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© / Quelle: friesensport.de - Redaktion 21.05.2004
1. Wettkampftag
Meica-Boßeleuro: Feldkampfentscheidung mit der Hollandkugel von Ute Draschba
Espern/Apen. Das Feldkampfgelände in Espern bewies sich für den Friesischen Klootschießerverband (FKV) als beste Wahl. Am Freitag (21.05.) ging sämtliches Mannschaftsgold in den vier Wertungsklassen (männliche und weibliche Jugend sowie Männer und Frauen) an den gastgebenden FKV. In der Einzelwertung wurden Christina Damken aus Reitland (weibliche Jugend) und Dirk Taddigs (Männer) sowie die Iren Catriona O' Farrell (Frauen) und Seamus Sexton (männliche Jugend) Europameister. Über 3000 Zuschauer verfolgten einzigartige Wettkämpfe auf den von der Stadt Westerstede bestens hergerichteten Feldbahnen und erlebten Friesensportgeschichte. Seit 1977 waren die Iren in der Feldkampfteamwertung ungeschlagen. Dirk Taddigs & Co. machten es möglich. Mit sagenhaften 400 Meter holte sich die FKV-Mannschaft Gold vor dem irischen Verband Bol Chuman (BC) und dem Nederlands Klootschieters Bond (NKB). Das Boßeleuro-OrgaTeam erntete allenthalben großes Lob für ein gelungenes Feldkampferlebnis. Sorgte zunächst am Morgen noch dunkle Wolken für dunkle Vorahnungen, so widerlegte der Tagesverlauf den Pessimismus und brachte manchen Feldkampfkenner auf dem Gelände in Apen/Espern ins Schwärmen.
Männer: "Nie habe ich ein besseres
Feldkampfteam in den Wettkampf schicken können", erklärt der
FKV-Feldobmann Herbert Braams den Mannschaftserfolg. Auch bei der
Startfolge hatte Braams ein glückliches Händchen. In der letzten
Wettkampfbegegnung standen sich im direkten Vergleich die Feldkampfgrößen
Dirk Taddigs, Mark Oude Luttikhuis (NKB) , Lars Jockwich (VSHB) und Bill
Daly (BC) gegenüber und lieferten Käklern und Mäklern ein hochkarätiges
Match. Lange Zeit lag Hans-Georg Bohlken mit hervorragenden 1.185,40
Metern auf Platz eins. Überraschend konnte der amtierende Europameister
Robert Meijer (NKB) keine Topweite vorlegen. Alle Augen waren dann auf
Stefan Albarus gerichtet, der als stärkster Flüchter im Team unmittelbar
vor Taddigs startete. Mit seinem zweiten Wurf hatte der Norder
Ausnahmeathlet großes Pech. Seine Kugel traf nicht die Überwegung sondern
landete nach 70 Metern im Graben. Damit fehlten wichtige 30 bis 40 Meter,
mit denen Albarus knapp eine Medaille verpasste und am Ende auf Platz fünf
landete. Als dann selbst Taddigs das gleiche Missgeschick ereilte, ging
ein Raunen durch die Menge. Doch der nervenstarke Vater und Betreuer
Eilert Taddigs baute seinen Sohn hervorragend auf: "Einen Wurf unter 100
Meter hast Du immer dabei, besser jetzt als am Ende. Da wissen wir gleich,
wie wir dran sind". Und Dirk Taddigs zeigte wie er dran ist, zeigte was
Sache ist. Mit gewaltigen Würfen hatte er nach 5 Wurf bereits einen
Schnitt von 120 Meter. Und das Taddigs-Gespann powerte weiter, obwohl der
stark aufwerfenden Mark Oude Luttikhus mächtig gegen hielt. Bei seinem
letzten Wurf konnte Dirk Taddigs vor einer gewaltigen Zuschauerkulisse
schon auf Nummer sicher gehen. Vater und Sohn stürzten aufeinander zu,
lagen sich in den Armen und waren einfach nur glücklich: "Wir haben es
geschafft, Melldorf ist vergessen"; damals musste sich Taddigs hinter
Robert Meijer und Hans-Jürgen Fleßner mit Bronze zufrieden geben.
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