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Theener schreibt
Friesensport-Geschichte
Norderinnen verteidigen nach
Drama ihren Titel
Jubel in Ostfriesland:
Beim Finale triumphieren die Teams aus Norden.
„Waterkant“ Theener krönt eine starke Saison mit dem
ersten Titel,
die Frauen von „Noord“
Norden verteidigen ihren Meistertitel.
von Ingo
Janssen u. Holger Wilken / Fotots privat u. Jens Doden

Ostfriesland - Das
große Finale der Mannschaftsmeisterschaften des
Friesischen Klootschießerverbandes in Werdum bot am
vergangenen Sonntag (12. April) alles, was den
Friesensport ausmacht: Spannung, überraschende Wendungen
– und am Ende zwei verdiente Champions. Beide Titel
gingen pünktlich zum 100-jährigen Bestehen in den
Kreisverband Norden: Mit „Waterkant“ Theener lag
erstmals in der Historie eine Norder Männermannschaft
vorn. Der Außenseiter setzte einer ohnehin überragenden
Saison mit dem Titelgewinn sensationell die Krone auf.
Bei den Frauen ging es weitaus dramatischer zu: Im Ziel
triumphierte „Noord“ Norden hauchdünn vor Rahe und
feierte damit die erfolgreiche Titelverteidigung.

Männer I -
Saathoff-Team dominiert das Finale klar
Ein Blick auf die Zahlen
des Finales zeigt deutlich, wer auf der Power-Strecke
ablieferte – und wer nicht. Der Landesliga-Aufsteiger
aus Theener, der mit der Vizemeisterschaft bis dato den
größten Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert hatte,
legte noch einen drauf und verwies die Konkurrenz auf
die Plätze. Bereits zur Wende lag das Team um Kapitän
Sören Saathoff mit 94 Würfen und 243 Metern klar in
Front und bestätigte diese Dominanz im Ziel mit 177
Würfen und 421 Metern. „Es wird wohl ein paar Tage
dauern, bis wir den Erfolg wirklich realisieren können“,
sagte Malte Gronewold aus der zweiten Holzgruppe. Der
neue Meister hatte für die Anreise zwei Busse
organisiert, in denen kein Platz frei blieb. Rund 50
Käkler und Mäkler unterstützten das Team lautstark. Die
Vereinsvorsitzende Karin Noosten-de Groot konnte aus
privaten Gründen nicht mitfahren, war aber per Facetime
zugeschaltet.
Titelverteidiger Leegmoor
sicherte sich Rang zwei mit 188 Würfe und 561 Meter.
Eine solide Vorstellung – doch der Abstand zu Theener
war deutlich. Ersatzgeschwächte Halsbeker zeigten eine
kämpferische Leistung. Mit 197 Würfen und 604 Metern im
Ziel fehlte die Konstanz für eine bessere Platzierung.
Pfalzdorf enttäuscht
trotz Platz drei
Rekordsieger Pfalzdorf
enttäuschte trotz Rang drei. Zur Wende kam das Team auf
104 Würfe und 404 Meter, im Ziel auf 192 Würfe und 378
Meter. Nur knapp mit einem Wurf Vorsprung vor Halsbek
konnte der ostfriesische Landesmeister den Podestplatz
sichern. Bredehorn erreichte mit 104 Würfen und 377
Metern zur Wende sowie 195 Würfen und 528 Metern im Ziel
Rang fünf. Spohle belegte den sechsten Platz (197
Wurf/317 Meter).
Das Finale hat eines
deutlich gezeigt: Die Kräfteverhältnisse im FKV haben
sich verschoben. Mit dem Titelgewinn hat Theener sich an
der Spitze etabliert. Während die Norder mit einem
souveränen Auftritt glänzten, müssen sich traditionelle
Größen wie Pfalzdorf oder auch die Nichtqualifizierten
Reepsholter hinterfragen. Für den frischgebackenen
Meister aus Theener ging es nach dem Wettkampf direkt
ins Vereinsheim, um den Coup gebührend zu feiern. Auf
dem Weg zur Party wurde auch die Vereinschefin, die
zuvor auf einer Konfirmation weilte, eingesammelt.
Frauen I -
Norderinnen feiern Titelverteidigung
Das Finale der Frauen hätte
nicht spannender verlaufen können. „Wir haben einen
Mega-Wettkampf abgeliefert“, strahlte Nordens
Mannschaftskapitänin Maike de Vries. Bereits zur Wende
zeichnete sich ein Dreikampf ab. „Noord“ präsentierte
sich konstant und kam mit 40 Wurf und 84 Metern in eine
gute Ausgangsposition. „Ostfrisia“ Rahe führte hier mit
39 Wurf und 52 Metern, während Südarle mit 40 Wurf und
143 Metern ebenfalls stark unterwegs war. Im Ziel
spitzte sich das Duell zu. Norden beendete den Wettkampf
mit 83 Wurf und 210 Metern. Rahe blieb mit 83 Wurf und
52 Metern nur hauchdünn dahinter und musste sich knapp
geschlagen geben. „He löpt noch“ Südarle erreichte mit
84 Wurf und 156 Metern Rang drei. Der alte und neue
Meister ließ es anschließend ebenfalls krachen. „Die
Party war mega“, lachte Femke Wilberts.
Hinter dem ostfriesischen
Spitzentrio reihten sich die Oldenburger Mannschaften
Schweinebrück, Reitland und Kreuzmoor-Bekhausen ein. |