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Er hat dem Oldenburger Land
sportliche Identität gegeben
24.02.2026 - In Brake
ist Friesensport-Urgestein Heiko Witte gestorben.
Als Werfer, Funktionär
und Organisator prägte er den Sport im Land Oldenburg
über Jahrzehnte.
von Wolfgang
Böning
Diekmannshausen/Brake -
Trauer um Friesensport-Größe Heiko Witte: Der Golzwarder
starb bereits am 24. Februar 2026 im Alter von 89
Jahren. Beruflich war er als Amtsrat beim Landkreis
Wesermarsch zuletzt für Zivil- und Katastrophenschutz
zuständig und leitete das Amt für Sicherheit und
Ordnung. Einen Namen machte er sich in der Wesermarsch
und darüber hinaus aber besonders als Leistungssportler
und im Ehrenamt.
Seit 1946 war Witte
Mitglied im TV Schweiburg und später auch im SV Brake.
Akzente setzte der Verstorbene im
Klootschießerlandesverband Oldenburg (KLVO). Dort war er
von 1971 bis 1985 Kassenwart, danach fast 20 Jahre bis
zum November 2004 Geschäftsführer und wurde schließlich
zum Ehrengeschäftsführer ernannt. Natürlich war Witte
auch selbst sportlich erfolgreich. Von 1969 bis 1984
nahm er an sieben Europameisterschaften im Friesensport
teil. Bei den Feldländerkämpfen Oldenburg – Ostfriesland
stand Witte neunmal im Team. Im Jahr 1987 war er mit 49
Jahren der älteste Werfer. In den 70er-Jahren wurde
Witte zweimal Deutscher Meister im Weitwurf. Für den TV
Schweiburg bestritt er über 700 Spiele. Nach der aktiven
Laufbahn blieb er als Sprecher vom Richterturm aktiv und
nahm im Laufe seines Lebens zahlreiche Auszeichnungen
entgegen. 2004 in Büppel überreichte der Präsident der
Oldenburgischen Landschaft Horst-Günther Lucke dem neuen
Ehrengeschäftsführer die Landschaftsmedaille für sein
jahrzehntelanges Wirken für den Kultursport. „Mit
Begeisterung hat Heiko Witte sich für die Pflege und
Förderung der Heimatsportarten Klootschießen, Boßeln und
für das Schleuderballspiel eingesetzt und hat damit die
oldenburgische Identität mitgeprägt“, so der
Landschaftspräsident in seiner Laudatio.
Die Begeisterung für die
Heimatsportarten brachte der Braker auch deutlich zum
Ausdruck: Im Telefonbuch fand sich unter seinem Namen
kein Eintrag mit seiner Berufsbezeichnung, sondern etwas
wirklich Einmaliges „Klootschießer“.
Witte hielt sich fit: Mit
mehr als 80 Jahren nahm er 2017 das 51. Sportabzeichen
in Gold entgegen. Und er war heimatverbunden: 2019
organisierte er ein Treffen mehrerer Jahrgänge zum 100.
Jahrestag der Gründung der Volksschule Wapelergroden.
Eine schwere Erkrankung zwang Witte dann allerdings vor
einigen Jahren, sich aus Sport und Ehrenamt
zurückzuziehen. |