© / Quelle: Ostfriesische Nachrichten vom 21.06.2003

Der „Boßelpapst“ steigt von der „Kanzel“
Landesobmann Hinrich Dirks hatte seinen letzten Auftritt.

In 30 Jahren viel für den Boßelsport geschafft

von jan-keno janssen

 

Künftig muss es ohne ihn gehen: Hinrich Dirks tritt als Landesboßelobmann ab.

 Foto: Wolfenberg

Wittmund. „LBO“ prangt in großen Lettern auf seinem schwarzen BMW, links neben dem Nummernschild. Die Abkürzung steht für „Landesboßelobmann“ - in dieser Funktion hat Hinrich Dirks aus Wittmund 30 Jahre lang gearbeitet. Doch nun ist Schluss. Bereits seit Jahren ist Dirks auf der Suche nach einem fähigen Nachfolger, nun hat er mit Reiner Berends aus Akelsbarg einen gefunden.

Am Sonntag hatte Dirks seinen letzten Auftritt. Er moderierte die Siegerehrung der Einzelmeisterschaften in Negenbargen. Und am Ende gab es stehende Ovationen vom Publikum. Kein Wunder: Wenn vom ostfriesischen Boßelsport gesprochen wird, fällt fast zwangsläufig der Name „Hinni“ Dirks. Als „Boßelpapst“ ist er häufig schon bezeichnet worden, und der Titel passt. Als die Boßel-Landesliga als erste überregionale Spielklasse 1970 erstmals ihren Meister ermittelte, war das sein Verdienst als Boßelobmann. Die Idee kam beim Oldenburger Landesverband scheinbar gut an - auch er installierte kurze Zeit später eine Landesliga. Die Vereine reagierten allerdings skeptisch. „Wie immer bei Veränderungen“, spricht Dirks aus Erfahrung. Schmunzelnd fügt er an: „Am Anfang musste man die Vereine noch dazu zwingen, in dieser Liga zu spielen.“ Heutzutage kämpfen die Vereine bei den Aufstiegskämpfen mit allen Bandagen, um den Sprung auf die Landesebene zu schaffen. Auch die Idee zum populären Wettbewerb um den Ostfrieslandpokal kam von Dirks.