|
|
|
|||
|
©/ Quelle: Wolfgang Böning / 18.09.2007 Klootschießer Senioren halten die Oldenburger Fahne hoch beim Vergleich in Eiderstedt Freundschaftliche Verbundenheit weiter vertieft. Hervorragende Harmonie Jugend - Senioren Rumpfmannschaft Männer I konnte nicht mithalten Bernd Tapkenhinrichs und Klaus Schweers gewinnen die Altersklassen II und III
Wesermarsch - ng, Die im Vorfeld erschwerten Bedingungen waren für den Traditionsvergleich der Oldenburger Klootschießer für den Vergleichskampf gegen den Unterverband Eiderstedt, im Verband Schleswig-Holsteiner Boßler (VSHB) zu überwinden. Durch sportliche Überschneidungen, Championstour der Boßler und Deutsche Meisterschaft im Schleuderballweitwurf, „hagelte“ es Absagen im Oldenburger Team. In mühevoller Kleinarbeit gelang es aber dem Ex-Feldobmann Herbert Braams, als Kenner der Szene, ein Team aufzustellen um nicht die Veranstaltung zu gefährden. Klar war dann auch schnell, dass man bei der Aufstellung der Mannschaft mit einigen Senioren in der Männerhauptmannschaft als Außenseiter nach Eiderstedt fuhr. Doch gutgelaunt mit zwei Bussen, mit dem Landesvorsitzenden Johann Hasselhorst an der „Spitze“, starteten die 75 Aktiven, Funktionäre, Käkler und Mäkler zum zweitätigen Törn nach Schleswig Holstein. Auch der Vorsitzender vom Friesischen Klootschießerverband (FKV), Jan-Dirk Vogts, brachte sich aktiv mit ins Werfen ein. An einem Rastplatz kurz vor Tönning wurden die Oldenburger von einer Abordnung der Gastgeber herzlich mit einem Begrüßungsschluck empfangen. Nach einer Rundfahrt durch die Kleinstadt Tönning ging es zum Wettkampfgelände zum Standkampf. Ein ideales Gelände fand man vor. Vor allem das Wetter sollte hervorragend mitspielen. Ein Mix aus Wolken und Sonne mit dem Wind, Seitenwind für die Werfer, der oft an der Küste herrscht, hatte sich eingestellt. Der Unterschied im Standkampf mit der Klootkugel zwischen den beiden Verbänden fällt dann auch gleich deutlich aus. Auf der einen Seite der Friesenwurf der Oldenburger „übers Brett“ und auf der anderen Seite der Drehwurf der Schleswig-Holsteiner. Welche Wurfart die steigerungsfähigere ist lässt sich über streiten. Jedenfalls bei internationalen Vergleichen standen oft knappe Entscheidungen an der Spitze zwischen dem Friesischen Klootschießerverband (FKV) und dem Verband Schleswig-Holsteiner Boßler (VSHB) an. Auch immer wieder bewundernswert die aus der Drehung heraus genauen Würfe der Schleswig-Holsteiner, wo selten Mal „Ausreißer“ vorkommen. Die Abwurflinie darf bis zu zwei Metern übertreten werden. Dieses Überlaufen wird zum Schluss vom Gesamtergebnis wieder abgezogen. Auf Oldenburger Seite kam Karin Blumenberg als „Teamchefin“ zum Einsatz. Bei den Frauen I und II, Mannschaftsstärke zehn und drei, mussten sich die Oldenburgerinnen mit Abstand hinter den Gastgeberinnen einreihen. Es gewannen die Gastgeberinnen Katharina Otto (Frauen I) und Maren Witt (Frauen II). Bei der letzten EM, in Westerstede belegte Otto Platz acht in der Einzelwertung. Einer Achtungserfolg landete Wiebke Schröder mit Platz drei bei den Frauen. In der Einzelwertung der weiblichen Jugend konnten sich Leentje Eggers und Gesa Schröder hinter der Siegerin Ann-Katrin Thomsen (Eiderstedt) über die Plätze zwei und drei freuen. Die Mädchen hielten hier in der Teamwertung (Drei Werferinnen die Niederlage mit 18,18 Metern in Grenzen. Bei den Oldenburgern Männer I konnte man bei der Aufstellung gespickt mir einigen Senioren altersmäßig die Bandbreite von 20 Jahren bis Ende 60 Jahren vermelden. Angesichts der zu erwartenden Weiten konnte man auch nicht von einer „B-Mannschaft“ sprechen. Da musste man schon etwas weiter nach unten im Alphabet gehen. Auch der Butjadinger Bürgermeister und früherer FKV-Vorsitzender Rolf Blumenberg lief mit übers „Brett“. Blumenberg verschmitzt: „In dieser Besetzung wird die Männer I wohl nicht wieder auflaufen“. Mit 813,70 Metern stand dann auch die erwartete „Packung“ zu Buche. Positiv war aber die Harmonie im Oldenburger-Team zwischen den jungen Leistungsträgern und den Senioren zu vermelden. Als gewiefter Taktiker hatte Teamchef Herbert Braams dann zwei schlagkräftige Seniorenteams in den Altersklassen II und III zusammengestellt, wo dann auch die nötige Spannung über Sieg oder Niederlage in der Luft lag. Während die Männer II denkbar knapp mit 4,40 m das Nachsehen hatten, sprang bei den Männern III mit 66,80 m der erste Oldenburger Sieg heraus. In der Altersklasse Männer II legte Bernd Tapkenhinrichs athletisch eine Superserie mit Würfen jeweils über 70 Metern vor, und auch die Leistungen vom 70 jährigen Ehrengeschäftsführer Heiko Witte, Rang zwei in der Tageswertung, mit Würfen jeweils über 60 Metern sind bemerkenswert. Nichts verlernt haben auch noch nicht Klaus Schweers und Johann zur Horst, die mit guten 60ziger Würfen das Feld bei den Männern III anführten. Bei der männlichen Jugend mussten die Jugendwarte Bernd Tapkenhinrichs und Hinny Harms bis auf Niklas Wulff und Hendrik Rüdebusch auf die „zweite Reihe“ zurückgreifen. Trotz der Niederlage mit 484,10 m zeigten sich Tapkenhinrichs und Harms zufrieden, weil neue Talente „entdeckt“ wurden und die Jungen ihre bisher persönlichen Bestleistungen übertrafen. Janosch Bazan Eiderstedt machte mit 80ziger Würfen auf sich aufmerksam und dürfte auch ein „heißer“ Medaillenkandidat auf „Gold“ in Irland sein. Im FKV konnte solch eine Topweite bei den diesjährigen Landesmeisterschaften noch nicht annähernd erreicht werden. Janosch Bazan übertraf mit 242,20 Meter mit drei Wurf, die Siegerweite der letzten EM um 6,50 m. Auch Top waren den ganzen Tag die beiden Jugendlichen Niklas Wulff (2.) und Hendrik Rüdebusch (4.). Wulff verpasste seinen ersten 70 Meter-Wurf nur knapp um 50 Zentimeter. Als zuschauerfreundlich und informativ erwiesen sich die Anzeigen der Würfe (Meterangaben) direkt nach jedem Wurf auf einer Anzeigentafel, nach dem Uhrprinzip mit den Ziffern eins bis zehn. Der erste kürzere Zeiger zeigt den Zehnerbereich an und die zweite Ziffer ist für den Einerbereich der Meter eins bis zehn zuständig. Das genaue Aufmass, (Kugelaufschlag wird abgesteckt) mit Zentimeterangabe steht dann an wenn der Werfer alle seine Würfe absolviert hat. Auch mehrere Funktionäre machten sich ein Bild vom Leistungsvermögen der Aktiven. So konnte der Vorsitzende vom Unterverband Eiderstedt Jürgen Gebert, u.a. den Ehrenvorsitzender vom VSHB den 73 jährigen Hans Jacobs begrüßen. Bei den Boßlern in Schleswig-Holstein ist Jacobs, der das Amt des Verbandsvorsitzenden 28 Jahre bekleidete, eine feste Größe. Für seine Verdienste um den Friesensport erhielt Jacobs kürzlich eine große Auszeichnung, mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Auch mit dabei der jetzige Verbandsvorsitzender Ernst-Hinrich Reimers, und die Vorsitzende vom Unterverband der Frauen, die 66 jährige Susanne Dircks, die den Unterverband Frauen 1974 mit ins Leben rief. Nach einem harmonischen Heimatabend in der Tönninger Stadthalle, wo die freundschaftlichen Verbindungen weiter vertieft wurden, und einer kurzen Nacht stand bei einem Bilderbuchwetter, mit Sonne satt und strahlend blauem Himmel, der Feldkampf mit der Hollandkugel am Kaltenhörner Außendeich an. Die Schafe hatten das Gras kurz gehalten und auf festen Boden gelangen gute Würfe mit einem langen Trüll. Jeder Werfer absolvierte zwei Würfe. Nachdem die Männer II beim Standkampf knapp das Nachsehen gehabt hatten, gelang hier die Revanche mit 19 Metern. Die erfolgreichen Männer III setzten sich auch im Feld mit 92 Metern durch. Nach dem gemeinsamen Mittagessen standen dann die Siegerehrungen in der Stadthalle bei diesem 20. Vergleichskampf an. Das erste Treffen fand vor 45 Jahren, im Jahre 1962 an. Seit 1973 hat man dann den Zweijahrestörn mit gegenseitigem Besuch eingeführt. Auf ein weiteres kleines Jubiläum konnte hingewiesen werden: Seit 1987 sind jetzt auch die Frauen, seit 20 Jahren, dabei. Ehrenurkunden wurden aus diesem Anlass zwischen den beiden Verbänden ausgetauscht. Jürgen Gebert und Johann Hasselhorst strichen in ihren Ansprachen, neben dem sportlichen Messen, die sich im Laufe der Jahre stets gefestigte Freundschaft heraus, und auch das Hinzuziehen der Frauen habe sich als Bereicherung erwiesen, so Susanne Dircks. Der Kreistagspräsident Helmut Wree stellte auch die Bedeutung des Sports und den Austausch unter den Jugendlichen heraus. Er hatte auch die Eiderstedter Fahne für den Vorsitzenden Jürgen Gebert im „Gepäck“. Diese konnte der Bürgermeister Rolf Blumenberg, Gebert „abschnacken“ um die Reise mit ins Oldenburger Land antreten. Gut gelaunt hatte dann Gebert auch nichts gegen den Trikot-Tausch mit dem Jugendlichen Hendrik Rüdebusch einzuwenden (KLV-Ollnborg/Boßelverein Kotzenbüll). Nach dem Singen der „Nationalhymnen“ hieß es Abschied nehmen. Vorsitzender Johann Hasselhorst zog ein positives Fazit: „Wer nicht mit war hat etwas versäumt. Beeindruckend war auch die Wellenlinie alt mit jung, und wie sich die Jugend mit eingebracht hat“. Somit kann man sich in zwei Jahren auf die Eiderstedter im Oldenburger Land freuen. Bei dann einer „geschickten“ Terminabsprache dürfte dann auch der sportliche Vergleich wieder spannend ausfallen. |
||||||||||
|
|