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Umjubelter Sieger des Männer-Stand-kampfes am letzten
Wettkampftag: Stefan Albarus, Norden.
Foto: Ute Draschba |
Westerstede. Auf der Hössen-Sportanlage
in Westerstede sollte eine 100er Serie her hatte sich der Rekordhalter
Stefan Albarus aus Norden am letzten Wettkampftag der Meica Boßeleuro beim
Standkampf mit dem Kloot vorgenommen. Die traumhafte Kulisse von über
5.000 Zuschauern wollte die Klootkugel auch förmlich auf seine Rekordmarke
von 106,20 Meter tragen. Doch aus unerklärlichen Gründen, blieben die
Weiten in allen Wertungsklassen im Schnitt 5 bis 8 Meter pro Wurf hinter
den Erwartungen. Stefan Albarus genoss den Wettkampf und den Jubel der
vielen Zuschauer. "Dieser Tag ist einer meiner schönsten Sporterlebnisse",
freut sich der alte und neue Europameister nach seinem letzten Wurf von
97,80 Metern und einem Gesamtergebnis von 280,05 Metern bei drei Wurf.
"Allein schon vor so einem Publikum zu werfen ist unbeschreiblich". Nie
zuvor konnte sich Stefan Albarus so gezielt auf eine Europameisterschaft
vorbereiten. Seit Wochen trainiert der Berufssoldat unter optimalen
Bedingungen an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf mit dem
Leichtathletik Olympiateam. "Meinen jetzigen Trainingsstand möchte ich
nutzen", kündigte Stefan Albarus schon jetzt weitere Rekordangriffe noch
in diesem Jahr an.
"Das die Wettkampfbedingungen schwierig sind, zeichnete sich schon im
Jugendwettkampf ab", bestätigte Hans-Georg Bohlken aus Ruttel
(269,30/90,25) als Bronzemedaillengewinner hinter Thore Fröllje aus
Grabstede (269,30/90,10). Schon Christina Damken schoss beim Probeanlauf
über das Brett hinaus und stürzte. Der ungewohnte Anlauf über die eigens
zur EM angelegten Bahn brachte die Werferin zu dicht an das Brett. Doch
Christina Damken ließ sich nicht verunsichern und feuerte nervenstark den
Kloot auf 50,85 Meter und insgeamt auf 146,90 Meter. Damit wurde die
16jährige Europameisterin vor Antke Schmidt aus Westeraccum (143,20
/49,30) und Merle Seider vom VSHB (139,35/47,30). Dass der männlichen
Jugend aus Schleswig-Holstein schwer beizukommen ist, war den FKVern schon
klar. Doch dass die Holsteiner mit Marcel Trettin und Stefan Schneider
sogar unter diesen schwierigen Bedingungen über 80 Meter werfen, schockte
Marcel Brunken (Mentzhausen), Kevin Dupiczak (Grabstede), Thorsten Kamps
(Schweinebrück) und Daniel Popken (Grabstede). Hinter Marcel Trettin und
Stefan Schneider holte sich Thorsten Kamps mit einem Höchstwurf von 71,20
Metern und einem Gesamtergebnis von 212,15 Metern nach drei Wurf die
Bronzemedaille hinter Marcel Trettin (235,70 Meter/80,20 Meter) und Stefan
Schneider (232,95 Meter/81,10 Meter). Im Frauenwettbewerb war alles
gespannt auf die Leistungen des VSHB Team mit der Europameisterin von 1996
und 2000 Ute Uhrbrok. Im Vorfeld war bekannt, dass die wurfgewaltigen
Schleswig-Holsteinerinnen Cornelia Lorenzen und Dörte Brandt durch
Verletzungen nicht in Topform an den Start gehen konnten.
Unglücklicherweise verletzte sich Dörte Brandt beim Einlaufen das Knie und
konnte nicht mehr starten. Herausragend war Ute Uhrbrook die mit 61,95
Metern (178,25) knapp unter ihrer persönlichen Bestleistung von 63 Metern
blieb und damit vor Maren Bashusen aus Seefeld (157,85/54,75) und
Anke Sjuts aus Norden (156,75/58,80) Europameisterin wurde.
Denkbar knapp, mit gerade mal 17,25 Metern bei sechs Werferinnen ging die
Mannschaftswertung völlig überraschend wie auch in der weiblichen Jugend
an den FKV vor dem VSHB und dem NKB. In der Männerwertung dominierte wie
2000 in Meldorf der FKV vor dem VSHB und dem BC. In der Jugend siegten
erneut die Schleswig Holsteiner vor dem FKV und dem BC. Überraschend
aufgeholt haben vor allem die irischen Werfer, die angefangen sind, die
Technik umzustellen und teilweise sogar wie die FKVer über das Brett
gehen. So warfen sich in der Einzelwertung als beste Iren James O' Donovan
(männliche Jugend) mit einem Höchstwurf von 72,40 Meter auf Platz fünf und
James Buckley (Männer) mit Schnittwürfen um 70 Meter auf Platz
zwanzig.
Traumhafte Wettkampftage mit einer Riesenresonanz bei den Zuschauern
machten die Boßeleuro zu einem wahren Erlebnis. Allerdings war die
Dominanz des FKV gerade in der Abschlussveranstaltung ein wenig zu groß.
Als dann mit der Übergabe der Wanderpokale für die besten
Mannschaften an die Funktionäre und nicht an die Champions diese ihr Tun
und Handeln in den Vordergrund stellten, hätten die Organisatoren wach
gerüttelt werden müssen. Denn demonstrativ ging von den Schleswig
Holsteiner nicht der aufgerufene Betreuer und Trainer Hinrich Brandt auf
die Bühne, sondern dieser überließ dem glückliche Europameister Marcel
Trettin die Ehre, den Pokal der jubelnden Menge entgegenzustrecken. Somit
hatte die Championsparty bei der offiziellen IBA-Pokalübergabe doch noch
einen Champion auf der Bühne. |