrichtung der Seniorenligen Frauen-II, Männer-II und Männer-III und die Reduzierung der Mannschaftsstärke (20->16 bzw. 10->8) wird augenscheinlich die Situation in den einzelnen Boßelligen entscheidend beeinflussen bzw. verändern. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass nach Ablauf von zwei Spielzeiten nach Einführung der neuen Ligen eine Nivellierung auf ein ausgeglichenes Stärkemaß in den einzelnen Ligen von selbst stattfinden wird. Verantwortliche in den Kreisen und Vereinen sind nun mehr denn je gefordert, Weichen zukunftsweisend zu stellen und die richtigen Schlüsse in Bezug auf Jugendarbeit, Integration von Jugendlichen in Hauptklassen sowie das Altersgefüge im Ligenspielbetrieb zu finden. Ein statistische Auswertung belegt, dass gegenwärtig im Schnitt ca. 45% der Aktiven in der Männerklasse über alle Vereine und Kreise 45 Jahre und älter sind. Bereits in den kommenden fünf Jahren (bis 2009) wird sich diese Quote auf durchschnittliche 54% erhöhen. Damit folgt die Entwicklung im Boßelsport der allgemeinen statistischen Altersentwicklung in Deutschland, deren Prognose eine Überalterung in den kommenden 30 Jahren voraussagt. Das diese Entwicklung aber für einige der im KLV vertretenen 114 Vereine bereits heute die aufkommende Existenzfrage für die Zukunft aufwirft, ist unbestritten und belegbar; rechtzeitig den notwendigen Handlungsbedarf zu erkennen und zu reagieren ist heute wichtiger denn je. Aktuelle Diskussionen in den einzelnen Vereinen lassen erkennen, dass es nicht so einfach sein wird, gerade in den Vereinen durch die Ligenstrukturreform und Einführung der Seniorenligen auftretende unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bekommen. Interessenkollisionen einer Teilnahme am Seniorenligenspielbetrieb bei den über 45-jährigen mit den Verbleibinteressen in der Hauptmannschaft der unter 45-jährigen stehen zu erwarten und sind mit Um- und Einsicht abzuwägen. Ebenso bleibt abzuwarten, ob die neue Ligensituation wesentlichen Einfluss auf die Vereinswechselaktivitäten haben wird. Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass sich Aktive unter Abwägung der Chancen und Risiken aus der Ligenstrukturreform und der Einführung von Seniorenligen neu finden werden und sich gegebenenfalls aktuelle Kräfteverhältnisse dadurch verschieben. Handlungsbedarf bestand und besteht augenscheinlich. Die KLV-Versammlung hat dieses erkannt und gewürdigt. Jetzt liegt es an Aktive, Vereine und Kreise, die Veränderung mit Leben zu füllen und der neuen Situation Struktur zu geben.
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