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© / Quelle: friesensport.de - Redaktion 21.05.2004

1. Wettkampftag Meica-Boßeleuro: Feldkampfentscheidung mit der Hollandkugel
Christina Damken und Dirk Taddigs Europameister
Mannschaftsgold in allen Wertungsklassen an den FKV
weibliche Jugend: Christina Damken, Annika Noormann und Daniela Lübben auf dem Treppchen
männliche Jugend: Seamus Sexton (BC) vor Kevin Dupiczak und Daniel Popken
Frauen: Irish Dynamite Catriona O'Farrell vor Marina Kloster, Andrea Blonn und Heike Eilers
Männer: Medaillen für Dirk Taddigs, Mark Oude Luttikhuis und Hans-Georg Bohlken

von Ute Draschba

Ergebnis

Christina Damken ließ zu keiner Zeit Diskussionen um ihren Gold-Auftritt zu und demonstrierte gekonnte Überlegenheit.

 Foto: Gerold Meischen

Espern/Apen. Das Feldkampfgelände in Espern bewies sich für den Friesischen Klootschießerverband (FKV) als beste Wahl. Am Freitag (21.05.) ging sämtliches Mannschaftsgold in den vier Wertungsklassen (männliche und weibliche Jugend sowie Männer und Frauen) an den gastgebenden FKV. In der Einzelwertung wurden Christina Damken aus Reitland (weibliche Jugend) und Dirk Taddigs (Männer) sowie die Iren Catriona O' Farrell (Frauen) und Seamus Sexton (männliche Jugend) Europameister. Über 3000 Zuschauer verfolgten einzigartige Wettkämpfe auf den von der Stadt Westerstede bestens hergerichteten Feldbahnen und erlebten Friesensportgeschichte. Seit 1977 waren die Iren in der Feldkampfteamwertung ungeschlagen. Dirk Taddigs & Co. machten es möglich. Mit sagenhaften 400 Meter holte sich die FKV-Mannschaft Gold vor dem irischen Verband Bol Chuman (BC) und dem Nederlands Klootschieters Bond (NKB). Das Boßeleuro-OrgaTeam erntete allenthalben großes Lob für ein gelungenes Feldkampferlebnis. Sorgte zunächst am Morgen noch dunkle Wolken für dunkle Vorahnungen, so widerlegte der Tagesverlauf den Pessimismus und brachte manchen Feldkampfkenner auf dem Gelände in Apen/Espern ins Schwärmen.

Männer: "Nie habe ich ein besseres Feldkampfteam in den Wettkampf  schicken können", erklärt der FKV-Feldobmann Herbert Braams den Mannschaftserfolg. Auch bei der Startfolge hatte Braams ein glückliches Händchen. In der letzten Wettkampfbegegnung standen sich im direkten Vergleich die Feldkampfgrößen Dirk Taddigs, Mark Oude Luttikhuis (NKB) , Lars Jockwich (VSHB) und Bill Daly (BC) gegenüber und lieferten Käklern und Mäklern ein hochkarätiges Match. Lange Zeit lag Hans-Georg Bohlken mit hervorragenden 1.185,40 Metern auf Platz eins. Überraschend konnte der amtierende Europameister Robert Meijer (NKB) keine Topweite vorlegen. Alle Augen waren dann auf Stefan Albarus gerichtet, der als stärkster Flüchter im Team unmittelbar vor Taddigs startete. Mit seinem zweiten Wurf hatte der Norder Ausnahmeathlet großes Pech. Seine Kugel traf nicht die Überwegung sondern landete nach 70 Metern im Graben. Damit fehlten wichtige 30 bis 40 Meter, mit denen Albarus knapp eine Medaille verpasste und am Ende auf Platz fünf landete. Als dann selbst Taddigs das gleiche Missgeschick ereilte, ging ein Raunen durch die Menge. Doch der nervenstarke Vater und Betreuer Eilert Taddigs baute seinen Sohn hervorragend auf: "Einen Wurf unter 100 Meter hast Du immer dabei, besser jetzt als am Ende. Da wissen wir gleich, wie wir dran sind". Und Dirk Taddigs zeigte wie er dran ist, zeigte was Sache ist. Mit gewaltigen Würfen hatte er nach 5 Wurf bereits einen Schnitt von 120 Meter. Und das Taddigs-Gespann powerte weiter, obwohl der stark aufwerfenden Mark Oude Luttikhus mächtig gegen hielt. Bei seinem letzten Wurf konnte Dirk Taddigs vor einer gewaltigen Zuschauerkulisse schon auf Nummer sicher gehen. Vater und Sohn stürzten aufeinander zu, lagen sich in den Armen und waren einfach nur glücklich: "Wir haben es geschafft, Melldorf ist vergessen"; damals musste sich Taddigs hinter Robert Meijer und Hans-Jürgen Fleßner mit Bronze zufrieden geben.
Frauen: Als Titelverteidigerin ging Marina Kloster (Theener) an den Start. Sie wusste um die Stärke der irischen Konkurrentin Catriona O'Farrell, die schon beim FKV-100-Jubiläumsturnier in 2002 alles in den Schatten stellte. Streckenweise sah es dann auch so aus, als ob Catriona O'Farrell mit ihren Gegnerinnen "spielte". Legte Kloster einen langen Wurf vor, konterte die Irin erfolgreich und tat so gerade mal das Nötigste. Im Ziel entschied Catriona O' Farrell mit 847,90 Metern zu 829,65 Meter die Europameisterschaft für sich. Einen starken Auftritt hatte vor allem Andrea Blonn (797,25 Meter), die sich noch vor die Halsbekerin Heike Eilers (785,35 Meter) und Sandra Schimansk aus Schortens (744,35 Meter) auf Platz drei warf. Zum Mannschaftsgold vor dem NKB und dem BC trugen auch Antje Schöttler-Gerjets (14. Platz/689,85 Meter) und Kerstin Assing (16. Platz/663,05 Meter) bei.
männliche Jugend: Kevin Dupiczak ging als Favorit ganz zuletzt gleich hinter seinem Teamkollegen Daniel Popken auf die Bahn. Die Iren hatten den wurfgewaltigen Geheimtipp Seamux Sexton gegen den Grabsteder gesetzt. Mit den letzten Würfen zog Sexton (1044,70 Meter) an Daniel Popken (968,25 Meter) und Kevin Dupiczak (985,05 Meter) vorbei und tat es seinem Vater gleich, der 1974 und 1977 Europameister auf der Straße wurde, und Gold für Irland holte. Einen perfekten Feldkampft und damit wertvolle Mannschaftsarbeit leistete Marcel Brunken (946,10 Meter).
weibliche Jugend:
Es war der Tag der 16jährigen Christina Damken aus Reitland (842,50 Meter). Mit annähernd 400 Meter Vorsprung bei 2267,15 Meter holte sich Christina Damken mit ihren Teamkolleginnen Annika Noormann (736,85 Meter) und Daniela Lübben (687,80 Meter) auch noch Mannschaftsgold. Selbst in der Fraueneinzelwertung wäre Christina Damken mit ihrem Ergebnis Vizeeuropameisterin geworden.