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© / Quelle: friesensport.de - Redaktion 23.05.2004

3. Wettkampftag Meica-Boßeleuro: Standkampfentscheidung mit dem Kloot
VSHB-Jugend knackt trotz schwieriger Bedingungen 80-Meter-Marke
Ute Uhrbrock (VSHB) zum dritten Mal Europameisterin
Stefan Albarus Kloot fliegt auf 97,80 Meter
Goldlady Christina Damken nicht zu bezwingen
weibliche Jugend:  Christina Damken und Antke Schmidt vor Merle Seider (VSHB)
männliche Jugend: Marcel Trettin und Stefan Schneider vom VSHB überragend
Frauen: VSHB Star Ute Uhrbrok vor Maren Bashusen und Anke Sjuts
Männer: Traumkulisse für jubelnden Stefan Albarus sowie für Fröllje und Bohlken
 
von Ute Draschba

Ergebnis

Umjubelter Sieger des Männer-Stand-kampfes am letzten Wettkampftag: Stefan Albarus, Norden.            Foto: Ute Draschba

Westerstede. Auf der Hössen-Sportanlage in Westerstede sollte eine 100er Serie her hatte sich der Rekordhalter  Stefan Albarus aus Norden am letzten Wettkampftag der Meica Boßeleuro beim Standkampf mit dem Kloot vorgenommen. Die traumhafte Kulisse von über 5.000 Zuschauern wollte die Klootkugel auch förmlich auf seine Rekordmarke von 106,20 Meter tragen. Doch aus unerklärlichen Gründen, blieben die Weiten in allen Wertungsklassen im Schnitt 5 bis 8 Meter pro Wurf hinter den Erwartungen. Stefan Albarus genoss den Wettkampf und den Jubel der vielen Zuschauer. "Dieser Tag ist einer meiner schönsten Sporterlebnisse", freut sich der alte und neue Europameister nach seinem letzten Wurf von 97,80 Metern und einem Gesamtergebnis von 280,05 Metern bei drei Wurf. "Allein schon vor so einem Publikum zu werfen ist unbeschreiblich". Nie zuvor konnte sich Stefan Albarus so gezielt auf eine Europameisterschaft vorbereiten. Seit Wochen trainiert der Berufssoldat unter optimalen Bedingungen an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf mit dem Leichtathletik Olympiateam. "Meinen jetzigen Trainingsstand möchte ich nutzen", kündigte Stefan Albarus schon jetzt weitere Rekordangriffe noch in diesem Jahr an.
"Das die Wettkampfbedingungen schwierig sind, zeichnete sich schon im Jugendwettkampf ab", bestätigte Hans-Georg Bohlken aus Ruttel (269,30/90,25) als Bronzemedaillengewinner hinter Thore Fröllje aus Grabstede (269,30/90,10). Schon Christina Damken schoss beim Probeanlauf über das Brett hinaus und stürzte. Der ungewohnte Anlauf über die eigens zur EM angelegten Bahn brachte die Werferin zu dicht an das Brett. Doch Christina Damken ließ sich nicht verunsichern und feuerte nervenstark den Kloot auf 50,85 Meter und insgeamt auf 146,90 Meter. Damit wurde die 16jährige Europameisterin vor Antke Schmidt aus Westeraccum (143,20 /49,30) und Merle Seider vom VSHB (139,35/47,30). Dass der männlichen Jugend aus Schleswig-Holstein schwer beizukommen ist, war den FKVern schon klar. Doch dass die Holsteiner mit Marcel Trettin und Stefan Schneider sogar unter diesen schwierigen Bedingungen über 80 Meter werfen, schockte Marcel Brunken (Mentzhausen), Kevin Dupiczak (Grabstede), Thorsten Kamps (Schweinebrück) und Daniel Popken (Grabstede). Hinter Marcel Trettin und Stefan Schneider holte sich Thorsten Kamps mit einem Höchstwurf von 71,20 Metern und einem Gesamtergebnis von 212,15 Metern nach drei Wurf die Bronzemedaille hinter Marcel Trettin (235,70 Meter/80,20 Meter) und Stefan Schneider (232,95 Meter/81,10 Meter). Im Frauenwettbewerb war alles gespannt auf die Leistungen des VSHB Team mit der Europameisterin von 1996 und 2000 Ute Uhrbrok. Im Vorfeld war bekannt, dass die wurfgewaltigen Schleswig-Holsteinerinnen Cornelia Lorenzen und Dörte Brandt durch Verletzungen nicht in Topform an den Start gehen konnten. Unglücklicherweise verletzte sich Dörte Brandt beim Einlaufen das Knie und konnte nicht mehr starten. Herausragend war Ute Uhrbrook die mit 61,95 Metern (178,25) knapp unter ihrer persönlichen Bestleistung von 63 Metern blieb und damit  vor Maren Bashusen aus Seefeld (157,85/54,75) und Anke Sjuts aus Norden (156,75/58,80) Europameisterin wurde.
Denkbar knapp, mit gerade mal 17,25 Metern bei sechs Werferinnen ging die Mannschaftswertung völlig überraschend wie auch in der weiblichen Jugend an den FKV vor dem VSHB und dem NKB. In der Männerwertung dominierte wie 2000 in Meldorf der FKV vor dem VSHB und dem BC. In der Jugend siegten erneut die Schleswig Holsteiner vor dem FKV und dem BC. Überraschend aufgeholt haben vor allem die irischen Werfer, die angefangen sind, die Technik umzustellen und teilweise sogar wie die FKVer über das Brett gehen. So warfen sich in der Einzelwertung als beste Iren James O' Donovan (männliche Jugend) mit einem Höchstwurf von 72,40 Meter auf Platz fünf und James Buckley (Männer)  mit Schnittwürfen um 70 Meter auf Platz zwanzig.
Traumhafte Wettkampftage mit einer Riesenresonanz bei den Zuschauern machten die Boßeleuro zu einem wahren Erlebnis. Allerdings war die Dominanz des FKV gerade in der Abschlussveranstaltung ein wenig zu groß. Als dann mit der Übergabe der  Wanderpokale für die besten Mannschaften an die Funktionäre und nicht an die Champions diese ihr Tun und Handeln in den Vordergrund stellten, hätten die Organisatoren wach gerüttelt werden müssen. Denn demonstrativ ging von den Schleswig Holsteiner nicht der aufgerufene Betreuer und Trainer Hinrich Brandt auf die Bühne, sondern dieser überließ dem glückliche Europameister Marcel Trettin die Ehre, den Pokal der jubelnden Menge entgegenzustrecken. Somit hatte die Championsparty bei der offiziellen IBA-Pokalübergabe doch noch einen Champion auf der Bühne.