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© / Quelle: NWZ-Online / 13.04.2026

FKV-Finalrunde 2026

Neuling Theener setzt nächstes Ausrufezeichen und schnappt sich bei Premiere direkt die Boßel-Krone

Trotz guter Leistungen hat es für die besten Boßelteams des Landesverbandes Oldenburg wieder nicht gereicht.

Bei den FKV–Meisterschaften waren die Wettkämpfe knapp.

Schweinebrück fehlte nur ein Wurf zu Bronze.

von Wolfgang Böning

Werdum - Wieder einmal haben die ostfriesischen Boßeler bei der Finalrunde um die Meisterschaften des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV) die Medaillen unter sich ausgespielt. In Werdum (Kreisverband Esens) setzte sich der Trend fort: Alle sechs Medaillen im Wettkampf der beiden Landesverbände gingen an die Ostfriesen. Der stellvertretende FKV-Vorsitzende Frank Göckemeyer war mit dem Wettkampf zufrieden: „Es herrschte eine tolle Stimmung. Das war beste Werbung für den Boßelsport.“ Dem stimmten die drei FKV-Boßelwarte Heike Kuhlmann, Alwin Jurisch und Jochen Schrievers bei der Siegerehrung auf dem Gelände der Feuerwehr Werdum zu.

Neuling überrascht alle

Bei den Männern sorgte ein Neuling für die große Überraschung. Die Mannschaft aus Theener feierte bei ihrer ersten Teilnahme an der FKV-Endrunde direkt den Titelgewinn. Bereits bei der Wende führte der Landesliga-Aufsteiger mit großem Vorsprung von sechs Würfen. Und diese Führung wuchs bis im Ziel auf elf Würfe – insgesamt benötigte das Team aus der Gemeinde Hagermarsch nur starke 177 Würfe – an. Platz zwei ging an Vorjahressieger Schirumer-Leegmoor (188), Landesmeister Pfalzdorf (192) blieb nur Rang drei. Die Oldenburger Teams aus Bredehorn (195), Halsbek (197) und Landesmeister Spohle (197) landeten dahinter. „Schade, dass uns als beste Oldenburger Mannschaft nur drei Würfe für den Bronzeplatz gefehlt haben“, sagte Bredehorns Rene Thye. Auch eine starke Rücktour nach schwacher Hintour mit der Holzkugel konnte den Rückstand nicht ausgleichen, sagte er. Ähnlich ordnete Halsbeks Arne Hiljegerdes das Ergebnis ein: „Am Ende sind wir mit einer soliden Leistung zufrieden. Wir waren mit der Bahn sehr zufrieden und haben lange auf eine Medaille geschielt.“ Weniger zufrieden war Spohles Keven Hoots: „Wir haben in keiner Gruppe unser Potenzial abrufen können. Es lief nicht ganz so gut, auch wenn wir mit allen vier Gruppen ohne Ausreißer leistungsmäßig dicht beisammen waren.“

Enge Entscheidungen

Bei den Frauen war Reitland mit 38 Würfen auf dem besten Weg zu einer Medaille. Diesen Wert konnten die Wesermärschlerinnen auf der Rücktour nicht halten und mussten so noch vier Teams vorbeiziehen lassen. Norden gewann am Ende mit 83 Würfen und 210 Metern erneut den Titel vor Rahe (83 Würfe, 52 Meter) und Südarle (84). Erneut blieben den Oldenburgerinnen aus Schweinebrück (85, 90), Reitland (85, 87) und Kreuzmoor/Bekhausen (95) nur die Ränge vier bis sechs. „Am Ende war alles so dicht beieinander, dass es schon wehtut, so knapp verloren zu haben“, haderte Reitlands Brigitte Sanders. Auf der Rücktour habe es ein bisschen geklemmt, sagte sie: „Dass uns im Ziel nur drei Meter auf Schweinebrück und ein Wurf auf Südarle fehlten, war echt mies.“ Die Rechenspiele ärgerten auch Schweinebrücks Astrid Müller: „Wir haben zwar das beste Ergebnis aller Holzgruppen eingefahren – worauf wir sehr stolz sind – aber leider fehlte insgesamt ein Wurf für das Treppchen.“ Vor allem mit der Rücktour haderte Kreuzmoors Nane Kabernagel: „Wir konnten in beiden Gruppen auf der Hintour gut mithalten. Leider ließen die Kräfte dann nach.“

 

© / Quelle: NWZ-Online / 13.04.2026

FKV-Finalrunde 2026

Theener schreibt Friesensport-Geschichte

Norderinnen verteidigen nach Drama ihren Titel

Jubel in Ostfriesland: Beim Finale triumphieren die Teams aus Norden. „Waterkant“ Theener krönt eine starke Saison mit dem ersten Titel,

die Frauen von „Noord“ Norden verteidigen ihren Meistertitel.

von Ingo Janssen u. Holger Wilken / Fotots privat u. Jens Doden

Ostfriesland - Das große Finale der Mannschaftsmeisterschaften des Friesischen Klootschießerverbandes in Werdum bot am vergangenen Sonntag (12. April) alles, was den Friesensport ausmacht: Spannung, überraschende Wendungen – und am Ende zwei verdiente Champions. Beide Titel gingen pünktlich zum 100-jährigen Bestehen in den Kreisverband Norden: Mit „Waterkant“ Theener lag erstmals in der Historie eine Norder Männermannschaft vorn. Der Außenseiter setzte einer ohnehin überragenden Saison mit dem Titelgewinn sensationell die Krone auf. Bei den Frauen ging es weitaus dramatischer zu: Im Ziel triumphierte „Noord“ Norden hauchdünn vor Rahe und feierte damit die erfolgreiche Titelverteidigung.

Männer I - Saathoff-Team dominiert das Finale klar

Ein Blick auf die Zahlen des Finales zeigt deutlich, wer auf der Power-Strecke ablieferte – und wer nicht. Der Landesliga-Aufsteiger aus Theener, der mit der Vizemeisterschaft bis dato den größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert hatte, legte noch einen drauf und verwies die Konkurrenz auf die Plätze. Bereits zur Wende lag das Team um Kapitän Sören Saathoff mit 94 Würfen und 243 Metern klar in Front und bestätigte diese Dominanz im Ziel mit 177 Würfen und 421 Metern. „Es wird wohl ein paar Tage dauern, bis wir den Erfolg wirklich realisieren können“, sagte Malte Gronewold aus der zweiten Holzgruppe. Der neue Meister hatte für die Anreise zwei Busse organisiert, in denen kein Platz frei blieb. Rund 50 Käkler und Mäkler unterstützten das Team lautstark. Die Vereinsvorsitzende Karin Noosten-de Groot konnte aus privaten Gründen nicht mitfahren, war aber per Facetime zugeschaltet.

Titelverteidiger Leegmoor sicherte sich Rang zwei mit 188 Würfe und 561 Meter. Eine solide Vorstellung – doch der Abstand zu Theener war deutlich. Ersatzgeschwächte Halsbeker zeigten eine kämpferische Leistung. Mit 197 Würfen und 604 Metern im Ziel fehlte die Konstanz für eine bessere Platzierung.

Pfalzdorf enttäuscht trotz Platz drei

Rekordsieger Pfalzdorf enttäuschte trotz Rang drei. Zur Wende kam das Team auf 104 Würfe und 404 Meter, im Ziel auf 192 Würfe und 378 Meter. Nur knapp mit einem Wurf Vorsprung vor Halsbek konnte der ostfriesische Landesmeister den Podestplatz sichern. Bredehorn erreichte mit 104 Würfen und 377 Metern zur Wende sowie 195 Würfen und 528 Metern im Ziel Rang fünf. Spohle belegte den sechsten Platz (197 Wurf/317 Meter).

Das Finale hat eines deutlich gezeigt: Die Kräfteverhältnisse im FKV haben sich verschoben. Mit dem Titelgewinn hat Theener sich an der Spitze etabliert. Während die Norder mit einem souveränen Auftritt glänzten, müssen sich traditionelle Größen wie Pfalzdorf oder auch die Nichtqualifizierten Reepsholter hinterfragen. Für den frischgebackenen Meister aus Theener ging es nach dem Wettkampf direkt ins Vereinsheim, um den Coup gebührend zu feiern. Auf dem Weg zur Party wurde auch die Vereinschefin, die zuvor auf einer Konfirmation weilte, eingesammelt.

 

Frauen I - Norderinnen feiern Titelverteidigung

Das Finale der Frauen hätte nicht spannender verlaufen können. „Wir haben einen Mega-Wettkampf abgeliefert“, strahlte Nordens Mannschaftskapitänin Maike de Vries. Bereits zur Wende zeichnete sich ein Dreikampf ab. „Noord“ präsentierte sich konstant und kam mit 40 Wurf und 84 Metern in eine gute Ausgangsposition. „Ostfrisia“ Rahe führte hier mit 39 Wurf und 52 Metern, während Südarle mit 40 Wurf und 143 Metern ebenfalls stark unterwegs war. Im Ziel spitzte sich das Duell zu. Norden beendete den Wettkampf mit 83 Wurf und 210 Metern. Rahe blieb mit 83 Wurf und 52 Metern nur hauchdünn dahinter und musste sich knapp geschlagen geben. „He löpt noch“ Südarle erreichte mit 84 Wurf und 156 Metern Rang drei. Der alte und neue Meister ließ es anschließend ebenfalls krachen. „Die Party war mega“, lachte Femke Wilberts.

Hinter dem ostfriesischen Spitzentrio reihten sich die Oldenburger Mannschaften Schweinebrück, Reitland und Kreuzmoor-Bekhausen ein.