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Verfolger-Trio schwächelt in
Esens
Titelverteidiger Norden ist fast
am Ziel
In Ostfriesland kippt
die Landesliga Frauen I zum Saisonende:
Die Topteams patzen,
Norden marschiert Richtung Titel.
Theener feiert den fast
sicheren Klassenerhalt – und Westeraccum lebt wieder.
von Henning
Schiffer / Foto Jens Doden
Ostfriesland -
Am 16. Spieltag haben die Topmannschaften der Landesliga
Frauen I überraschend einige Punkte bei Wettkämpfen im
Kreisverband Esens liegengelassen. Die Verfolgerteams
aus Rahe, Südarle und Schirumer Leegmoor liefern sich
zum einen ein direktes Duell um die FKV-Finalrunde. Das
Trio tat sich bei ihren Gastauftritten in Esens schwer
und kassierte teils schmerzhafte Niederlagen.
Titelverteidiger „Noord“ Norden nutzte die Gunst der
Stunde und kann nach dem 2:0-Heimsieg über Dietrichsfeld
den Sekt kalt stellen. Die Aufsteigerinnen aus Theener
haben den Klassenerhalt so gut wie in der Tasche.
Westeraccum schöpft noch einmal Hoffnung.
Theener –
Utarp-Schweindorf 5:1 (-1,005/5,007). Bei
„Waterkant“ dürfte bei vier Punkten Vorsprung und dem
besseren Wurfverhältnis in Sachen Abstiegsangst nichts
mehr anbrennen. Schlüssel zum Erfolg über
Utarp-Schweindorf war die Gummigruppe. Mit fünf Schoet
erarbeiteten sich die Gastgeberinnen mit der roten Kugel
den entscheidenden Vorsprung, sodass auch der
Detailerfolg der Narper Holzgruppe das Ergebnis nicht
mehr signifikant ändern konnte. Westeraccum –
Schirumer-Leegmoor 0:0 (-0,010/0,067). Ein
exzellenter Anwurf von Tomke Barfknecht mit der
Holzkugel brachte direkt eine zwei Schoet Führung für
die abstiegsbedrohten Accumerinnen. Mit einer
Rundenweite von 11/1 in beiden Gruppen konnten die
Gastgeberinnen schlussendlich einen Zähler erkämpfen und
bleiben in der Tabelle zumindest auf Schlagdistanz. Frau
des Tages war Westeraccums Eske Schuirmann, die sich mit
der Gummikugel keine Fehler erlaubte.
Stedesdorf – Südarle 6:4 (-4,084/6,072). „Es war ein
Top-Wettkampf. Wir haben endlich wieder gezeigt, dass
wir richtig gut boßeln können“ freute sich Daniela
Köhler vom KBV „Fix wat mit“. Angeführt von Anke Klöpper
zeigten die Südarlerinnen mit der Holzkugel einen
starken Auftritt und erarbeiteten sich einen deutlichen
Vorsprung, doch die Gummigruppe der Heimmannschaft wurde
zum Matchwinner und verbuchte nach überragenden 10/3
Runden einen Sieg von sechs Schoet und 72 Metern, die
zum Heimsieg reichten. „Noord“ Norden –
Dietrichsfeld 2:0 (2,018/0,041). Beide Teams fanden
mit der Holzkugel nicht in die Partie. Erst im letzten
Streckenabschnitt löste sich bei den Gastgeberinnen der
Knoten und „Noord“ erarbeitete sich über die
Holzformation die nötigen Meter zum Heimsieg. Während
die Titelverteidigerinnen nur noch theoretisch vom Thron
verdrängt werden können, bleibt für „Good wat mit“ nur
noch eine kleine Restchance auf den Ligaverbleib.
Blomberg – Rahe 9:0 (5,002/4,084). Mit einem
deutlichen Sieg über beide Gruppen feierten die
Blombergerinnen den Klassenerhalt. Während Rahe im
Rennen um die FKV-Plätze einen Auswärtssieg benötigt
hätte, bleibt so vor dem direkten Duell mit „Noord“ nur
noch eine mathematische Chance auf den Titelgewinn. Das
Rennen um Rang zwei und drei bleibt wohl spannend bis
zum letzten Wurf.
Nachholwettkampf
- Rahe – Schirumer Leegmoor 5:0
(-0,024/5,003). Einen Tag nach dem 0:9-Debakel in
Blomberg zeigten sich die Gastgeberinnen deutlich
verbessert und gewannen die wichtige Partie durch eine
starke Leistung der Gummiwerferinnen. Dennoch bleibt für
Rahe der Rückstand auf Platz eins mit vier Punkten und
mehr als 25 Schoet wohl zu groß. |
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Pfalzdorf feiert 26. Titel –
Leerhafe steht vor dem Abstieg
In Ostfriesland sichert
sich Pfalzdorf die Landesmeisterschaft im Boßeln.
Theener schreibt mit der
ersten FKV-Teilnahme Vereinsgeschichte.
Für Leerhafe und
Willmsfeld endet die Saison bitter.
von Holger
Wilken / Foto Jens Doden
Ostfriesland -
Zwei Spieltage vor Saisonende sind in der Landesliga
Männer I der Boßler die Weichen gestellt. Während sich
Tabellenführer Pfalzdorf den 26. Titel der
Vereinsgeschichte nicht mehr nehmen lassen wird und die
Plätze zu Teilnahme an den FKV-Meisterschaften vergeben
sind, ist der Abstieg für Leerhafe kaum noch abwendbar.
Für Schlusslicht Willmsfeld steht der Gang in die
Bezirksliga schon fest.
Pfalzdorf – Stedesdorf
7:1 (-1,020/2,028/3,077/1,077). Der Ligaprimus hat
auf die zuletzt drei Niederlagen in Serie reagiert.
Gegen Stedesdorf präsentierte sich Pfalzdorf deutlich
stabiler und sicherte sich vorentscheidend wichtige
Punkte im Titelrennen. Die 26. Landesmeisterschaft ist
den Aurichern praktisch nicht mehr zu nehmen. Auch
Stedesdorf durfte feiern, mit vier Punkten Vorsprung auf
die Abstiegsplätze kann für eine neue Saison in der
Königsklasse geplant werden. Dietrichsfeld –
Reepsholt 3:2 (-2,121/0,097/2,057/1,033). Am Esenser
Postweg entwickelte sich eine enge Begegnung auf sehr
hohem Niveau. Dietrichsfeld zeigte Moral und drehte die
Partie mit dem Schlusswurf noch zu seinen Gunsten. Vor
allem die Gummigruppen zelebrierten Boßelsport vom
Allerfeinsten, wie 11.0 beziehungsweise 11.1 Runden
belegen. Mit vier Punkten Rückstand auf Platz drei kommt
„Ostfreesland“ nun auch nicht mehr als Teilnehmer der
FKV-Meisterschaften infrage. Schirumer-Leegmoor
– Leerhafe 23:0 (4,021/6,021/6,102/6,049). Der
Gastgeber fertigte Abstiegskandidat Leerhafe mit 23:0
ab. Für die Friedeburger ist diese Niederlage
gleichbedeutend mit der bitteren Realität, die Liga
vermutlich wieder verlassen zu müssen. Mit 11:21 Punkten
ist der Abstand auf das rettende Ufer bei zwei
verbleibenden Spielen kaum noch aufzuholen – der Abstieg
dürfte besiegelt sein. Burhafe – Theener 4:4
(2,105/1,013/-1,009/-3,054). Nach 202 Gesamtwürfen stand
am Kirschbaumweg ein gerechtes Remis fest. Für Theener
ist dieser Punktgewinn historisch, bedeutet er doch die
erstmalige Teilnahme der Norder an den
FKV-Meisterschaften. „Flott weg” dürfte mit dem Punkt
auch gut leben können, mit drei Punkten Vorsprung auf
Leerhafe, ist der Klassenerhalt so gut wie sicher.
Willmsfeld – Südarle 5:1
(0,084/5,147/-0,004/-1,096). Ein Achtungszeichen der
Gastgeber – doch es kommt zu spät. Trotz des Heimerfolgs
bleibt Willmsfeld am Tabellenende und kann den Abstand
auf das rettende Ufer nicht mehr aufholen. Teamchef
Hauke Gerdes ist aber optimistisch, dass seine Truppe
schnell in die Königsklasse zurückkehrt: „Wir stecken
den Kopf nicht in den Sand und greifen wieder an“,
lautete sein Fazit nach dem guten Wettkampf. |