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© / Quelle: NWZ-Online / 22.06.2026

FKV-Einzelmeisterschaften Straßenboßeln

Der Friesensport trauert um Ralf Klingenberg

Rahester zweifacher „Boßler des Jahres“

Bei den Einzelmeisterschaften in Gödens bricht Ralf Klingenberg vom KBV „Ostfrisia“ Rahe plötzlich zusammen.

Der 52-Jährige stirbt wenig später im Krankenhaus.

In Ostfriesland trauert der Friesensport um einen Ausnahmeathleten.

von Henning Wieting / Foto Gero Meischen

Ostfriesland - Die Friesensport-Szene trauert über den plötzlichen Tod ihres erfolgreichen Athleten Ralf Klingenberg. Das teilte der Friesische Klootschießer-Verband (FKV) am späten Sonntagabend auf seiner Internetseite mit. Der Werfer des KBV „Ostfrisia“ Rahe war während der FKV-Einzelmeisterschaften in Gödens am Sonntagnachmittag (21. Juni) zusammengebrochen. „Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen und einer zunächst erfolgreichen Reanimation verstarb er wenig später im Krankenhaus im Alter von nur 52 Jahren“, heißt es in der Mitteilung: „Die Nachricht seines Todes hat die gesamte Boßlerszene tief erschüttert und macht weit über die Grenzen seines Heimatvereins hinaus fassungslos.“

Ralf Klingenberg gehörte über viele Jahre zu den prägenden Persönlichkeiten des Straßenboßelns. FKV-Pressewart Holger Wilken zählt allein die lange Reihe der sportlichen Erfolge des Verstorbenen auf: Er wurde zweimal Boßler des Jahres (2006/07 und 2018/19), nahm an 16 Championstouren teil, sammelte 779 Championstour-Punkte und feierte 13 Tagessiege bei der Tour. Zudem wurde er zweifacher Deutscher Meister (2007 und 2011), errang sechs FKV-Meistertitel auf der Straße und vertrat die Farben des FKV als dreifacher Starter bei Europameisterschaften in den Jahren 2008, 2012 und 2016: „Er gehörte zu den herausragenden Werfern seiner Generation.“

Doch weit mehr als seine Titel und Erfolge würden vielen Weggefährten seine sympathische Art, seine Fairness, seine Leidenschaft für den Friesensport und seine Kameradschaft in Erinnerung bleiben: Klingenberg sei auf und neben der Strecke hoch angesehen und überall ein gern gesehener Sportsfreund gewesen: „Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie, seinen Angehörigen, Freunden und Vereinskameraden: Wir verneigen uns vor einem großen Sportler und einem besonderen Menschen.“ Klingenberg werde im Friesensport unvergessen bleiben.

 

© / Quelle: NWZ-Online / 22.06.2026

FKV-Einzelmeisterschaften Straßenboßeln

Todesfall überschattet FKV-Finalrunde der Boßeler

Schock in Dykhausen: Friesensportler Ralf Klingenberg aus Rahe bricht bei den Einzelmeisterschaften

zusammen und stirbt wenig später im Krankenhaus. Die Wettkämpfe wurden abgebrochen.

von Henning Wieting / Wolfgang Böning

Dykhausen - Tragische Ereignisse bei den Einzelmeisterschaften des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) am Sonntagnachmittag: Ralf Klingenberg, der Friesensportler vom KBV Rahe, der während der Wettkämpfe zusammengebrochen war, ist am späten Sonntagnachmittag in einem Wilhelmshavener Krankenhaus verstorben. Das gibt der Landesklootschießerverband (LKV) Ostfriesland auf seiner Internetseite bekannt. „Wir verneigen uns vor einem einzigartigen Boßeler, einem sympathischen Menschen, einem Freund und sind in Gedanken bei seiner Familie“, heißt es dort.

Auf Strecke zusammengebrochen

Der 52-jährige Werfer der Männer II-Holzgruppe aus Rahe ist gegen 14 Uhr während der Wettkämpfe aus noch ungeklärter Ursache auf der Wurfstrecke Marienburg zusammengebrochen und reglos liegengeblieben. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versuchten Umstehende ihn minutenlang zu reanimieren. Der Verunglückte hatte bei den schwülwarmen Temperaturen noch um Wasser gebeten, ehe er unvermittelt zusammenbrach. Die Notärzte haben ihn nach notärztlicher Versorgung ins Krankenhaus gefahren und vergeblich um sein Leben gekämpft.

Zunächst berieten die FKV-Verantwortlichen noch, ob die Wettkämpfe um den höchstmöglichen Titel der Oldenburger und Ostfriesischen Friesensportler fortgeführt werden sollten. Doch dann entschloss man sich, die Titelkämpfe sofort abzubrechen. Die zahlreichen Aktiven zeigten sich geschockt und wären auch nicht in der Lage gewesen, befreit aufzuwerfen. Die abgebrochenen Wettkämpfe sollen am 3. Juli nachgeholt werden.

Jugendmeister gekürt

Am Samstag stand noch das Sportliche im Vordergrund. In den Jugend- und Altersklassen der Senioren wurden die neuen FKV-Meister gekürt. Bei den Jugendlichen feierten zahlreiche Talente aus dem Landesverband Oldenburg den Titelgewinn. Groß war vor allem die Freude bei Ron Arians, dem Vereinsvorsitzenden aus Gödens. Bei den D-Junioren gewann Tamme Janßen mit einer Weite von 792 Metern den Titel in der Gummiklasse. „Ich kann mich nicht erinnern, dass unser Verein schon einmal einen FKV-Meister gestellt hat“, freute sich Arians. Auch der zweite Titel bei den D-Junioren blieb in Oldenburg. Joris Skibba aus Grabstede gewann mit der Holzkugel (824 m). Ebenfalls mit der Holzkugel siegreich waren Lasse Cordes aus Büppel (A-Junioren, 1637 m), Lukas Gebel aus Moorriem (B-Junioren, 1292 m) und Tino Albers aus Moorwarfen (F-Junioren, 662 m). Bei den C-Junioren setzte sich Colin Lübben aus Portsloge mit der Gummikugel durch (1259 m). Bei den Nachwuchswerferinnen gingen vier Titel an den Landesverband Oldenburg. Mit der Gummikugel gewann Johanna Runge aus Schweinebrück mit 684 Metern die Wertung der D-Juniorinnen. Als Siegerinnen mit der Holzkugel konnten sich die Schweinebrückerinnen Louisa Wefer (C-Juniorinnen, 1302 m) und Ronja Lobback (E-Juniorinnen, 869 m) sowie Schweewardens Tjara Oetting (F-Juniorinnen, 580 m) feiern lassen.

Reiner Hiljegerdes siegt

In den Altersklassen kamen noch zwei Titel mit der Gummikugel hinzu. Dagmar Töllner-Boltes aus Kreuzmoor-Bekhausen war bei den Frauen III (844 m) nicht zu schlagen. Bei den Männern II dominierte Reiner Hiljegerdes aus Halsbek den Wettkampf mit einer Siegerweite von 1560 Metern.